Der Mettmanner ist leidenschaftlicher Eisenbahn-Fan. Zu seinen Lieblingsthemen gehören die Mettmanner Tram und deren Hinterlassenschaften im Stadtgebiet.

wza_1498x1269_573933.jpeg
Uwe Dittmann legt einen Betonklotz am Hang der Bahnstraße frei: Es ist der Sockel eines ehemaligen Oberleitungsmastes der Mettmanner Straßenbahn.

Uwe Dittmann legt einen Betonklotz am Hang der Bahnstraße frei: Es ist der Sockel eines ehemaligen Oberleitungsmastes der Mettmanner Straßenbahn.

Stefan Fries

Uwe Dittmann legt einen Betonklotz am Hang der Bahnstraße frei: Es ist der Sockel eines ehemaligen Oberleitungsmastes der Mettmanner Straßenbahn.

Mettmann. "An manchen Stellen gibt es noch einige wenige Überreste", sagt Uwe Dittmann und streicht Büsche und Astwerk beiseite. "Dort zum Beispiel." Der 54-Jährige zeigt auf einen verwitterten, dunkelgrauen Betonklotz, der aus dem Erdreich lugt. "Der gehört zur Straßenbahn, die bis 1952 hier verkehrte. Das da ist der Sockel eines Oberleitungsmastes."

Kreis Mettmanner Straßenbahn weckt den Forscherdrang

Der Mettmanner muss es wissen. Schließlich ist Uwe Dittmann nicht nur leidenschaftlicher Eisenbahn-Fan und von daher an allem interessiert, was irgendwie mit Schienen zu tun hat. Obendrein gehört die frühere Kreis Mettmanner Straßenbahn GmbH zu seinen absoluten Steckenpferden.

Ein Hobby, das immer wieder den Forscherdrang in dem 54-Jährigen weckt. Denn bis heute hat die Tram zumindest vereinzelt ihre Spuren hinterlassen - und die wollen entdeckt werden. So liegt der Betonklotz zu Dittmanns Füßen direkt an der Bergstraße - allerdings gut versteckt am zugewucherten Hang zwischen der Einfahrt zum Regiobahnhof und der Überführung wenige Meter weiter talwärts. Im Vorbeigehen ist nichts zu erkennen.

"In der Innenstadt sind diese Spuren der Vergangenheit sogar noch an einigen Backsteinhäusern zu sehen", sagt Dittmann, der heute zwar in Hilden wohnt, seiner Heimatstadt aber nach wie vor eng verbunden ist. "Mancherorts ragen nämlich die Halterungen für die Oberleitungen aus der Fassade."

Der Bahndamm direkt an der B7 ist erst auf den zweiten Blick erkennbar

Der sichtbarste Beweis für die frühere Existenz der Straßenbahn ist natürlich der alte, restaurierte Triebwagen TW9 an der Königshofstraße. Das Museumsstück aus dem Jahr 1909 dient regelmäßig als Fotomotiv. Es gibt aber noch ein weiteres untrügliches Indiz - und zwar direkt an der B 7 zwischen Mettmann und Wülfrath. Auf einer Länge von etwa 200Metern zieht sich dort - einem römischen Limes gleich - ein Teilstück des alten Bahndamms hin. Obwohl nur 50Meter abseits der Bundesstraße gelegen, verschwimmt die alte Trasse mit den Feldern ringsum. Erst auf den zweiten Blick ist sie als von Menschenhand geschaffen zu erkennen.

Das Straßenbahnzeitalter begann in Mettmann vor genau 100Jahren. Am 19. Juli 1909 wurde die Verbindung Mettmann-Dornap-Vohwinkel mit dem Abzweig Dornap-Düssel-Wülfrath in Betrieb genommen. Am 16. September 1909 erfolgte die Verlängerung von Wülfrath bis Schlupkothen. Im Dezember des gleichen Jahres wurde die Verlängerung zum Bürgermeisteramt Hubbelrath in Metzkausen fertiggestellt. Später wurde das Schienennetz nach Düsseldorf und Wülfrath ausgebaut. Bis 1937 wurde sie von der Kreis Mettmanner Straßenbahn GmbH betrieben, am 1. April ’37 kaufte sie die Rheinische Bahngesellschaft AG auf.

Das Aus kam in den 1950er-Jahren, als zunehmend Autos das Straßenbild beherrschten undzudem der Busverkehr der SchieneKonkurrenz machte. Am 16.Mai 1952 wurde die Straßenbahn stillgelegt.

"Das ist schon aufregend", bestätigt Uwe Dittmann - und erweckt unweigerlich den Eindruck eines verkappten Archäologen auf Spurensuche. "Mit Sicherheit gibt es noch weitere Zeugen aus der Vergangenheit", ist er fest überzeugt. "Sie müssen eben nur entdeckt werden."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer