Die WZ sprach mit Marktbeschickern, Kunden und Einzelhändlern in der Oberstadt.

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Der Samstagsmarkt wird wahrscheinlich auch in diesem Jahr nicht mehr in die Oberstadt zurückkehren. Denn dort werden in Kürze schon die Buden für den Blotschenmarkt aufgebaut. Archiv

Der Samstagsmarkt wird wahrscheinlich auch in diesem Jahr nicht mehr in die Oberstadt zurückkehren. Denn dort werden in Kürze schon die Buden für den Blotschenmarkt aufgebaut. Archiv

Leni Schulz und ihr Kollege Frank Tiepel zeigen mit ihrem Daumen nach oben: „Super, dass der Samstagsmarkt künftig auf Jubiläumsplatz abgehalten wird.“

Simone Bahrmann, Bild 1 von 2

Der Samstagsmarkt wird wahrscheinlich auch in diesem Jahr nicht mehr in die Oberstadt zurückkehren. Denn dort werden in Kürze schon die Buden für den Blotschenmarkt aufgebaut. Archiv

Mettmann. "So schlecht wie in diesem Jahr haben wir oben noch nie verkauft", sagt die Blumenhändlerin Leni Schulz. Mit oben meint die Düsseldorfer Marktfrau, deren Eltern schon 1952 nach Mettmann kamen, den Marktplatz rund um die Lambertuskirche. Leni Schulz ist heilfroh, dass der Ratsbeschluss, den Samstagsmarkt von der Oberstadt auf den Jubiläumsplatz zu verlegen, jetzt umgesetzt werden soll. Dazu muss der Rat in seiner Sitzung im Dezember nur noch die Marktsatzung ändern.

"Jetzt hat man wieder Lust, samstags nach Mettmann zu kommen."

Frank Tiepel, Obst- und Gemüsehändler aus Düsseldorf

Obst- und Gemüsehändler Frank Tiepel und seine Ehefrau Sonja sind regelrecht erleichtert. "Wir sind froh, dass die Stadt endlich aufgewacht ist. Die Entscheidung ist für die Stadt und für uns ein großer Vorteil."

Schon seit Jahren fordern die Marktbeschicker immer wieder eine Verlegung des Samstagsmarktes auf den Jubiläumsplatz. "Oben hatten wir zehn Prozent weniger Kunden als hier auf dem Jubi", sagt Sonja Tiepel. "Jetzt hat man wieder Lust, samstags nach Mettmann zu kommen", sagt ihr Mann, dessen Großmutter in den 50er-Jahren den Mettmanner Markt mit aufgebaut hatte.

"Hier ist es doch viel lebhafter als oben auf dem Markt", sagt Karsten Scheben. Der Essener verkauft schlesische Wurstspezialitäten. "Auf dem Jubiläumsplatz", sagt der Händler, "haben wir 30 Prozent mehr Umsatz."

"Die Verlegung wünschen wir uns ja schon lange", stimmt Obst- und Gemüsehändler Freddy Hilden, der seit 22 Jahren nach Mettmann kommt, in den Jubelgesang der Marktbeschicker mit ein. "Auch unsere Kunden sind froh. Gerade für ältere Menschen und Frauen mit Kinderwagen ist der Jubiläumsplatz ideal, um auf dem Wochenmarkt einzukaufen", sagt Hilden, der den Mittwochsmarkt in Mettmann einst mitaufgebaut hat.

Geteilte Meinung bei Gastwirten und Geschäftsinhabern in der Oberstadt

Aller Voraussicht nach wird der Samstagsmarkt bis Ende des Jahres (wegen des Auf- und Abbaus der Buden für den Blotschenmark) auf dem Jubiläumsplatz durchgeführt. Im Dezember wird der Rat die Marktsatzung zum 1. Januar 2011 ändern. Dann wird der Markt am Samstag nur noch auf dem Jubiläumsplatz abgehalten.

Für den Markthändler Stephan Jonas aus Wülfrath, der Leder- und Holzwaren sowie Schmuck verkauft, war Mettmann zumindest samstags ein rotes Tuch. "Oben macht man doch keinen Umsatz." Aber auf dem Jubiläumsplatz ist er mit dabei.

"Es haben schon viele Händler ihr Interesse bekundet, künftig samstags auf dem Jubiläumsplatz dabei sein zu wollen", sagt der städtische Marktmeister Markus Heisig.

"Ich wäre auch weithin in die Oberstadt zum Markt gegangenen. Da oben ist es doch sehr schön", sagt Gerlinde Schröder, die regelmäßig auf dem Wochenmarkt einkauft. Barbara Thorun begrüßt die Verlegung: "Gerade für viele ältere Menschen war der Weg hoch doch zu beschwerlich."

"Hier unten ist doch einfach mehr los. Sicher, oben ist die Atmosphäre schöner, aber auf dem Jubiläumsplatz ist es einfach praktischer. Denn hier sind ja auch gleich die Bushaltestellen", sagen Marlies Engels und Monika Ronneburger.

Aus Sicht von Inga Mehner, die in der Oberstadt den Laden Duo Unikat & Schmuck betreibt, ist der Fortzug des Marktes "eine Katastrophe". Sie ist gespannt, was sich die Politik einfallen lassen will, um die Oberstadt zu beleben. "Denn hier muss was passieren", sagt sie.

Christoph Schulze (Bergemann am Markt) ist über die Verlegung todtraurig. "Ich bin gespannt auf das Superprogramm von SPD und UBWG, die den Markt ja schon vor einem Jahr verlegten wollen."

Tanja Schmitz, die das Café am Markt führt, ist froh, dass der Markt weg ist. "Im Sommer haben die Markthändler mir immer den Platz vor dem Café zugestellt."

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