Ein Gastspiel der Wuppertaler Bühnen könnte Auftakt einer Abo-Reihe werden.

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Das Wuppertaler Schauspielhaus führt im Februar des kommenden Jahres das Theaterstück "Eine Billion Dollar" in der Neandertalhalle auf.

Das Wuppertaler Schauspielhaus führt im Februar des kommenden Jahres das Theaterstück "Eine Billion Dollar" in der Neandertalhalle auf.

Schauspielhaus Wuppertal

Das Wuppertaler Schauspielhaus führt im Februar des kommenden Jahres das Theaterstück "Eine Billion Dollar" in der Neandertalhalle auf.

Mettmann. In Zeiten knapper Kassen macht es Sinn, enger zusammenzurücken. Weil es in Mettmann schon seit vielen Jahren kaum noch Geld für die Kultur gibt, und weil das Wuppertaler Schauspielhaus ums Überleben kämpft, kommt es zum kulturellen Schulterschluss zwischen Wupper und Mettmanner Bach. Aber auch die Aufgabe der Wülfrather Stadthalle spielt in dieser Inszenierung eine gewichtige Rolle. Dort hatte das Schauspielhaus immer wieder Stücke auf die Bühne gebracht.

"Eine Billion Dollar" wird im Februar in der Neandertalhalle aufgeführt

Jedenfalls ist Kulturamtsleiterin Marion Buschmann überglücklich, dass die Wuppertaler Bühnen die Mettmanner Neandertalhalle als neue Spielstätte entdeckt haben. Am 10. Februar wird "Eine Billion Dollar", ein Schauspiel nach dem Roman von Andreas Eschbach, aufgeführt. Mettmann muss für das Gastspiel nichts zahlen, "wir müssen nur die Stadthalle mit Personal zur Verfügung stellen", sagt Marion Buschmann. Damit nicht genug: Mettmann wird sogar noch mit 20 Prozent an den Einnahmen der Aufführung beteiligt.

"Das ist seit langem mal wieder professionelles Sprechtheater in der Neandertalhalle."

Marion Buschmann, Kulturamtsleiterin, über den bevorstehenden Auftritt der Wuppertaler Bühnen

Der Geschäftsführer und der Technische Bühnenleiter der Wuppertaler Bühnen höchstpersönlich haben die Stadthalle samt Bühnentechnik und Equipment in Augenschein genommen, "und waren beide recht angenehm von der Stadthalle überrascht", sagt Marion Buschmann. Aber auch der Theatersaal sowie das gesamte Ambiente der Neandertalhalle hielt den kritischen Augen der Theaterprofis stand.

"Mit dem Gastspiel des Wuppertaler Schauspielhauses wollen wir erst einmal einen Testballon starten und sehen, wie es angenommen wird", sagt Marion Buschmann. Sollte sich das Engagement für beide Seiten rechnen, möchte Marion Buschmann eine kleine Abo-Reihe mit dem Schauspielhaus vereinbaren.

Die Kulturamtsleiterin ist hoffnungsfroh, dass sich die Mettmanner auf das Wuppertaler Ensemble genauso freuen wie sie. "Das ist seit langem mal wieder professionelles Sprechtheater in Mettmann."

Für das kommende Jahr hat Kulturamtsleiterin Marion Buschmann schon viele Veranstaltungen in der Neandertalhalle gebucht: 9. Januar: Neujahrskonzert, 27. Januar Clownsferien (Kindertheater), 17. März: Moskauer Katzentheater (mit lebenden Katzen), 19. März: Ferrari Küsschen (turbulente A-capella-Show), 25. März: Benefizkonzert der Bundeswehr für den Lions Club, 8. April: Abschlusskonzert der Mettmanner Blueswoche (Top of the Crop), 10. April Kinderkonzert mit der Mettmanner Musikschule und der VHS, 8. Mai: Mettmanner Mai-Gala (Oper und Operette).

Ob es künftig wieder mehr Theater in Mettmann geben wird, hängt von den Mettmannern ab. In den vergangenen Jahren haben sie sich nicht gerade als große Kulturfreunde erweisen, die gern in Mettmann ins Theater gehen. Selbst Gastspiele von bekannten Größen wie Dieter Nuhr oder Herbert Knebel waren selten ausverkauft.

Marion Buschmann glaubt, dass das ewige Hin und Her um die Zukunft der Stadthalle (Verkauf, Abriss) die Lust der Mettmanner auf ihre grüne "Laubfroschoper" vermiest hat. Mit guten Veranstaltungen - und mit dem Wuppertaler Schauspielhaus - will sie versuchen, die Stadthalle kulturell zu beleben.

Nachdem inzwischen fest steht, dass in Wülfrath die Stadthalle abgerissen werden soll, und die Bürgerinitiative gegen den Abriss keine rechtlichen Schritte gegen diesen Beschluss einleiten will, will Marion Buschmann die Fühler in die Nachbarstadt ausstrecken. Sie will mit ihrem Amtskollegen über eine interkommunale Zusammenarbeit auf dem kulturellen Sektor sprechen.

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