WZ-Gespräch: Ottokar Iven wäre gerne wieder stellvertretender Bürgermeister geworden. Doch die CDU plant mit einem FDP-Mann.

Ottokar Iven ist seit 1999 erster stellvertretender Bürgermeister Mettmanns.   (Archiv
Ottokar Iven ist seit 1999 erster stellvertretender Bürgermeister Mettmanns. (Archiv

Ottokar Iven ist seit 1999 erster stellvertretender Bürgermeister Mettmanns. (Archiv

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Ottokar Iven ist seit 1999 erster stellvertretender Bürgermeister Mettmanns. (Archiv

Mettmann. Dass er für den Liberalen Klaus Müller als künftigen stellvertretenden Bürgermeister Platz machen muss, hat den amtierenden ersten stellvertretenden Bürgermeister Ottokar Iven (68) schwer getroffen. Er hätte dieses Amt gerne noch weitere fünf Jahre ausgeübt. Doch die Parteispitze der Union hat sich gegen ihn und für den Fraktionsvorsitzenden der FDP ausgesprochen.

Entscheidung wurde kurz vor Weihnachten bekannt gegeben

Kurz vor Weihnachten hatten der CDU-Parteivorsitzende Christian Caspar und die FDP-Vorsitzende Andrea Metz auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mitgeteilt, dass die FDP keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl im Juni aufstellen, sondern Bernd Günther, den Kandidaten der CDU, unterstützen werde. Dieses politische Geschäft kam zustande, nachdem die CDU sich bereit erklärt hatte, auf das Amt des Bürgermeister-Stellvertreters zu verzichten.

Im Oktober hatte die Parteiführung mit Iven darüber gesprochen, dass das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters möglicherweise zur Disposition gestellt werde. "Mir wurde gesagt, dass das nicht ohne meine Zustimmung erfolgen werde", sagte Iven am Montag im WZ-Gespräch. "Ich habe dem nicht zugestimmt."

Die Entscheidung begründet Caspar jetzt damit, dass es nicht um Personen, sondern um zwei Wahlziele der CDU gehe: "Wir wollen Bernd Günther zum Bürgermeister machen und die größte Fraktion im Rat bleiben." "Ich bin es gewohnt, dass über Posten und Positionen gesprochen wird, wenn die Wahl gelaufen ist. Aber das scheint in dieser Partei jetzt anders zu sein", kritisiert Iven die Parteispitze.

Ob die FDP Ansprüche an die CDU gestellt hat, oder aber die Union den Liberalen dieses Angebot unterbreitet hat, weiß Iven nicht. Aber aus seiner Sicht wurde dieses Geschäft seitens der CDU ohne Not vereinbart. Iven: "Selbst wenn die FDP Klaus Müller zu ihrem Bürgermeisterkandidaten nominiert hätte, wäre er doch kaum gewählt worden. Und was ist, wenn die CDU die absolute Mehrheit im Rat bekommen sollte?"

Das Amt ist für ihn ein Ehrenamt

Ottokar Iven (68) ist seit 1972 Mitglied für die CDU im Stadtrat. Von 1969 bis 1972 war er sachkundiger Bürger für die Union. Von 1994 bis 1999 war er der letzte ehrenamtliche Bürgermeister Mettmanns. Seit 1999 ist Iven erster stellvertretender Bürgermeister.

Iven selbst hat das Amt des Bürgermeister-Stellvertreters immer als ein Ehrenamt verstanden. Inzwischen mehren sich laut Iven Stimmen, wonach dieses Amt auch als Versorgungsposten verstanden werden könnte. "Da bin ich vielleicht jemand, der ein anderes Verständnis von Moral und Anstand hat."

Dass ihn sein Parteivorsitzender dann auch noch zur gemeinsamen Pressekonferenz mit der FDP eingeladen hatte, versteht Iven überhaupt nicht: "Ich geh’ doch nicht zu meinem Abgesang und mach’ dann auch noch auf Schönwetter."

Dass die Partei ihn auf der Reserveliste zum Spitzenkandidaten gekürt habe, dann aber "abgemeiert habe", dafür hätten viele Menschen kein Verständnis", habe Iven in den letzten Tagen immer wieder zu hören bekommen. Für ihn steht außer Zweifel, dass seine zweite Niederlage in der Partei die gleich Handschrift wie vor zehn Jahren trägt.

Damals hatte sich ein Parteiflügel erfolgreich gegen Iven gestellt. Ihn hatte der Parteivorstand um den damaligen Unionschef Norbert Wehrhahn zum Bürgermeisterkandidaten der Mitgliederversammlung vorgeschlagen. Iven scheiterte. Und später die CDU mit ihrem Kandidaten Thomas Uhling.

Und wie geht es nun für ihn weiter. Iven: "Jetzt wollen wir erst mal abwarten, wie es läuft. Ich könnte mich ja nach der Wahl trotzdem als erster stellvertretender Bürgermeister bewerben. Bis dahin werde ich mich in meinem Wahlkreis tummeln und Wahlkampf machen."

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