SPD fordert die Verwaltung zum Handeln auf. Bürgermeister lädt zu Gesprächen ein.

Mettmann. Die Unternehmen in Mettmann sind mit dem Standort und der vorhandenen Infrastruktur recht zufrieden. Dies geht aus einer Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) hervor, an der mehr als 140 Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen teilgenommen haben. Der Wirtschaftsstandort wurde mit der Schulnote 2,7 und die Verkehrssituation mit 2,5 beurteilt.

Weniger positiv fiel dagegen das Urteil der Unternehmer zu den Standortkosten, der Standortattraktivität, zum Arbeitsmarkt und der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung aus. Besonders die Dauer von Genehmigungsverfahren wurde von vielen Unternehmen kritisiert. Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Mettmanns größter Arbeitgeber, Georg Fischer, musste zehneinhalb Wochen auf eine Baugenehmigung warten, bis die Stadt grünes Licht für die Umgestaltung des Eingangbereichs gab. "Wir wissen, dass wir Defizite haben. Wir versuchen, die Bürokratie abzubauen", hatte vor zwei Jahren der damalige Erste Beigeordnete Erik Werdel bei der Einweihung des neuen Haupteingangs, gesagt. Aber all zu viel ist seitdem offenbar nicht passiert.

Genossen bringen IHK-Studie auf die Tagesordnung des Rates

Nach der Kritik aus den Chefetagen der Unternehmen fordert die SPD die Verwaltung zum Handeln auf. "Welche konkreten Maßnahmen wird die Verwaltung unternehmen, um der kritischen Bewertung der Stadtverwaltung durch die Mettmanner Unternehmen entgegenzuwirken?", werden die Genossen den Bürgermeister und seine Verwaltungsmannschaft in der Ratssitzung am 15. Dezember (16 Uhr, Rathaus) fragen.

"Mit dem Umfrageergebnis können wir nicht zufrieden sein. Daran muss was getan werden", sagte Bürgermeister Bernd Günther am Montag im WZ-Gespräch. Die Industrie- und Handelskammer hat auf Wunsch des Bürgermeisters und der Wirtschaftsförderung die Firmen gebeten, mit der Verwaltung Kontakt aufzunehmen. "Es haben sich zwölf Unternehmen bereit erklärt, sich mit uns an einen Tisch zu setzen. Dann sollen alle Kritikpunkt auf den Tisch und wir werden dann sehen, wo wir etwas ändern, etwas verbessern können", sagte Günther. Er will die Bürokratie abbauen und sich dafür einsetzen, dass Verfahrensabläufe gestrafft werden.

Um unnötige Verzögerungen, die entstehen, wenn ein Bauherr nicht alle notwendigen Unterlagen einreicht, zu vermeiden, soll das Bauamt eine Checkliste für alle potenziellen Bauherren entwerfen. Bürgermeister Günther: "Aus welchen Gründen es auch immer in der Vergangenheit zu Verzögerungen gekommen ist, wir müssen versuchen, die Mängel abarbeiten." Zudem müsse die Kommunikation zwischen Rathaus und den Unternehmen verbessert werden, empfiehlt die IHK der Stadt

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