Mettmanner weist Vorwürfe zurück.

Mettmann. Der 71-Jährige scheint noch immer von der Geschäftsidee überzeugt: Mit Fleisch- und Wurstwaren „zu Traumkonditionen“ habe er das große Geld machen wollen. Stattdessen brachte ihn der Fleischhandel auf die Anklagebank. Seit dem 7. Dezember verhandelt das Düsseldorfer Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mettmanner Betrug, Untreue und Insolvenzverschleppung vor. Das Geschäftsmodell sei zu keinem Zeitpunkt ernsthaft betrieben, Zwischenhändler betrogen worden.

100 000 Euro hat der Mann laut Gericht auf sein Konto umgebucht

Bei Prozessbeginn schilderte der Mann ausführlich, wie er in Düsseldorf den „Versandhandel von Fleisch- und Wurstwaren zu Großhandelspreisen für private Abnehmer“ aufbaute. Die Geschäftspartner seien von dem Modell „begeistert“ gewesen. Die Ware sollte über ein Netz von Händlern vertrieben werden, die sich eine selbstständige Existenz aufbauen sollten. Laut Anklage soll er ihnen einen einfachen Verdienst in Aussicht gestellt und sie zum Unterschreiben eines Leasingvertrags für einen Lieferwagen überredet haben. Der zu erwartende Jahresumsatz für 2006 wurde auf 30 Millionen Euro beziffert. 133 Händler soll er so angeworben, 95 zur Zahlung von 9000 Euro motiviert haben.

Tatsächlich habe er aber die so eingenommenen 855 000 Euro nicht als Leasingraten, sondern dazu verwendet, laufende Kosten des Unternehmens und seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Mehr als 100 000 Euro habe er für private Zwecke vom Firmenkonto abgebucht. 45 000 Euro hatte sich der Mann 2005 von einem Bekannten geliehen – angeblich, um das Unternehmen aufzubauen.

Dem Bekannten soll er dabei versichert haben, das Geld sei gut angelegt. Tatsächlich aber soll der 71-Jährige wegen seiner bereits angespannten Finanzlage bewusst in Kauf genommen haben, dass er das Geld nicht zurückzahlen könne..

Der Mettmanner glaubt weiterhin an sein Modell und sagt, dass sein Geschäftsführer eigenwillig Insolvenz angemeldet habe, obwohl das gar nicht nötig war. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders: Er soll die Insolvenz fast ein Jahr verschleppt haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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