Die Politik spricht sich für die schnelle Sanierung der Grundschule Kirchendeller Weg aus.

Mettmann. Die Kirchendelle bleibt weiterhin Schulstandort. Wie lange? Das steht noch nicht fest. Auf einem Informationsabend der Schulpflegschaft der Grundschule Kirchendeller Weg am Montagabend haben sich alle Fraktionen dafür ausgesprochen, dass das Verwaltungsgebäude der Schule, das am 11.März durch einen Brand stark beschädigt wurde, saniert und der Schulbetrieb so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden soll.

Diese Nachricht wurde von den Eltern in der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) mit lang anhaltendem Beifall quittiert.

"Es ist kein Hobby der Verwaltung, diese Schule zu schließen."

Bürgermeister Nowodworski

Ob der Schulstandort Kirchendelle auch in Zukunft erhalten werden kann, darauf legen sich weder SPD noch CDU fest. Die Christdemokraten fordern ein Gutachten, in dem die gesamte Mettmanner Schullandschaft untersucht wird.

Die SPD hatte vor der Sitzung Flugblätter verteilt, auf denen sie sich ungeschickter Weise gegen eine Brandsanierung und gegen den Erhalt des Gebäudes ausgesprochen hatte.

Christian Denstorff, Fraktionschef der Genossen, musste mächtig zurückrudern, um die Aussage auf dem Flugblatt zu revidieren.

Erstaunt und unsicher zeigte sich aber nicht nur der Genosse, sondern auch CDU-Fraktionsvorsitzende Ute Stöcker über künftige Schülerzahlen an den Grundschulen, die Gregor Neumann, Vorsitzender der Schulpflegschaft an der Kirchendelle, vorstellte. Neumann: "Das sind die Zahlen von der Verwaltung. Das ist keine Magie."

Seinen Berechnungen zufolge werden die Zahlen der Grundschüler leicht rückläufig sein, brechen aber nicht wie von der Verwaltung aufgezeigt dramatisch weg. Neumann: "Mettmann gehen die Grundschüler nicht aus, das sagen ganz klar die Zahlen des Einwohnermeldeamtes. Darin sind nicht einmal die geplanten Neubaugebiete berücksichtigt."

Die Schülerzahlen stimmen nicht mit den realen Zahlen überein

Die Zahlen, die das Schulverwaltungsamt auf Grundlage des Demographiegutachtens ausgerechnet habe, stimmten mit den realen Zahlen einfach nicht überein.

"Weder die Grundschulen noch die Kindergärten sind leer", sagte Neumann. Auch die Aussage der Verwaltung vor drei Jahren, dass die Kirchendelle in 2009 nur noch einzügig gefahren werde könnte, habe sich nicht bewahrheitet. Neumann: "Wir haben für das nächste Schuljahr 53 Anmeldungen."

Seit 1999 seien jedes Jahr um die 13 Prozent aller Grundschulkinder zur Kirchendelle gegangenen. Qualitativ und quantitativ sei die Kirchendelle eine zukunftsfähige Schule.

Neumann: "Warum wird eigentlich immer so getan, als ob es den Kindern egal sei, auf welche Schule sie gehen. Es ist nicht egal. Wir wollen in unsere Schule zurück. Die Renovierung muss umgehend beginnen", sagte Neumann. Tosender Beifall.

Immer häufiger bekomme er von Eltern und Lehrer zu hören, dass die Kinder immer schlechter mit der jetzigen Situation zurechtkommen. Die ersten und zweiten Klassen werden seit dem Brand an der Grundschule Am Neandertal, die dritten und vierten Klassen im HHG unterrichtet.

Auch Eltern und Lehrer litten darunter, dass der soziale Lebensraum Schule auseinandergerissen sei. In der ganzen Diskussion gehe es der Stadt nur darum, die Schüler in einem Gebäude unterzubringen.

Neumann: "Warum glaubt die Verwaltung, man könne Kinder wie Möbelstücke in eine andere Schule stecken?" Bei allen Zahlenspielen und Kosten vermisst Neumann, eine Diskussion um schulische Qualität.

"Diese Qualität ist entscheidend. Deshalb haben wir seit Jahren mehr Anmeldungen, als wir aufnehmen können."

Die Stadt hatte vier Szenarien für die Zukunft der Schule entworfen. In zwei Fällen würde der Standort erhalten, in den anderen aufgegeben.  Tatsächlich hat die Stadt zum kommenden Jahr acht leere Klassenzimmer an der Grundschule Am Neandertal und an der Otfried-Preußler-Schule.

Platz also, um die Klassen der Kirchendelle unterzubringen. Doch mit diesem Vorschlag steht die Verwaltung allein da. Die Politik fordert im Wahljahr eine schnelle Sanierung an der Kirchendelle. "Aber bitte nicht erst zu den Herbstferien, sondern zum neuen Schuljahr im August", sagen die Eltern.

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