Die Verwaltung führte viele Argumente für die Schließung der Kirchendelle auf.

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Knapp 100 Zuschauer verfolgten am Donnerstag die Diskussion um die Zukunft des Schulstandorts Kirchendeller Weg im Schulausschuss.

Knapp 100 Zuschauer verfolgten am Donnerstag die Diskussion um die Zukunft des Schulstandorts Kirchendeller Weg im Schulausschuss.

Simone Bahrmann

Knapp 100 Zuschauer verfolgten am Donnerstag die Diskussion um die Zukunft des Schulstandorts Kirchendeller Weg im Schulausschuss.

Mettmann. Die Stadtverwaltung hat am Donnerstgabend im Schulausschuss eine ellenlange Liste vorgelegt, die aus ihrer Sicht für die Schließung der Grundschule Kirchendeller Weg spricht.

Der gesamte Verwaltungsvorstand um Bürgermeister Bodo Nowodworski war in die Sitzung des Schulausschusses gekommen, um aufzuzeigen, dass die Aufgabe des Standorts Kirchendelle nach dem Brand des Verwaltungstraktes Sinn habe. Doch dafür gab es von den vielen Eltern im Zuschauerraum nur Buh-Rufe und ein gellendes Pfeiffkonzert.

Acht leere Klassenräume ab kommenden Jahr an den sechs Mettmanner Grundschulen, Betriebskosten von zuletzt knapp 95 000 Euro für die Grundschule Kirchendeller Weg, und der sanierungsbedürftige Zustand des gesamten Schulgebäudes sind nach Auffassung der Verwaltung gravierende Gründe, ernsthaft über die Aufgabe der Schule nachzudenken.

Unterfüttert wurde das Argument der Verwaltung auch noch mit Zahlen, wonach laut Statistik - wie Fachbereichsleiterin Astrid Hinterthür ausführte - bis zum Jahre 2025 die Zahl der Grundschüler deutlich zurückgehen werde.

Kämmerer Reinhold Salewski erklärte, dass die Stadt aufgrund der millionen-großen Haushaltslöcher in diesem und in den kommenden Jahren dringend neue Einsparpotenziale brauche. Die Aufgabe des Schulstandorts und der Verkauf des Grundstücks würden der Stadt rund 2,7 Millionen Euro bescheren.

Über die Mittelfreigabe für die Summe der Versicherung zum Wiederaufbau des Verwaltungsgebäudes der Grundschule Kirchendeller Weg (275 000 Euro) muss der Haupt- und Finanzausschuss in der Sitzung am 16. Juni um 17 Uhr im Rathaus, Neanderstraße 85, entscheiden.

Rückendeckung erhielt die Stadtverwaltung von Schulamtsdirektor Erhard Steinbrink vom Kreis Mettmann, der den baulichen Zustand der Schule Kirchendelle als "hart an der Grenze des Vertrebaren" bezeichnete. Zudem, so Steinbrink, seien immer neue Anforderungsprofile für kleine Schulen immer schwieriger zu handhaben. Deshalb seinen größere, dreizügige Schulen die Lösung für die Zukunft, sagte der Schulamtsdirektor.

Hanna Köster (Bündnis 90/Die Grünen) und Günter Brinkmann (FDP) sprachen sich für den Standort Kirchendelle und eine rasche Sanierung aus. Brinkmann: "Die Schule muss instand gesetzt werden und morgen muss mit den Reparaturarbeiten begonnen werden." Im Zuschauerraum brauste der Beifall der rund 100 Eltern auf.

Die CDU meldete viele Fragen an und forderte deshalb, eine endgültige Entscheidung in eine Sondersitzung des Schulausschusses vor der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zu verlegen. Was die SPD als Angst, eine Entscheidung zu treffen, interpretierte. Die Genossen haben sich längst positioniert und sich gegen den Standort Kirchendelle ausgesprochen.

Bis Redaktionsschluss war am Donnerstag im Schulausschuss keine Entscheidung gefallen.

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