Der MTHC beklagt die Verzögerungen beim Bau der Sportanlage und hat einen Anwalt eingeschaltet. Die Verwaltung setzt weiter auf Verhandlungen.

Das Clubhaus (vorne) hätte im Dezember fertig sein sollen. So sah der Bauplatz noch Ende November aus.  Archiv
Das Clubhaus (vorne) hätte im Dezember fertig sein sollen. So sah der Bauplatz noch Ende November aus. Archiv

Das Clubhaus (vorne) hätte im Dezember fertig sein sollen. So sah der Bauplatz noch Ende November aus. Archiv

MTHC-Vorstandsmitglieder Ralf Noll (links) und Ulrich Wölfer besichtigen die halbfertige Anlage.

Stefan Fries, Bild 1 von 2

Das Clubhaus (vorne) hätte im Dezember fertig sein sollen. So sah der Bauplatz noch Ende November aus. Archiv

Mettmann. Dass hier Mitte April die Tennissaison beginnen könnte oder im Mai der Spielbetrieb beim Hockey aufgenommen wird, danach sieht es an der Hasselerstraße nichts aus. „Es ist pure Illusion, dass der Zeitplan für die Baumaßnahmen eingehalten werden kann“, sagt Ralf Noll, erster Vorsitzender des Mettmanner Tennis- und Hockeyclubs (MTHC) angesichts der Riesenbaustelle.

Einige Arbeiten wurden zu langsam, andere gar nicht erst durchgeführt

„Mit zwei bis drei Wochen Verzögerung haben wir gerechnet. Selbst ein Kompromiss von weiteren zwei Wochen wäre machbar gewesen.“ Aber diese Art von Stillstand macht auch Vorstandskollege Ulrich Wölfer fassungslos. Ein Großteil der Bauarbeiten sei durch die beauftragten Firmen sei nicht zügig angegangen oder gar nicht fortgeführt worden.

Richtfest für das neue Clubhaus hätte im Dezember sein sollen. Bei der neu zu bauenden Tennishalle sind gerade mal die Fundamente fertig. Dass hier in knapp vier Monaten die neue Hockey- und Tennissaison beginnen kann, daran glaubt keiner mehr. „Extrem befremdet und inzwischen auch ratlos“ sind Noll und Wölfer vor allem über die Reaktion der Verantwortlichen der Stadt – sie tun nichts. Dabei sei gerade für den Tennisclub die Fertigstellung zum seinerzeit schriftlich fixierten Termin existenziell: „Der Verein erleidet einen massiven wirtschaftlichen Schaden“, sagt Noll.

Abgesehen davon, dass die Mitglieder an der neuen Anlage keinen Sport machen können, und manche bereits mit Austritt drohen, muss der MTHC mit Verlusten aus Nichteinnahmen durch Bandenwerbung und Nichtvermarktung leben. Inzwischen hat der MTHC einen Anwalt mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt.

Eine Reaktion auf die anwaltlichen Schreiben an die Verantwortlichen der Stadt erfolgte nicht fristgemäß – sagt der MHTC. „Wir wundern uns über das vollkommen passive Verhalten der Behörde“, heißt es seitens des MTHC. Das lässt Baudezernent Kurt-Werner Geschorec so nicht stehen. „Der Verein setzt uns eine Frist zur Stellungnahme bis zum 5. Januar. Die können wir nicht halten. Das haben wir frühzeitig mitgeteilt.“ Der MHTC beklagt ferner, dass seit dem 19. Dezember sich auf der Baustelle keinerlei Entwicklung gezeigt habe, trotz der für diese Jahreszeit vergleichsweise guten Witterungsbedingungen für Bauarbeiten.

Reaktivierung der alten Anlage am Stadtwald

Im Frühjahr vergangenen Jahres gaben der MTC 80 und THC Mettmann ihre Fusion bekannt. Seitdem heißt der Großverein MTHC. Die Fusion beider Clubs hing eng mit dem Bau des neuen Sportzentrums am Heinrich-Heine-Gymnasiums zusammen.

Beim MTHC entwickelt man nun einen Plan B. 12 000 Euro Vereinskapital wurden in die Reaktivierung der Tennisanlage des THC Mettmann am Stadtwald investiert. Genauso wird der alte Hockeyplatz aufgemöbelt. Auch hier die bange Frage: Wer ersetzt diese Kosten? „Es ist ein Punkt erreicht, der die Vereinsvorstände in die Öffentlichkeit zwingt, da durch die Verantwortlichen der Stadt Mettmann bewusst und beinahe vorsätzlich der Bestand eines großen Sportvereins gefährdet wird und völlig unnötige Kosten für den Bürger erzeugt werden“, fasst der MTHC-Vorstand seinen Zorn zusammen und hofft auf die dringend notwendige Aktivität der Stadtverantwortlichen.

Geschorec gewinnt zunehmend den Eindruck, „dass der MTHC eine Eskalation möchte. Uns ist daran nicht gelegen.“ Vielmehr setze man weiter auf Verhandlungen und Ergebnis orientierte Gespräche. „Wir wollen und werden dem Vereine eine vernünftige Anlage übergeben.“

Wegen des schlechten von ergiebigen Regen geprägten Sommers sei man in Verzug. „Das ist so. Die Baustelle musste wiederholt stillgelegt werden.“ Dennoch hat er die Hoffnung, dass viele Anlagen – auch Tennis- und Hockey-Plätze bei einem milden Winter fertig werden könnten. „Wenn nicht, greifen wir den Vereinen unter die Arme. Wir lassen sie nicht hängen.“

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