Ein Kamera filmt zwei Männer, die 500 Zigarettenstangen stehlen. Binali Erdogan, der Kioskbetreiber, glaubt, dass es dieselben Täter wie im Dezember waren.

Binali Erdogan füllt Zigarettenregale auf. In der Nacht zu Mittwoch haben Einbrecher aus seinem Kiosk rund 500 Stangen Zigaretten gestohlen.
Binali Erdogan füllt Zigarettenregale auf. In der Nacht zu Mittwoch haben Einbrecher aus seinem Kiosk rund 500 Stangen Zigaretten gestohlen.

Binali Erdogan füllt Zigarettenregale auf. In der Nacht zu Mittwoch haben Einbrecher aus seinem Kiosk rund 500 Stangen Zigaretten gestohlen.

Simone Bahrmann

Binali Erdogan füllt Zigarettenregale auf. In der Nacht zu Mittwoch haben Einbrecher aus seinem Kiosk rund 500 Stangen Zigaretten gestohlen.

Mettmann. Binali Erdogan (42) ist niedergeschlagen. "Das macht keinen Spaß mehr." Er wirkt müde. Zeit zum Rasieren hatte er Mittwochmorgen nicht. Um 4.20Uhr hat ihn die Polizei aus dem Bett geklingelt. In den Kiosk auf dem Jubiläumsplatz, den der Türke seit vielen Jahren betreibt, ist in der Nacht zu Mittwoch eingebrochen worden. Es war der zweite Einbruch in fünf Wochen.

Ein Zeitungsbote alarmierte gegen 4 Uhr die Polizei

Ein Zeitungsbote hatte die Tat bemerkt und gegen 4 Uhr die Polizei alarmiert. Tatsächlich stellten Polizisten fest, dass eine der beiden Glasschiebetüren des Kiosks gewaltsam aus der Führungsschiene gedrückt worden waren. Zwei Täter hatten es auf Zigarettenstangen abgesehen.

Hinter der Ladentheke mit den Süßigkeiten sind die unteren Regalfächer leer geräumt. "So an die 500 Stangen dürften es gewesen sein", sagt Erdogan. Außerdem wurden 110 Euro Wechselgeld aus der Kasse gestohlen. "Nur gut, dass ich die Kasse aufgelassen habe. Beim letzten Einbruch haben sie die verschlossene Kasse demoliert."

Für Erdogan steht fest, dass es sich um ein und dieselben Täter handelte. Wie beim ersten Einbruch am 17. Dezember hat eine Kamera, die im Kiosk installiert ist, die Tat gefilmt. "Ein Täter hatte eine Kapuze auf. Aber den anderen hab’ ich sofort erkannt. Er hatte die gleichen blonden Haare wie einer der Täter, die im Dezember eingebrochen sind", sagt Erdogan.

Er hat sich angeschaut wie die Täter seinen Kiosk ausräumten. Inzwischen hat die Polizei die Aufnahmen. Die Männer sind seiner Schätzung nach zwischen 25 und 35 Jahre alt. Der Einbruch, schätzt Erdogan, hat sechs, sieben Minuten gedauert. "Die Zigarettenstangen haben sie in große karierte Basartaschen gesteckt."

Wie die Täter flüchteten, weiß die Polizei nicht

Nach dem ersten Einbruch in den Kiosk auf dem Jubiläumsplatz am 17. Dezember vergangenen Jahres verfolgt die Polizei noch keine heiße Spur. Die Qualität der Aufnahmen von den Tätern, die eine Überwachungskamera gemacht hatte, war laut Polizei schlecht. Hinweise zu beiden Einbrüchen nimmt die Polizei jederzeit unter der Telefonnummer 982-6310 entgegen.

Dass es sich um dieselben Täterwie im Dezember handelt, kann die Polizei noch nicht bestätigen. Auffällig sei, so Polizeisprecher Ulrich Löhe, dass die Einbrecher genau wie beim ersten Mal erst auftauchten, nachdem die druckfrischen Zeitungen vor dem Kiosk abgeliefert worden waren. Wie die Einbrecher verschwanden, weiß die Polizei nicht.

Während beim ersten Einbruch 600 Zigarettenstangen im Wert von rund 25 000 Euro gestohlen wurden, waren es diesmal rund 500 Stangen. Binali Erdogan hat den ganzen Morgen hin- und hertelefoniert. "Ich hab’ mit der Polizei, mit der Versicherung und dem Bauverein gesprochen."

Denn Erdogan ist Mieter der Immobilie auf dem Jubiläumsplatz, die dem Mettmanner Bauverein (MBV) gehört. "Vor die Eingangstür kommt jetzt ein Rollgitter. Die Kosten dafür übernimmt der Bauverein", sagt der Kioskbetreiber "Das kostet immerhin 2000 Euro." Das Fenster zur Toilette soll mit einem Gitter vor Einbrechern geschützt werden.

Den Schaden, der durch den Einbruch verursacht wurde, muss Erdogan nicht aus eigener Tasche bezahlen. "Als Kioskbetreiber hat man dafür eine spezielle Versicherung", sagt er. Seit 1996 betreibt Erdogan bereits einen Kiosk auf dem Jubiläumsplatz. Acht Jahre lang ist nie etwas passiert. Jetzt zwei Einbrüche kurz hintereinander. "Ich hab’ noch nicht mal den ersten richtig überwunden..."

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