Magdalene Schwerter ist am 3. August 1911 auf die Welt gekommen. Sie lebt noch immer in ihrem Elternhaus am Markt.

Geburtstag
Magdalene Schwerter feierte gestern ihren 100. Geburtstag.

Magdalene Schwerter feierte gestern ihren 100. Geburtstag.

Stefan Fries

Magdalene Schwerter feierte gestern ihren 100. Geburtstag.

Mettmann. Eigentlich ist ihr „das große Tamtam“, das um ihren Ehrentag gemacht wird, gar nicht recht. Dann freut sich Magdalene Schwerter aber doch, als immer mehr Gäste kommen, die ihr gratulieren möchten. „Dass ich mal hundert Jahre alt werde, hätte ich wirklich nicht gedacht“, sagt die gebürtige Mettmannerin, die noch immer in ihrem Geburtshaus lebt.

Wünsche hat die Jubilarin nicht: „Ach – was soll ich mir denn noch groß wünschen? Ich bin ja eigentlich schon überfällig“, kommentiert sie augenzwinkernd ihren runden Geburtstag.

Am wohlsten fühlt sich Magdalene Schwerter im Kreise der Familie

Zunächst geht es in die Kirche, anschließend gibt es einen Sektempfang, zu dem sich neben der ganzen Familie und engen Freunden auch Bürgermeister Bernd Günther einfindet. Dann wird bei Häppchen gefeiert. „Walzer linksherum kann die Mutter nicht mehr tanzen, aber sie kommt noch sehr gut zurecht“, erklärt die einzige Tochter Hildegard. Am wohlsten fühlt sich Magdalene Schwerter im Kreise ihrer Lieben.

Gelegenheit, ihre komplette Familie zu sehen, hat sie oft – schließlich leben alle in Mettmann. Manchmal vermisst sie alte Freunde, so wie Schulfreundin Elisabeth, die im Seniorenstift lebt. „Früher haben wir in der Schulkirche gemeinsam vorgebetet und hinterher kam sie mit zu uns zum Frühstück.“

Natürlich erinnert sie sich lebhaft an ihre Kindheit „das war mal schön und mal nicht schön“, lacht sie. Als sie elf war, verstarb Vater Bernhard Bergemann, „das waren schwere Zeiten“, und „in den Ferien ging es zu Onkel Pastor“. Der Onkel hieß eigentlich Wilhelm. „Ab Erkelenz fuhren wir mit ihm im Pferdewagen bis Rath“, weiß sie noch heute.

Magdalene Schwerter hat eine große Familie, zu der unter anderem, Tochter Hildegard, die Enkel Berthold, Ursula, Christoph und José sowie die Urenkel Benedikt, Elisabeth, Julian, Lioba, Zeno und Ida gehören.

Von ihrer Mutter weiß Magdalene Schwerter, dass der 3. August 1911 ein „schrecklich heißer Tag“ war.

Das Geheimrezept ihres guten Aussehens ist ein „solides Leben und viel Arbeit“. Bis ins unglaubliche 82. Lebensjahr war sie im eigenen Geschäft, 1890 gegründet als Buchbinderei und heute ein Fachgeschäft für Lederwaren, berufstätig. Bis sie eines Tages verkündete: „Ab heute bin ich Rentnerin.“ Da kam sie dann „bloß noch aushilfsweise“.

Langweilig wurde es auch dann nicht. Mit Akribie und Freude widmete sich Magdalene Schwerter ihren liebsten Beschäftigungen, das Nähen und Sticken. „Plattstich, Kreuzstich – das Muster ist nicht schwer, sonst hätte ich’s ja nicht gekonnt“, erklärt sie bescheiden aufwändige Handarbeiten.

Was das angeht, wird die alte Dame dann doch etwas wehmütig. „Die Augen wollen nicht mehr so recht, ja, Lesen müsste man können.“ Vielleicht der einzige Wunsch, den sie hat. Mehr Platz für Wehmut gibt es bei Magdalene Schwerter aber nicht. Ihr weißes Haar hat sie sich extra legen lassen, und die Nägel sind für den großen Tag fachmännisch lackiert worden. „Und wenn alle Kinder da sind, dann bin ich glücklich.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer