Am 9. Oktober 1963 wurde im Hotel Vogel der Umbau des Platzes vorgestellt.

Der Jubiläumsplatz als eine kleine Parkanlage. Hinten ist das Hoffstaedterhaus zu erkennen.
Der Jubiläumsplatz als eine kleine Parkanlage. Hinten ist das Hoffstaedterhaus zu erkennen.

Der Jubiläumsplatz als eine kleine Parkanlage. Hinten ist das Hoffstaedterhaus zu erkennen.

Ende der 1960er-Jahre wurden die Pläne zur Umgestaltung des Jubiläumsplatzes in die Tat umgesetzt. Die Wallstraße mit den kleinen Häusern verschwand völlig.

Ein Aufnahme aus dem Jahre 1904 von der 1000-Jahrfeier Mettmanns, hier auf dem Platz, nach dem dieses Ereignis benannt wurde: Jubiläumsplatz.

NN, Bild 1 von 3

Der Jubiläumsplatz als eine kleine Parkanlage. Hinten ist das Hoffstaedterhaus zu erkennen.

Mettmann. Es herrschte Gedränge, damals, am 9. Dezember 1963 im Hotel Vogel. Die halbe Stadt hatte sich auf den Weg gemacht, um beim Aufregerthema Nummer eins mitzureden. Die Umgestaltung des Jubiläumsplatzes stand ins Haus, und was da geplant war, wollten viele Mettmanner endlich mal ganz genau wissen. Die Stadtväter schienen schlau und Bürgerbeteiligung kein Fremdwort gewesen zu sein.

Jedenfalls wollte man die Bürger frühzeitig einbeziehen und über die Pläne informieren, um „den Willen des kleinen Mannes“ zu erfahren. Es ging um öffentliche Bedürfnisanstalten, den Bau der Kreissparkasse und um die Zufahrtsrampen zur Tiefgarage. Man wollte keinen Ärger riskieren und das Stadtzentrum nicht zu etwas werden lassen, über das Jahre später geklagt wird.

Und siehe da: Die Mettmanner zeigten, dass sich Bürgerbeteiligung lohnt. „Es wurde nicht gezetert. Die Diskussionen wurden sachlich und zielstrebig geführt“, lobten die Chronisten die gelungene Veranstaltung. Dabei ging es schon damals darum, auch unpopuläre Maßnahmen umzusetzen.

Haus Ludwig von Medtmanns wurde auch abgerissen

So sollte das als „ältestes Haus Mettmanns“ angesehene Gebäude neben der Stadtbleiche, gegenüber dem ehemaligen Bürogebäude der Firma Burberg, der Abrissbirne zum Opfer fallen. Natürlich wollte niemand eine solch drastische Maßnahme einfach hinnehmen. Im Gegenteil, das historische Kleinod wurde in einem Vortrag des Heimatforschers Dr. Karl Klockenhoff ausgiebig gewürdigt.

Pläne einer Badeanstalt unter dem Jubiläumsplatz wurden verworfen

Man sprach über den adligen Ritter Ludwig von Medtmann, der einstmals dort gewohnt haben soll. Und dennoch kam man zu dem Schluss: „Trotz aller Achtung vor der Stadtgeschichte dürfte es keinen Sinn haben, das Gebäude erhalten zu wollen.“

Der Jubiläumsplatz blickt auf eine lange, ereignisreiche Geschichte zurück. Gestaltet wurde er als Grünanlage am ehemaligen Mühlenteich anlässlich der Tausendjahrfeier Mettmanns im Jahre 1904. Rasenflächen, Sommerblumen und Nadelhölzer sollten dafür sorgen, dass das Zentrum zur „grünen Lunge“ wird. Die damals nur 9000 Mettmanner Bürger waren stolz auf ihren Jubi, der über die Stadtgrenzen hinaus von sich Reden machte. Für das unsachgemäße Betreten des Rasens soll man sich auch schon mal eine saftige Ohrfeige des zuständigen Polizeibeamten eingefangen haben.

Gemeinsam wurde noch entschieden, dass man ein paar alte Bausteine aufbewahren könnte, um sie in die neue Giebelwand einzubauen. Und dann gab es noch einen Aufreger: Der Neubau der Kreissparkasse sollte im Untergeschoss eine Badeanstalt enthalten. Die Banker sollten dort aber nicht lustwandeln. Stattdessen sollten sie für ihre Körperhygiene sorgen können, in Zeiten, in denen noch nicht jede Wohnung über ein Bad verfügte. Es gab durchaus ernsthafte Überlegungen, diesen Plänen zuzustimmen. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass alle Mettmanner diese Badeeinrichtung unter dem Jubiläumsplatz nutzen können. Schließlich wurden die Pläne aber doch verworfen.

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