St. Martin: Wachleiter Uwe Elker kann seine Beamten nicht mehr überall zur Sicherung abstellen.

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In der Innenstadt veranstaltet der Verein der Freunde des Martinszuges alljährlich einen Umzug.

In der Innenstadt veranstaltet der Verein der Freunde des Martinszuges alljährlich einen Umzug.

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In der Innenstadt veranstaltet der Verein der Freunde des Martinszuges alljährlich einen Umzug.

Mettmann. "Die Polizei ist ein Freund von Traditionen", sagt Mettmanns Polizeichef Uwe Elker. Dennoch hat eine Anfrage aus der Wache in Schulen und Kindergärten für Aufregung gesorgt. Elker fragt, ob es nicht Sinn macht, sich künftig auf ein oder zwei große Martinszüge in der Stadt zu konzentrieren.

Er fordert Schul- und Kindergartenleitungen sowie Eltern auf, darüber nachzudenken, ob kleinere Martinszüge zumindest so geändert werden könnten, dass gar keine Polizeibeamten mehr für die Begleitung notwendig würden.

Elker: "Auch unsere Ressourcen sind endlich." Fünf Bezirksbeamte der Mettmanner Wache stehen zur Verfügung. Bei den zwei großen Zügen in Metzkausen und in der Innenstadt "brauchen wir natürlich viel mehr Personal, um die Strecke abzusichern", sagt Elker, der als Wachbereichsleiter auch für Wülfrath und Haan zuständig ist. "Aber aus diesen Bereichen kann ich kein Personal abziehen. Dort ziehen ja zur gleichen Zeit die Züge."

"Können nicht Eltern die Sicherung des Zuges durchführen?"

Das Anspruchsdenken, dass an St. Martin alles so weitergehe wie bisher, sei nicht mehr zeitgemäß, gibt Elker zu bedenken. Deswegen habe er Schulen und Kindergärten frühzeitig informiert. "Damit genügend Zeit ist, zu überlegen, ob nicht Eltern die Zugsicherung übernehmen können, wenn keine gefährlichen Straßen überquert werden müssen."

Zwar sei die Polizei bemüht, "im Rahmen des Machbaren alles hinzubekommen, aber ohne Eigeninitiative sei das künftig nicht mehr zu leisten. Elker: "Wenn zwei Züge an einem Tag ziehen, bekommen ich schon Personalprobleme."

Alle Versuche in der Vergangenheit, Schulen und Kindergärten zu bewegen, auf einen eigenen Zug zu verzichten und mit den Kindern stattdessen am Zug in der Innenstadt oder in Metzkausen teilzunehmen, sind immer wieder gescheitert. Damals fürchtete, die Mitglieder des Vereins der Freunde des Martinzugs, dass ihre Veranstaltung keine Zukunft mehr werde, weil immer weniger Kinder kamen.

"Wir würden es sehr begrüßen, wenn es nur zwei große Züge in der Stadt und in Metzkausen geben würde. Wir machen das alles ehrenamtlich. Und es ist schon enttäuschend, wenn dann nur wenige Kinder zum Zug kommen", sagt Vereinsvorsitzender Christoph Schulze. "Früher bin ich auch mit meiner Klasse zum Zug in die Innenstadt gegangen."

Birgit Krohm, Lehrerin an der Grundschule Herrenhauser Straße mag gar nicht daran denken, dass der Zug an ihrer Schule nicht mehr durchgeführt werden könnte. "Das ist ein so großes und traditionell verankertes Ereignis, daran wollen wir festhalten", sagt sie.

Auf Polizeibegleitung ist die Schule, die den Martinszug zusammen mit der Bürgerkonferenz Mettmann-West auf die Beine stellt, angewiesen. Denn der Zug zieht von der Schule über den vielbefahrenen Düsselring ins Neubaugebiet Laubacher Feld. Neben den 380 Schulkindern gehen auch viele Kinder mit ihren Eltern und Freunden aus dem Neubaugebiet West mit.

"Vorbereitung und Organisation des Zuges machen wir", sagt Krohm, "da wäre es schön, wenn die Polizei auch künftig zwei Stunden Zeit für uns hätte."

Dass St. Martin nicht mehr durch Obschwarzbach zieht, kann sich auch Kurt Lessing, 1. Vorsitzender Bürgervereins Ob- und Niederschwarzbach nicht vorstellen. "Es macht doch keinen Sinn, die Kinder nach Mettmann zu fahren, sagt der Vorsitzende des Bürgervereins.

Der Zug muss weiter durch Obschwarzbach ziehen, fordert Lessing. In den Kindergärten beschäftigen sich die Elternräte mit dem Vorschlag der Polizei. Viele Eltern möchten jedoch, dass ihre Kinder auch künftig in kleinem Rahmen und in vertrauter Umgebung das Martinsfest erleben können.

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