Jede Menge Kreuze, Bücher und Edelsteine sind im Kinofilm „Die Päpstin“ zu sehen. Hergestellt hat die Requisiten der Haaner Künstler Daniel Krahwinkel.

Der Theatermaler Daniel Krahwinkel vor seinem Gesellenstück im eigenen Atelier.
Der Theatermaler Daniel Krahwinkel vor seinem Gesellenstück im eigenen Atelier.

Der Theatermaler Daniel Krahwinkel vor seinem Gesellenstück im eigenen Atelier.

Stefan Fries

Der Theatermaler Daniel Krahwinkel vor seinem Gesellenstück im eigenen Atelier.

Haan. In diesem Jahr startet "Die Päpstin". Im neuen Film Sönke Wortmanns ("Das Wunder von Bern") spielt Johanna Wokalek ("Der Baader Meinhof Komplex") als Priestertochter an der Seite von Frauenschwarm David Wenhem ("Der Herr der Ringe") und John Godman ("Rosanne") die von Donna Woolkfolk Cross (erfundene) Geschichte der legendären Päpstin Johanna.

An den Job ist er über drei Ecken gekommen

Dass im prunkvollen Bischofszimmer mit Edelsteinen opulent besetzte Kreuze zu sehen sind oder ein bordeauxrot eingefasstes Buch ein Eigenleben entwickelt, dafür ist Daniel Krahwinkel zuständig.

Der 32-jährige Haaner hat für "Die Päpstin" die Handrequisiten hergestellt. "An den Job bin ich über drei Ecken gekommen", erzählt er. Solche Material- imitationen und so genannte Props herzustellen, "hat wahnsinnigen Spaß gemacht. Und in der Filmcrew waren tolle Leute."

Vor allem bedeutete der Job Stress. "Für ein Requisit habe ich drei Tage und drei Nächte durchgearbeitet, damit es rechtzeitig zum Dreh in Marokko ist."

Die Aufgabe als "Prop-Maker" ist derzeit das Spektakulärste in einer Reihe interessanter Beschäftigungen, denen der vielseitig begabte Vater zweier Kinder nachgeht. Begonnen hat alles mit einer Fotoausstellung. Nach einer Reise durch Amerika zeigte er 18-jährig seine Bilder.

Der Erfolgsroman "Die Päpstin" von Donna Cross erzählt vom bewegenden Aufstieg der Johanna von Ingelheim, die als Mann verkleidet in die höchsten Ränge des Römischen Klerus gelangt und im Jahre 853 zum Papst gewählt wird. Der Wahrheitsgehalt der Geschichte ist seit Jahrhunderten Gegenstand leidenschaftlicher Kontroversen, die mit dem Beststeller ihren Höhepunkt gefunden haben.

Der Film soll am 29. Oktober in die deutschen Kinos kommen.

"Das war ein Experiment. Damals begann ich, Kunst ernst zu nehmen." Sein Fachabitur machte er im Schwerpunkt Kunst und Gestalten, anschließend bewarb er sich an der Düsseldorfer Kunstakademie.

"Ich bin da ganz naiv drangegangen" beschreibt er die Zusammenstellung seiner Bewerbungsmappe. Was er heute als "halbherzig" einstuft. Dass er abgelehnt wurde, wundert ihn nicht mehr, war aber letztlich nicht so tragisch.

Denn parallel zu seiner Ausbildung als Theatermaler am Düsseldorfer Schauspielhaus war er drei Jahre Gaststudent in der Klasse von Markus Lüpertz.

Seitdem ist er freier Künstler. Für die Gemeinde zu Ederen gestaltete er deren Kirche neu, ein Autohaus bekam von seiner Hand eine barock gestaltete Decke, und die von ihm an die Kinderzimmerwand gemalten Lieblingskuscheltiere bewachen zwei Brüder in ihren Träumen.

Gleichzeitig arbeitet er als Musiker, spielte unter anderem bei Oliver Richters und hilft als Bassist in der Band "Too dumm to lie" aus. "Mich umgibt das totale Chaos", beschreibt er seine Arbeit. Der Blick in sein Atelier, von ihm selbst "Giftküche" genannt, bestätigt das nicht.

An der Wand hängt sein Gesellenstück als Theatermaler - die Hebräerin Judit enthauptet Holofernes, General des babylonischen Königs Nebukadnezar. Auf einer Staffelei steht eine Auftragsarbeit, fein sortiert sind im Regal allerlei Utensilien.

Unter anderem ein neues Projekt, das mit Gestaltung und Dekoration von Schaufenstern zu tun hat. "Darüber darf ich aber noch nichts erzählen." Ebenso wenig wie über ein weiteres Filmprojekt, das nach der tadellosen Zusammenarbeit für "Die Päpstin" ansteht.

Was er sich von der Märchenfee für einen Lieblingswunsch erfüllen lassen würde? "Ich würde mir mehr Zeit wünschen. Ich habe so viele Ideen. Schön wäre es, wenn ich gar nicht mehr schlafen müsste, um die alle realisieren zu können."

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