Eltern kämpfen für die Realschule. Dort können sie Kinder nur anmelden, wenn die neue Schulform nicht zustande kommt.

bildung
An der Sekundarschule können Haupt- und Realschüler gemeinsam unterrichtet werden. Symbol

An der Sekundarschule können Haupt- und Realschüler gemeinsam unterrichtet werden. Symbol

Archiv

An der Sekundarschule können Haupt- und Realschüler gemeinsam unterrichtet werden. Symbol

Mettmann. Die Schullandschaft in Mettmann befindet sich im Umbruch. Das sorgt bei vielen Eltern für Angst, Unsicherheit und Wut. Was passiert, wenn Mettmann eine Sekundarschule bekommt? Was passiert, wenn die notwendigen 75 Anmeldungen für die Sekundarschule nicht zustande kommen? Das fragen sich viele Eltern, obwohl die Schulen, die Stadt und der Mettmanner Integrationsrat viele Informationen dazu verbreitet haben.

Der Elternwille entscheidet über die Gründung einer Sekundarschule

Die Elternschaft der Carl-Fuhlrott-Realschule kämpft für den Erhalt ihrer Schule, hatte am Freitag sogar zur Demo aufgerufen. Die Eltern finden es einseitig und undemokratisch, dass die Schule keine Gelegenheit hatte, sich bei der Infoveranstaltung der Stadt für die weiterführenden Schulen Ende vergangenen Jahres zu präsentieren.

Sie kritisieren außerdem, dass es kein Anmeldeverfahren für die Realschule gibt. „Sie ist jetzt schon besser als es eine Sekundarschule jemals werden kann“, sagen sie und verweisen darauf, dass 80 Prozent der Realschüler noch ihr Fachabitur oder Abitur machen.

Gerüchte über Absprachen zwischen Stadt und Gesamtschule kursieren

Tatsächlich gibt es aber erst ein Anmeldeverfahren für die Real- und Hauptschule, wenn keine 75 Kinder angemeldet werden. „Dann müssen wir für die Schulen ein nachgezogenes Anmeldeverfahren durchführen“, sagt Fachbereichsleiterin Astrid Hinterthür. Eltern hätten dann die Möglichkeit, ihr Kind an der Haupt- oder Realschule anzumelden.

In der Stadt kursieren viele Gerüchte. Auch dass Stadt und die Gesamtschule Heiligenhaus eine Vereinbarung getroffen hätten, dass dort nicht so viele Mettmanner Kinder aufgenommen werden, damit die Sekundarschule ausreichend Anmeldungen bekommt. „So etwa hat es nie gegeben“, sagt Hinterthür.

Die Hauptschule bräuchte 18 Anmeldungen zum Fortbestehen

Der Rat hatte im vergangenen Jahr die Gründung einer Sekundarschule beschlossen. Damit wurde auch der Beschluss gefasst, dass Real- und Hauptschule auslaufen sollen. Das bedeutet, dass dort keine Kinder mehr angemeldet werden könnten. Sollte es keine Sekundarschule geben, bräuchte die Hauptschule mindestens 18 Anmeldungen, um fortbestehen zu können. Ansonsten darf sie keine Schüler mehr aufnehmen und läuft aus. Dies hat die Bezirksregierung erklärt.

Dass es zurzeit zwei fünfte Klassen mit 38 Schülern an der Hauptschule gibt, liegt laut Fachbereichsleiterin Hinterthür daran, dass 2012 auch Schüler aus Wülfrath aufgenommen wurden, weil die Hauptschule dort schon ein Auslaufmodell ist. Außerdem habe die Hauptschule eine integrative Lerngruppe, die nicht zu den regulären Schülerzahlen dazugezählt werden dürfe, sagt Hinterthür und verweist auf die Gesetzeslage, die das vorschreibt.

Würde die Hauptschule also nicht genügend Schüler für eine Eingangsklasse zusammenbekommen, müssten diese auf die Carl-Fuhlrott-Realschule oder auf Schulen in anderen Städten ausweichen.

Weil die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren an der Hauptschule rückläufig waren, neue Eingangsklassen mit Sondergenehmigungen gegründet wurden, hatte die Politik sich für die Sekundarschule ausgesprochen.

An dieser Schule können Haupt- und Realschüler gemeinsam unterrichtet werden und nach Klasse zehn bei entsprechenden Noten sogar ihr Abitur an den Mettmanner Gymnasien und dem Berufskolleg machen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer