Generalversammlung: Bei den St. Sebastianern ist niemand bereit, Verantwortung für den Verein zu übernehmen. Bei den Neuwahlen stellte sich niemand für einen Führungsposten zur Verfügung.

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So geschlossen wie die Offiziere der St. Sebastianus Schützenbruderschaft bei der Investitur auf dem Markt sind die Schützen längst nicht. (Archiv

So geschlossen wie die Offiziere der St. Sebastianus Schützenbruderschaft bei der Investitur auf dem Markt sind die Schützen längst nicht. (Archiv

Dirk Thomé

So geschlossen wie die Offiziere der St. Sebastianus Schützenbruderschaft bei der Investitur auf dem Markt sind die Schützen längst nicht. (Archiv

Mettmann. Das Theater in der St.Sebastianus Schützenbruderschaft geht weiter. Auf der Generalversammlung am Sonntag im Johanneshaus, die viereinhalb Stunden gedauert hat, stellte sich niemand für die Vereinsführung zur Verfügung. Geschäftführerin Cornelia Lanzmich (34), die in ihrem Amt bestätigt wurde, muss die Geschäfte der Bruderschaft so lange weiterführen, bis ein neuer Vorstand gefunden ist.

Die Brudermeister traten im vergangenen Jahr zurück

Auf der Mitgliederversammlung im November vergangenen Jahres waren der 1.Brudermeister Jürgen Markolf, der 2. Brudermeister Frank Schroeter und 3.Brudermeister Michael John von ihren Ämtern zurückgetreten. Uneinigkeit in der Geschäftsführung gaben die drei als Gründe für ihren "Rückzieher" an.

Entzündet hatte sich ein Streit innerhalb der Bruderschaft, weil es "Theater" zwischen dem Bürger-Schützen-Verein und den Sebastianern gegeben hatte. Beide Vereine richten seit 2004 gemeinsam die Johanniskirmes aus. Die Bürger-Schützen hatten sich mehrmals über das Verhalten des Oberst der Bruderschaft, Johannes Henning, beklagt, weil er ihnen als Ausrichter der Kirmes immer wieder in die Parade gefahren sein soll.

Der Oberst ist der höchste Repräsentant der Bruderschaft. In einem Brief an die Sebastianer brachten die Bürger-Schützen ihren Unmut zum Ausdruck und erklärten, mit Oberst Henning kein weiteres Schützenfest mehr ausrichten zu wollen.

Das löste in der Bruderschaft einen Sturm des Protests aus. Als 2. Brudermeister Frank Schroeter versuchte, zwischen den Fronten zu schlichten, wurde er aus den eigenen Reihen scharf attackiert. Er rede den Bürger-Schützen das Wort, wurde Schroeter kritisiert. Der erklärte deshalb seinen Rücktritt. Daraufhin reichten auch Jürgen Markolf und Michael John ihren Abschied aus dem Vorstand ein.

Damit nicht genug. Das Offiziercorps, dem Schroeter seit vielen Jahren angehörte, beschloss, ihn aus der Abteilung auszuschließen. Schroeter musste seinen schwarzen Offiziersrock ablegen. Die Amtszeit von Oberst Johannes Henning wird auf dem Titularfest der Bruderschaft am kommenden Samstag enden. Zum Nachfolger wurde Helmut Meyendriesch gewählt.

Das Theater in der Bruderschaft verfolgten die Bürger-Schützen mit Erstaunen. Doch sie mischten sich nicht in die Vereinsquerelen der Sebastianer ein, sondern erklärten, dass sie künftig nicht mehr mit der Bruderschaft die Kirmes ausrichten werden.

"Unser Verein ist einfach zu klein und viele unserer Mitglieder sind zu alt, um alle zwei Jahre die Kirmes zu organisieren", erklärte Elsbeth Meßing, die Präsidentin der Bürger-Schützen. Künftig werden also die Sebastianer die Innenstadtkirmes auf der Schwarzbachstraße allein ausrichten. Für die Johanniskirmes vom 26. bis 29. Juni hat Platzmeister Volker Stein schon fast alle Schausteller verpflichtet.

Ein Antrag der Jungschützen, dass Jugendliche ab 16 Jahren künftig stimmberechtigt sein sollen, ein Vorstandsamt aber erst mit 18Jahren übernehmen dürfen, stimmte die Versammlung zu.

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