Mehr als 400 Narren feierten, sangen und schunkelten in der Neandertalhalle.

Besser hätte die Stimmung in der Neandertalhalle gar nicht sein können.
Besser hätte die Stimmung in der Neandertalhalle gar nicht sein können.

Besser hätte die Stimmung in der Neandertalhalle gar nicht sein können.

Simone Bahrmann

Besser hätte die Stimmung in der Neandertalhalle gar nicht sein können.

Mettmann. Das Gerücht, Mettmann sei karnevalistisches Niemandsland, lässt sich seit Samstag nicht länger aufrecht erhalten. Das provokante Karnevalsmotto "Mettmann erwacht... aber wann?" hat zumindest in der Narrenwelt Wirkung gezeigt. Mehr als 400 Jecken feierten, sangen und schunkelten abends in der fast ausverkauften, bunt geschmückten Neandertalhalle bis weit in den Sonntagmorgen hinein.

"Die Stimmung is’ suppa", zeigte sich selbst Uwe Lack von der KGGrün-Weiß aus Ratingen vom Mettmanner Karneval angetan. Der rheinische Frohsinn steht den Mettmannern auch viel besser zu Gesicht als das eher brummige bergische Gemüt.

Einen Anlauf wollte Mettmann-Sport als Hauptorganisator der großen Karnevalsgala in diesem Jahr noch einmal unternehmen. Nachdem immer weniger Besucher kamen, hatte schon Peter Ratajczak, Chef der Werbegemeinschaft "Mettmann Impulse", als Organisator der Gala das Handtuch geworfen.

Durch den Einsatz von Bürgermeister Bodo Nowodworski fand sich mit Mettmann-Sport ein Verein, der die Gala fortführte - und nach Samstagabend sicher auch weiter fortführen wird. Denn so macht Karneval richtig Spaß.

"Der Elferrat muss runter und die Leute rauf auf die Bühne."

Uwe Lack, Mitglied der KG Grün-Weiß Ratingen

Und selbst Achim Pohlmann, karnevalistischer Entwicklungshelfer aus Ratingen, der alle sieben Karnevalsgala in Mettmann moderiert hat, war recht zufrieden: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Ich will jetzt aber noch nicht nicht behaupten, dass der Karneval in Mettmann angekommen ist."

Dass der Bürgermeister, verkleidet als Hochschulabsolvent der Uni Mettmann, für seine Verdienste um die Karnevalsgala nicht geehrt wurde, hat einige Gäste verwundert. Es war immerhin Nowodworskis letzter Gala-Besuch als Bürgermeister. Er tritt nicht mehr zur Wahl an.

Dafür wurden aber Achim Pohlmann (Moderation), Ilona Gobbetto (Trainerin der Tanzgarde KG Rot-Weiß Mettmann) und Uschi Tackenberg (Literatin, verantwortlich fürs Programm) mit Orden und Tusch als "Eltern dieser Veranstaltung" zu Recht ausgezeichnet.

Wie in den Vorjahren eröffnete das Ratinger Prinzenpaar die Gala und marschierte mit großen Gefolge durch die bunt-verkleidete Mettmanner Narrenschar. Prinzessin Gabriele I., die Samstag 33 Jahre alt wurde, brachten die Mettmanner Jecken ein Geburtstagsständchen. Von Prinz Jürgen I. bekam der Bürgermeister "mit dem schweren Nachnamen" dann doch noch einen Orden. Und als Nowodworski die Prinzessin dann viermal küsste, war der Prinz erst sprachlos: "In Ratingen bützen wir nur dreimal, aber ich glaube, viermal küssen, das importieren wir nach Ratingen."

Die Düsseldorfer Band "Alt Schuss" war der absolute Abräumer

Mit den Parodisten "Et Zweijestirn" forderte die ganze Halle Bahnchef Mehdorn zum Rücktritt auf. Nach dem Duo ging’s dann Schlag auf Schlag. Der absolute Abräumer des Abends war ohne Frage die Düsseldorfer Kultband "Alt Schuss", die nicht auf der Bühne, sondern auf der Tanzfläche loslegte. Die Musiker spielten zwischen und auf den Tischen - da hielt es keinen Jecken mehr auf seinem Stuhl.

Ob die Rosa Funken, eine Kölner Garde, die nur aus Schwulen besteht, die Funken- und Tanzgarde der KG Fiedele Geister Niederaußen, das Fanfarencorps Kaafsäck Eschweiler-Dürrwiß oder Seine Tollität "Luftflotte" aus Köln - in Mettmann stand alles auf der Bühne, was im Kölner und Düsseldorfer Karneval Rang und Namen hat.

Uschi Tackenberg sei Dank, die viele Gruppen schon seit Jahren kennt. Und sie hat auch schon fürs nächste Jahr das Programm für die neunte Karnevalsgala stehen: Manni, der Rocker, die Band Fetzer sowie die Blau-Gelben Funken aus Köln kommen mit über 100 Mann.

Besucher im hinteren Teil der Halle ärgerten sich, dass sie bei den Aufführungen auf der Tanzfläche nichts sehen konnten. Deshalb forderten der Ratinger Jeck Uwe Lack und der Cowboy Dirk Ohligschläger: "Der Elferrat muss runter und die Leute müssen rauf auf die Bühne."

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