Die Ersatz-Bushaltestelle steht seit einem Jahr an der Dresdener Straße. Bürger fluchen, Straßen NRW bleibt gelassen.

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Weil die Haltestelle „Dresdener Straße“ gesperrt wurde, wurde eine provisorische Haltestelle 20 Meter entfernt eingerichtet. Archiv

Weil die Haltestelle „Dresdener Straße“ gesperrt wurde, wurde eine provisorische Haltestelle 20 Meter entfernt eingerichtet. Archiv

Stefan Fries

Weil die Haltestelle „Dresdener Straße“ gesperrt wurde, wurde eine provisorische Haltestelle 20 Meter entfernt eingerichtet. Archiv

Mettmann. Beinahe ein Jahr lang steigt Gisela May (70) nun an der provisorischen Bushaltestelle „Dresdener Straße“ ein. Der Grund: Die Fahrbahn der Berliner Straße ist dort stark abgesackt, so dass die provisorische Haltestelle im März eingerichtet werden musste (die WZ berichtete). Im Herbst hätten dort die Bauarbeiten beginnen sollen, doch die Situation an der Berliner Straße ist unverändert.

„Ich hatte gerade erst eine Knie-OP. Es ist anstrengend, in den Bus ein- und auszusteigen“, sagt Gisela May. Noch schlimmer sei es aber für ältere Menschen mit Rollator. Sie ist wie viele andere Anwohner auf den Bus angewiesen. „Viele Leute schimpfen. Als der Schnee so hoch war, sind auch einige gestürzt“, sagt May. Die Anwohner seien sauer, aber „man resigniert mit der Zeit“.

Die Stadt ist nicht zuständig, weil es sich um eine Landesstraße handelt

Stephan Kopp, Abteilungsleiter der Bauabteilung bei der Stadt Mettmann, kann die Menschen gut verstehen. „Das ist sehr ärgerlich.“ Doch die Stadt kann an der Situation wenig ändern, weil die Berliner Straße eine Landes- und keine Stadtstraße ist. Sprich: Straßen NRW ist für die Reparatur zuständig. „Wir können nur versuchen, Druck auszuüben. In diesem Fall hat sich sogar der Bürgermeister persönlich eingeschaltet – wegen einer Bushaltestelle. Das ist schon ungewöhnlich“, sagt Stephan Kopp. Mehr Druck ginge nicht. „Uns wurde zugesagt, dass die Straße Ende 2010 saniert wird.“

Bei Straßen NRW gibt man sich gelassen. „Die Beauftragung der Firma hat sich verzögert“, sagt Johannes Gallhoff-Peters, Leiter der Straßenmeisterei Velbert. „Es gab ein Hin und Her mit der Ausschreibung.“

Der Auftrag war vergeben – dann kam das Winterwetter

Deshalb wurde im Herbst nicht mit der Sanierung der Berliner Straße begonnen. „Wir hatten dann im November die Beauftragung und auch einen Termin mit der Firma vereinbart“, sagt Gallhoff-Peters und fügt hinzu: „Aber dann sind uns der Winter und das Wetter zuvor gekommen.“ Der Straßenmeisterei-Leiter verspricht aber, dass es mit den Bauarbeiten losgeht, sobald das Wetter es zulässt: „Die beauftragte Firma ist ab Montag aus den Betriebsferien zurück, dann sprechen wir die genauen Termine ab und dann kann es losgehen.“

In Deutschland gibt es Bundes- und Landesstraßen sowie Straßen, die den Städten gehören. Die Berliner Straße ist eine Landestraße, deshalb ist der Landesbetrieb für sie zuständig.

Der abgesackte Fahrbahnrand wurde mit anderen Landesstraßen in einen so genannten „Flickenvertrag“ aufgenommen. Alle Mängel werden zu einem großen Schadenspaket zusammengefasst und ausgeschrieben. So werden die Kosten günstiger.

Der Landesbetrieb Straßen ist Teil der Verwaltung. Er verwaltet die Straßen im Bundesland und vergibt Reparaturaufträge.

Das heißt aber noch lange nicht, dass Gisela May, die übrigen Fahrgäste und die Busfahrer sich schon bald auf eine Besserung für die Haltestelle Dresdener Straße freuen können.

Zu der Bauzeit kann die Straßenmeisterei nichts sagen

„Die Straße muss in dem Bereich komplett ausgeschachtet werden“, sagt Johannes Gallhoff-Peters. Außerdem müssten die Entwässerungsrohre untersucht werden. „Es gibt eventuell Schäden an den Rohren.“ Eine genaue Angabe darüber, wie lange die Bauarbeiten dauern werden, kann man bei der Straßenmeisterei nicht machen. Nur eins ist laut Gallhoff-Peters sicher: „Die Reparaturen werden nicht in zwei Tagen erledigt sein.“

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