Gut Meurersmorp feiert den 100. Geburtstag. Am Sonntag gibt’s ein Open-Air-Festival.

Hofchef Peter Drenker vor seinem Anwesen unterhalb der Düsseldorfer Straße. So wie auf dem Gemälde in seinen Händen sah es anno 1909 aus.
Hofchef Peter Drenker vor seinem Anwesen unterhalb der Düsseldorfer Straße. So wie auf dem Gemälde in seinen Händen sah es anno 1909 aus.

Hofchef Peter Drenker vor seinem Anwesen unterhalb der Düsseldorfer Straße. So wie auf dem Gemälde in seinen Händen sah es anno 1909 aus.

Simone Bahrmann

Hofchef Peter Drenker vor seinem Anwesen unterhalb der Düsseldorfer Straße. So wie auf dem Gemälde in seinen Händen sah es anno 1909 aus.

Mettmann. Es ist tragisch, wenn eine Ehe so kurz nach der Silberhochzeit in die Brüche geht. Und es ist besonders traurig, wenn keiner von beiden es wirklich wollte. Peter Drenker (58) ist seiner "Linda" immer treu gewesen - mehr als 25 Jahre lang. Er hat gekämpft, die endgültige Trennung noch herausgezögert und sich so richtig ins Zeug gelegt. Aber es war nichts mehr zu machen. Der Landwirtschaftsmeister muss sich von seiner großen Liebe verabschieden - die Kartoffel darf nicht mehr angebaut werden.

"Die Nachfolgerin heißt vermutlich Belinda", verrät er. Für seine Kunden sei es wichtig, dass der Name ähnlich klingt, glaubt Drenker. Zwischen den Zeilen klingt allerdings durch, dass es ihm selbst auch ganz gelegen kommt. Schließlich erinnert er sich an ein glückliches Vierteljahrhundert mit der leckeren Kartoffel, der er sein Herz und jede Menge Zeit geschenkt hat.

Eine Kindheit inmitten von Pferden, Schweinen und Kühen

"Aber Kartoffeln sind nicht alles", sagt der Landwirt, dem das Landleben im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt wurde. Er war gerade erst drei Monate alt, als ihm Großvater Gustav Drenker den Hof vererbte. "Er wollte wohl sicher sein, dass ich Gut Meuersmorp mal übernehme", vermutet der Landwirt.

An die Kindheit inmitten von Pferden, Schweinen und Kühen erinnert sich Peter Drenker noch genau. Ab und an wurde beim Kolonialwarenhändler eingekauft, allerdings nur das Nötigste. Butter und Sauerkraut wurde selbst gemacht, das Fleisch landete sofort in der hauseigenen Räucherkammer, und im Keller stand der Trockenofen für Obst. Die Tür zum Kuhstall führte direkt in die Küche, und der letzte Blick vor dem Schlafengehen galt immer den Tieren.

Auch die letzten Pferde Lisa, Ella und Max waren Peter Drenker damals ans Herz gewachsen. "Es waren keine Kaltblüter, aber wir haben sie trotzdem vor den Pflug gespannt", erinnert er sich heute. Zur Leidenschaft seien ihm die Tiere allerdings nie geworden, deshalb hat er die letzten Kühe abgeschafft, als er den Schulabschluss gerade in der Tasche hatte.

Das Hofjubiläum findet heute ab 18 Uhr auf Gut Meurersmorp, Meurersmorp 12, statt.

Für musikalische Stimmung sorgt Didi Diesel aus dem österreichischen St. Anton. "Der hat alles drauf", versichert Hofchef Peter Drenker. Außerdem kann mit dem Heißluftballon der Solinger Firma Skyballon mitgeflogen werden. Das kostet allerdings 180 Euro.

15 Euro

Von der "Grünen Kiste" am Straßenrand der Düsseldorfer Straße aus gibt es einen Bus-Shuttle zum Hof und zurück.

Beste Möglichkeit ist auf den Parkplätzen von Rewe und Aldi.

Die Arbeit auf dem Feld hat ihm dagegen schon immer gefallen. Nach ersten Liebeleien mit "Greta" und "Hansa" trat dann auch ziemlich schnell besagte "Linda" in sein Leben. Und auch sein erster Trecker MF 35 steht noch in der Scheune.

In einer Truhe von Drenkers Mutter schlummerten viele Schätzchen

Als Peter Drenker vor ein paar Wochen damit beginnen wollte, die Jubiläumsparty zum 100-jährigen Hofjubiläum zu planen (siehe Info-Kasten), fielen ihm noch alte Aufzeichnungen in die Hände. "In einer Truhe meiner Mutter, in die ich vorher nie geschaut hatte", gesteht er. Eine wahre Fundgrube, wie sich später herausstellen sollte.

Denn dort lagerten alte Dokumente über den Bau des Hofhauses vor 100 Jahren, den Großvater Gustav Drenker bis ins letzte Detail geplant hatte. Die Fliesen über dem Herd, die Hoftür aus amerikanischem Pitsch-Pin-Holz und die Räucherkammer: Für alles gab es genaue Anweisungen an den damaligen Mettmanner Bauunternehmer Gustav Köster. Und der hat offenbar Wertarbeit abgeliefert, denn dass meiste davon ist bis heute erhalten geblieben.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer