Die Zukunft des Gebäudes ist ungewiss. Bürgerverein wartet auf ein Signal der evangelischen Kirche.

Pläne
Die Kirche plant, das Gemeindehaus ab 2014 aufzugeben.

Die Kirche plant, das Gemeindehaus ab 2014 aufzugeben.

Stefan Fries

Die Kirche plant, das Gemeindehaus ab 2014 aufzugeben.

Mettmann. Ein Bürgerverein in der Warteschleife: In Obschwarzbach wartet man auf ein Signal der Evangelischen Kirchengemeinde. Der Bürgerverein will das von der Schließung bedrohte Gemeindehaus übernehmen. Ob und unter welchen Bedingungen das möglich wäre, steht nicht fest. „Die Kirche wollte sich melden. Darauf warten wir“, sagt Vorsitzender Kurt Lessing auf WZ-Nachfrage.

1600 Menschen leben in Obschwarzbach. Für sie ist das Gemeindehaus die einzige Versammlungsstätte in ihrem Wohnumfeld. Aus Kostengründen will sich die Evangelische Kirche aber von dem Gebäude trennen. Eine Überlegung, die Unruhe, aber auch Kampfbereitschaft auslöste.

Kirche sieht den Bürgerverein am Zug

Die Basis der Bürgervereins hatte in der Folge der Diskussion den eigenen Vorstand mit dem Auftrag ausgestattet, für den Erhalt des Hauses einzutreten. Mehr als 220 Obschwarzbacher hatten zudem ihre Bereitschaft erklärt, einem Trägerverein fürs Gemeindehaus beizutreten. Jedes Mitglied, so die Idee, zahlt einen Jahresbeitrag in Höhe von 30 Euro. Mit diesem Geld, aber auch mit einem städtischen Zuschuss, soll das Haus betrieben werden. „Von einem Kauf reden wir nicht“, sagt Lessing.

Ein Verkauf an einen Förder- oder Trägerverein ist auch aus Sicht der Kirchengemeinde kein Thema, wie Baukirchmeister Ottokar Iven der WZ sagt. Er sieht auch nicht die Kirche sondern den Bürgerverein am Zug: „Wir warten auf ein Konzept, wie die Stadt auch.“ Man habe ein eindeutiges Signal gegeben. „Nun ist der Bürgerverein gefordert“, sagt Iven.

Die Beschlusslage, betont Iven im Gespräch, sei eindeutig: „Die Kirche will das Gemeindehaus 2014 aufgeben. Und es soll an einen Trägerverein übergeben werden. Außerdem sind wir bereit, das Engagement ab 2015 ebenfalls mit 10 000 Euro zu bezuschussen. Gibt es die Übergabe nicht, werden wir das Haus verkaufen.“ Der Zuschuss der Kirchengemeinde sei wie der der Stadt natürlich an ein Konzept gekoppelt. „Und das müssen wir noch sehen“, sagt Iven.

Gegenüber der WZ deutete Lessing an, wie sich die Nutzung des Gemeindehauses unter der Führung eines Trägervereins darstellen könnte. Gruppen, die dort heute schon zusammenkommen, sollen gehalten, neue gewonnen werden. Das Haus könne Zentrum des Lebens im Stadtteil werden. „Ein echter Treffpunkt eben“, sagt Lessing. Darüber hinaus soll es auch Vermietungen geben.

15 000 Euro Betriebskosten müssen jährlich aufgebracht werden

Nach Auskunft der Kirchengemeinde sind für das Gemeindehaus im Jahr etwa 15 000 Euro an Betriebskosten aufzubringen. Rücklagen für Instandhaltung und Reparaturen müssen zudem geschaffen werden. Das muss im Konzept des Bürgervereins berücksichtigt werden. Lessing: „Die Bereitschaft in Obschwarzbach, sich einzubringen, ist groß.“ Aber: Wie ein Nutzungs- und Wirtschaftskonzept eines Trägervereins für das Gemeindehaus aussehen könnte? Dazu hatte im Herbst bereits die SPD etwas gesagt: Die Stadt müsse mit der Kirche und dem Bürgerverein ein tragfähiges Konzept für ein Bürgerzentrum entwickeln.

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