16 Geschäftsleute wollen mit weihnachtlicher Atmosphäre Kunden anlocken.

Mettmann. Nach dem kommenden Sonntag, dem Totensonntag, werden viele Geschäftsleute große Kerzen in ihre Schaufenster stellen.

Damit wollen sie nicht gegen die politische Entscheidung, den Samstagsmarkt von der Oberstadt auf den Jubiläumsplatz zu verlegen, protestieren. Vielmehr wollen sie eine schöne Atmosphäre schaffen. "Wir möchten eine weihnachtlich beleuchtete Oberstadt", sagt Maler und Raumausstatter Christian Schwarz.

"So lange wir zusammenhalten, geht es weiter."

Inga Mehner, Geschäftsinhaberin in der Oberstadt

An drei Abenden haben sich in den vergangenen Tagen Einzelhändler und Handwerker in der Werkstatt Paul Schollmeier an der Lutterbecker Straße getroffen und 70 Kerzen aus rot angemalten Plastikrohren mit Glühbirnen zusammengebaut.

Ziel ist es, dass künftig nicht nur in den Schaufenstern, sondern auf vielen Fensterbänken der alten Häuser in der Oberstadt Kerzen in der Weihnachtszeit leuchten. Nach den Vorstellungen von Christian Schwarz könnten es einmal 300 Stück werden. Schwarz: "Die Idee haben wir aus Münster. Dort werden die historischen Gebäude mit großen Kerzen beleuchtet."

16 Geschäftsleute und Handwerker der Oberstadt, die sich im Sommer zu einer Initiative zusammengetan haben und seitdem alle 14 Tage treffen, stecken nach dem Fortzug des Samstags-Marktes auf den Jubiläumsplatz keineswegs den Kopf in den Sand. "So lange wir zusammenhalten, geht es weiter", sagt Inga Mehner (Duo Unikat & Schmuck).

Der mittelalterliche Martinimarkt mit dem großen Martinszug rund um die St. Lambertuskirche wird von den Geschäftsleuten in der Oberstadt durchweg gelobt. Sie wünschen sich, dass die Veranstaltung wiederholt wird. Aber auch für den ersten Mettmanner Weinsommer auf dem Markt gibt es von den Einzelhändlern viel Lob: Fortsetzung erwünscht. "Wir brauchen hier so viele Veranstaltungen wie möglich", sagen die Geschäftsleute.

Dennoch sieht sie wie ihr Kollege Schwarz nun die Politik in Zugzwang, Pläne zu entwickeln, um die Mettmanner in die Oberstadt zu locken. "Ich bin schon gespannt, welche Ideen entwickelt werden", sagt Schwarz.

Elke Völz, die ein Perlengeschäft an der Schnittstelle von Oberstraße und Markt betreibt, wünscht sich, dass die Leerstände (ehemals Bäcker Jansen und die Kneipe an der Oberstraße) beseitigt werden.

Mit vielen kleinen Geschäften, "etwa einen Teeladen oder einem Geschäft, in dem es Wein und Pralinen gibt", sagt Elke Völz, würden ausgezeichnet in die Oberstadt passen.

Geschäftsleute wünschen sich einen "Frequenzbringer"

Alle Kollegen müssten dafür sorgen, dass die Geschäfte und Auslagen schön gestaltetet sind, sagt Anne Spiegelhalder, Apothekerin der Stern-Apotheke an der Lutterbecker Straße. Sie wünscht sich darüber hinaus Frequenzbringer für die Oberstadt, einen Bäcker oder einen Metzger, "wohin die Leute täglich kommen".

Aber auch Blumen Flüchter, einst auf der Oberstraße, sei ein richtiger Magnet für die Oberstadt gewesen. Anne Spiegelhalder: "So was brauchen wir hier."

"Das schöne Ambiente, die schöne Atmosphäre, das ist hier in der Oberstadt doch unsere Stärke", ist Gabi Zeller (Schollmeier) zuversichtlich, dass in der Oberstadt nicht die Lichter ausgehen.

"Mit vielen kleinen Schritten werden wir versuchen, etwas zu bewegen", sagt Inga Mehner. "Für das kommenden Jahr haben wir schon viele Ideen. Die verraten wir aber noch nicht."

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