Leonie Rosslenbroich spricht über die Zeit, als noch große Stars in Mettmann gastierten.

Leonie Rosslenbroich blättert in einem Album, in das sie über Jahre Bilder der Stars eingeklebt hat, die auf der Bühne des Königshofs standen.
Leonie Rosslenbroich blättert in einem Album, in das sie über Jahre Bilder der Stars eingeklebt hat, die auf der Bühne des Königshofs standen.

Leonie Rosslenbroich blättert in einem Album, in das sie über Jahre Bilder der Stars eingeklebt hat, die auf der Bühne des Königshofs standen.

Leonie Rosslenbroich blättert in einem Album, in das sie über Jahre Bilder der Stars eingeklebt hat, die auf der Bühne des Königshofs standen.

Simone Bahrmann, Bild 1 von 2

Leonie Rosslenbroich blättert in einem Album, in das sie über Jahre Bilder der Stars eingeklebt hat, die auf der Bühne des Königshofs standen.

Mettmann. Als das Königshof-Theater vor 55 Jahren eröffnet wurde, war ganz Mettmann auf den Beinen. Der neue, prunkvolle Bau im Stil der 50er-Jahre stand den Theaterhäusern in Düsseldorf und Wuppertal in nichts nach.

Bauherr Hubert Rosslenbroich und Architekt Alfred Engelhardt mussten an diesem Tag viele Hände schütteln. 1000 Besucher erlebten eine glanzvolle Eröffnungsfeier im Mettmanner Musentempel, in dem Konzerte und Theaterstücke aufgeführt und Kinofilm abgespielt wurden.

Das erste Theaterstück, der erste Film, der erste Kuss im Dunkeln - viele Mettmanner verbinden mit dem Königshof ganz persönliche Erinnerungen.

Im Art-Werk an der Poststraße, das nur einen Steinwurf vom Königshof-Theater entfernt liegt, wird am Freitag eine Ausstellung eröffnet, die an die Geschichte des Hauses erinnert, in dem am 18. Oktober 1978 der letzte Kinofilm gezeigt wurde und vier Jahre später der Theatervorhang sich für immer schloss. Seitdem ist der Königshof in einen Dornröschenschlaf gefallen.

Wer wissen möchte, wie es in dem Theater aussieht, sollte Freitag um 19 Uhr auf die Poststraße kommen. Dann beginnt eine Führung durch das Haus. Danach wird um 19.30 Uhr die Ausstellung "Lichtspiele - 55Jahre Königshof-Theater" im Art-Werk eröffnet.

Alte Plakate, Autogrammkarten, Gästebücher und viele Requisiten aus dem Königshof werden ab Freitag im Art-Werk, Poststraße 7, ausgestellt. Die Ausstellung wird um 19.30 Uhr eröffnet.

Ab 19 Uhr besteht zuvor die Möglichkeit, das Königshof-Theater zu besichtigen.

Die WZ nimmt die Ausstellung zum Anlass, um über Menschen zu berichten, die mit dem Königshof-Theater eng verbunden waren. Filmvorführer Manfred von de Fenn kommt ebenso zu Wort wie Heinz Schiemann, der damalige Leiter des Mettmanner Kulturamtes.

Zum Auftakt haben wir aber mit der Grande Dame des Mettmanner Kinos, Leonie Rosslenbroich (89), gesprochen. Zum Königshof-Theater sagt sie noch heute: "Das war mein Leben".

Sie öffnete die Türen der Familie für Musiker und Schauspieler, es wurde Suppe gekocht, und im Gartenhaus hinter dem Theater an der Poststraße traf man sich in den Pausen zum Kaffee. "Das war sehr aufregend", erinnert sie sich.

Für die Wiener Sängerknaben die Kinderzimmer geräumt

Mit ihrem Mann Hubert war sie vor der Eröffnung nach Wuppertal gefahren, um sich ein Kleid für das große Ereignis zu kaufen. Es hängt noch heute im Kleiderschrank auf dem Dachboden.

"Sein Geschmack war ein bisschen extra." Sie meint das Faible ihres Mannes, seine Frau in eleganten Kleidern mit den passenden Schuhen sehen zu wollen.

Wovon andere Frauen träumen, gehörte bei den Rosslenbroichs zum Alltag. Der "Chef" ließ seine Frau nie allein durch die Modegeschäfte ziehen. Er ging immer mit, begutachtete die Garderobe mit kritischen Augen. Und er suchte sogar die roten Samtkleider für die Töchter aus, die sie bei der Premiere tragen mussten.

Romy Schneider, Ludwig Schock, Connie Froboes: Sie alle waren immer wieder im Königshof und bei den Rosslenbroichs im Wohnzimmer zu Gast. Für die Wiener Sängerknaben räumten die Töchter Margarethe Papenhoff und Gabriele Rosslenbroich sogar ihre Kinderzimmer.

Bei allen Theateraufführungen war Leonie Rosslenbroich immer dabei, ihr Platz war auf dem linken Seitenbalkon. Angesprochen auf ihre Erinnerungen an die letzten Tage des Königshofs sagt sie nichts. Sie weint.

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