Von einem Erfolgsmodell in Europa spricht EU-Parlamentarier Michael Cramer.

Mettmann
Das ehemalige Postamt in Dornap (rechts) wird abgerissen, um Platz für die Regiobahn zu machen.

Das ehemalige Postamt in Dornap (rechts) wird abgerissen, um Platz für die Regiobahn zu machen.

Dietrich Janicki

Das ehemalige Postamt in Dornap (rechts) wird abgerissen, um Platz für die Regiobahn zu machen.

Die Regiobahn, S28, ist ein Erfolgsmodell. Das hat sich inzwischen längst bis nach Brüssel rumgesprochen. Grund genug für Michael Cramer, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und Tourismus des Europäischen Parlaments, mit Mitgliedern des nordrhein-westfälischen Landtags, Vertretern des VRR und Aufsichtsratsmitgliedern der Regiobahn das Unternehmen für einen Tag lang zu besuchen.

Michael Cramer, der für die Grünen im Europäischen Parlament sitzt, war bestens über die Regiobahn informiert und gleichzeitig begeistert. Nachdem die Deutsche Bahn die Strecke Düsseldorf Mettmann wegen zu geringer Fahrgastzahlen – nämlich nur 200 pro Tag – stillgelegt hatte, übernahm 1999 die Regiobahn die Regie.

2017 startet die Strecke nach Wuppertal-Hauptbahnhof

„Heute fahren 23 000 Kunden pro Tag mit der Regiobahn. Das ist ein Wert, den ich so in ganz Europa nicht kenne“, sagte Cramer. Und auch er und seine Begleiter stiegen Donnerstagnachmittag in einen Sonderzug der Regiobahn, um sich den Streckenausbau in Richtung Wuppertal anzusehen.

Hier wird die Regiobahnstrecke zunächst von Mettmann nach Dornap-Hahnenfurth verlängert. Die bislang eingleisige Strecke, die im Moment nur von Güterzügen befahren wird, wird zweigleisig ausgebaut.

Seit Anfang Februar wurden deshalb sogenannte Vegetationsmaßnahmen entlang der Strecke durchgeführt, also Bäume gefällt. 2017 soll dann die Strecke nach Wuppertal-Hauptbahnhof an den Start gehen. Bis dahin muss noch das alte Postamt in Dornap abgerissen und die B 7 über die Gleise geführt werden. Die Verlängerung der Regiobahn soll aber auch in der anderen Richtung weiter gehen.

Michael Cramer tritt für eine grenzüberschreitende Anbindung nach Venlo ein. „Wir wollen die Lücken in Europa schließen. Dafür stellen wir auch Geld zur Verfügung.“ Deshalb ging es bei den verkehrspolitischen Themen, die Gegenstand des Besuchs waren, unter anderem um das Projekt „RoCK – Regions of Connected Knowledge“. Dessen Ziel ist es, Reisenden eine grenzüberschreitend unkomplizierte Zugverbindung anzubieten.

Kreis Viersen verabschiedet sich von Venlo-Verbindung

Dazu gehören der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Dülken - Kaldenkirchen sowie der Regiobahn in Richtung Viersen.

Zwischenzeitlich hatte der Kreis Viersen die Pläne, die S 28 bis Venlo zu verlängern, aufgegeben. Der Grund: Die Betriebskosten, die alle Anrainer-Kommunen zahlen müssen, seien zu hoch.

Die Delegation in Mettmann jedenfalls war sich einig, den weiteren Ausbau vorantreiben zu wollen, und das möglichst schnell. Das würde fünf bis zehn Jahre dauern, vorausgesetzt, der Wille dazu ist da. „Am Geld wird es nicht scheitern“, sagte Cramer.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer