Ab 1. Januar 2012 gibt es eine Alternative zum Müllsack. 600 Anmeldungen gibt es bereits.

Politik
Herbert Rogalla (l.) und Andreas Neumann, Mitarbeiter des Baubetriebshofs, setzen auf die Tonne. Die Behälter würden es den Müllwerkern viel leichter machen. Noch müssen sie jeden schweren Sack per Hand in den Müllwagen schmeißen.

Herbert Rogalla (l.) und Andreas Neumann, Mitarbeiter des Baubetriebshofs, setzen auf die Tonne. Die Behälter würden es den Müllwerkern viel leichter machen. Noch müssen sie jeden schweren Sack per Hand in den Müllwagen schmeißen.

Stefan Fries

Herbert Rogalla (l.) und Andreas Neumann, Mitarbeiter des Baubetriebshofs, setzen auf die Tonne. Die Behälter würden es den Müllwerkern viel leichter machen. Noch müssen sie jeden schweren Sack per Hand in den Müllwagen schmeißen.

Mettmann. Tonne oder Sack? Diese Frage können ab dem 1. Januar 2012 alle Mettmanner selbst entscheiden. Die Stadt stellt ihren Bürgern ab dem kommenden Jahr frei, wie sie ihren Müll entsorgen wollen. Die Restmülltonne wird als zusätzliches Angebot des städtischen Baubetriebshofes zum Müllsack eingeführt.

„Wir stellen eine deutliche Tendenz zur Tonne fest.“

Wolfgang Orts, Abfallberater

Laut Kämmerer Reinhold Salewski, der für die wirtschaftlichen Betriebe der Stadt zuständig ist, gibt es in ganz Nordrhein-Westfalen nur noch zwei Städte, in denen der Restmüll in Säcke gestopft wird: Mettmann und Wülfrath. Doch anders als in Mettmann können die Wülfrather bereits zwischen Sack oder Tonne entscheiden. Aufgrund vieler Nachfragen nach einer Mülltonne im vergangenen Jahr geht die Stadtverwaltung davon aus, dass die Hälfte aller Haushalte ihren Müll in Zukunft über die Tonne entsorgen wird.

Besonders im Sommer klagten viele Mettmanner über den Gestank

Besonders in den Sommermonaten hatten viele Bürger über Geruchsbelästigungen durch den Müllsack im Keller, auf dem Balkon oder in der Wohnung geklagt. Zudem wurden Säcke am Straßenrand immer wieder von Tieren aufgerissen, die im Abfall nach Futter suchten und den Müll auf der Straße verteilten.

Versuche in der Vergangenheit, vom Sack auf die Tonne umzustellen, waren allesamt gescheitert. „Doch inzwischen stellen wir eine deutliche Tendenz für die Mülltonne fest“, sagt Mettmanns Abfallberater Wolfgang Orts. Deshalb wurde der Vorstoß der Verwaltung, das Serviceangebot um die Mülltonne zu erweitern, von der Politik getragen.

Neben den 60-Liter-Säcken wird die Mülltonne in den Größen 60, 120 und 240 Liter angeboten. Die Behälter unterschiedlicher Hersteller können bis Ende des Monats im Bürgerbüro an der Neanderstraße sowie auf dem Recyclinghof an der Hammerstraße begutachtet werden. Unterlagen über die Mülltonne können bei der Stadt angefordert werden, Bestellformulare gibt es auch im Internet auf der Internetseite der Stadt. Ab März können die Tonnen dann bestellt werden.

Die Mülltonne soll alle zwei Wochen geleert werden

„Rund 600 Grundstückseigentümer haben laut Abfallberater Orts schon Interesse an einer Mülltonne bekundet und um weitere Infos gebeten. Für die Tonne muss der Bürger nicht extra zahlen. „Er zahlt den Behälter über die Müllgebühr.“

Wer bisher 25 Restmüllsäcke als Jahresausstattung bekommen hat, bekommt dafür eine 60-Liter-Tonne, die dann aber nur noch im Rhythmus von 14 Tagen geleert wird. Doch schon heute stellen 70 Prozent aller Haushalte ihren Müllsack alle 14 Tage an die Straße. Dennoch muss der Müllwagen wöchentlich alle Abfuhrbezirke anfahren.

Orts: „Perspektivisch gesehen soll der Müll nur noch alle zwei Wochen abgefahren werden“, sagt Orts. Dadurch würden die Betriebskosten deutlich sinken. Und das käme wiederum dem Bürger zugute, der weniger für die Müllgebühr zahlen muss.

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