Die Partei will Mitglieder und Bürger motivieren und die Oberstadt neu beleben.

Mettmann. Die CDU in Mettmann hat Probleme: Die Partei schafft es nicht mehr, die Bürger in wichtige politische Entscheidungsprozesse einzubinden und sie dafür zu interessieren, , sich für ihre Stadt zu engagieren.

"Wir brauchen irgendein Werkzeug, irgendeinen Mechanismus, mit dem wir es schaffen, die Menschen zu motivieren, wieder mitzumachen", sagte die Fraktionsvorsitzende Ute Stöcker am Mittwochabend auf dem CDU-Stadtparteitag.

Doch nicht nur bei den Bürgern, sondern auch in den eigenen Reihen hat die CDU-Spitze derzeit einen schweren Stand. Von den 180Mitgliedern, die in Mettmann noch dem CDU-Stadtverband angehören, kamen zum Parteitag in die Räume der Gesellschaft Verein zu Mettmann gerade einmal 30 Gäste - fast ausschließlich Funktionsträger, die ohnehin immer dabei sind.

Und so glich die Versammlung mehr einer größeren Fraktionssitzung als einem Parteitag. Woran es liegt? Stadtverbandsvorsitzender Christian Caspar weiß es nicht. Es herrscht Ratlosigkeit.

Vor einem Jahr - nach der bitteren Wahlschlappe der CDU bei der Kommunalwahl (minus 7,1 Prozent) - hatte Caspar erklärt, die Partei müsse stärker als bisher auf ihre Mitglieder und die Bürger zugehen. Doch die Umsetzung scheint bislang wenig erfolgreich verlaufen zu sein.

Den Parteitag der CDU hatte Stadtverbandsvorsitzender Christian Caspar unter das Motto "Mitgliederbeteiligung" gestellt. Die Basis sollte die Möglichkeit bekommen, Wünsche, Anregungen und Kritik los zu werden. Dafür wurden drei Foren mit Bürgermeister Bernd Günther (Kommunalpolitik), Marc Ratajczak (Landespolitik) und Michaela Noll (Bundespolitik) gebildet.

Weshalb auch Joachim Sander, der 36Jahre lang die Fraktion der Union geführt hatte, grantelte und eine Ursache für sich erkannt hat: "Viele lassen sich beim Bürger doch gar nicht mehr sehen." Die Partei müsse raus auf die Straße, um ihre Politik zu den Bürgern zu bringen und zu hören, was den Bürger bewegt. Und Volker Eicherts Empfehlung an die Parteispitze lautete: "Durch eine gute Politik kann man Bürger einbinden."

Bürgermeister Günther wünscht sich ein lebendiges Kneipenviertel

Was ihre 180 Mitglieder bewegt, erfuhren die Stadtverbands- und Fraktionsspitze am Mittwochabend jedenfalls nicht, denn sie waren nicht gekommen. Dabei wollte Caspar der Parteibasis die Möglichkeit einräumen, zu sagen, was sie bewegt, was sie angepackt wissen will.

Dennoch wurde in kleiner Runde beschlossen, dass nun versucht werden soll, mit den Bürgern, den Geschäftsleuten und Kneipen-Wirten ein Konzept für die Oberstadt zu entwickeln.

Nach dem einstimmigen Beschluss im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, den Samstagsmarkt auf den Jubiläumsplatz zu verlegen, "darf es nicht passieren, dass in der Oberstadt die Lichter ausgehen", sagte Bürgermeister Günther. Er wünscht sich dort ein lebendiges Kneipen- und Kunstviertel.

Was die Firma Schwarz oder Duo-Schmuck dort mit ihren offenen Werkstätten schon machten, sei vorbildlich. Aber auch der Antiquitätenladen von Jochen Sickelmann passe sehr gut in das Ambiente der historischen Oberstadt.

Marktstände sollten auf dem ganzen Fußgängerbereich stehen

Aber auch für den Samstagsmarkt auf dem Jubiläumsplatz müsse ein neues Konzept entwickelt werden, sagte Sander. Die Stände der Händler müssten im gesamten Fußgängerbereich aufgebaut werden, damit die ganze Innenstadt belebt wird.

"Und alle Veranstaltungen, die bislang auf dem Jubiläumsplatz durchgeführt wurden, sollten - wenn möglich - künftig auf dem Markt ausgerichtet werden.

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