Bürgermeister Bernd Günther weist die Kritik der Bürgervereine zurück und schlägt einen runden Tisch vor.

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Bürgermeister Bernd Günther will sich an seinen Taten messen lassen.

Bürgermeister Bernd Günther will sich an seinen Taten messen lassen.

Stefan Fries

Bürgermeister Bernd Günther will sich an seinen Taten messen lassen.

Mettmann. Mettmann braucht frische Ideen. Die Politik muss die Stadt schnell voranbringen. Das forderten die Aule Mettmanner, das Bürgerforum und die Bürgervereine Metzkausen und Obschwarzbach vor zwei Monaten in einem offenen Brief von Bürgermeister Bernd Günther.

"Es muss sich etwas tun in Mettmann", appellierten die Vereine an den Verwaltungschef, um der offenbar weit verbreiteten Ansicht, "das sich hier sowieso nichts tut", etwas entgegenzusetzen. Die WZ sprach mit dem Bürgermeister unter anderem darüber, wie er sich die Zukunft der Stadt und eine mögliche Bürgerbeteiligung vorstellt.

Es rumort in der Stadt. Viele Bürger haben den Glauben daran verloren, dass sich in Mettmann noch etwas tut. Was sagen Sie dazu?

Bernd Günther: Die Bürger sind zu ungeduldig. In Projekten wie der Bebauung am Stadtwald oder dem Bau der neuen Sportanlage gibt es Vorgaben, die eingehalten werden müssen. Etliches muss auch europaweit ausgeschrieben werden, und das dauert seine Zeit. Wir können nicht alles von heute auf morgen umsetzen. Soviel kann ich jetzt schon versprechen: Es wird ein heißer Herbst werden, in dem sich in Sachen Stadtwald, Sportanlage, Kö-Karree und Kö-Galerie etliches entscheiden wird.

Beklagt wird auch, dass es zu wenige Möglichkeiten zum Mitgestalten gibt.

Günther: Oft müssen sich erstmal Fachleute mit den Dingen auseinandersetzen, um zu entscheiden, was überhaupt geht. Die kennen sich mit den Möglichkeiten und den rechtlichen Belangen aus. Danach werden die Pläne öffentlich gemacht.

Aber oft sind die Projekte dann schon soweit fortgeschritten, dass der Vorwurf laut wird, man werde vor vollendete Tatsachen gestellt. Ist der Bürger eher Sand im Getriebe von Politik und Verwaltung?

Günther: Das sehe ich nicht so. Wenn wir wissen was geht, werden die Bürger in die Planungen einbezogen. Außerdem gibt es ja die Bürgermeistersprechstunden.

Das ist doch wohl eher eine Möglichkeit, private Sorgen loszuwerden. So eine Art "Mecker-Ecke" über nicht abgeholten Müll, oder verschmutze Wege.

Zu den donnerstags stattfindenden Sprechstunden ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon 980-100 oder unter buergermeister@mettmann.de.

Günther: Viele Bürger scheuen den Weg zur Sprechstunde ins Rathaus, aber prinzipiell kann dort alles angesprochen werden. Ich werde jetzt auch wieder regelmäßige Sprechstunden anbieten.

In der Vergangenheit wurde des öfteren der Vorwurf laut, sie seien als Bürgermeister nicht präsent genug und würden nicht schnell und deutlich genug zu wichtigen Themen Stellung beziehen. Wie gehen Sie damit um?

Günther: Mir ist es wichtiger, dass man mich an Taten misst. Ich möchte mich prinzipiell erst äußern, wenn ich eine Lösung parat habe. Ich bin kein Mensch, der heiße Luft produziert, und ich reagiere erst, wenn ich Fakten auf dem Tisch habe. Sonst mache ich mich unglaubwürdig.

Wie werden sie auf den offenen Brief der Bürgervereine reagieren?

Günther: Es wird ein Antwortschreiben geben, an dem ich noch formuliere. Grundsätzlich kann ich mir einen Runden Tisch vorstellen, der sich einmal in drei Monaten oder im Halbjahr trifft, um alles Wichtige zu besprechen.

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