Statt der geplanten 1,75 Millionen Euro kostet der Schul-Anbau 2,1 Millionen Euro. Wie die Mehrkosten gedeckt werden sollen, weiß die Stadtverwaltung noch nicht.

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Eine Computerzeichnung des Architekturbüros Kluger und Meerkamp zeigt den Erweiterungsbau zwischen dem Haupt- und Hofgebäude des Konrad-Heresbach-Gymnasiums. In dem zweigeschossigen Gebäude in Modulbauweise entstehen im Untergeschoss Mensa und Küche. Im Obergeschoss werden vier Klassenräume eingerichtet.

Eine Computerzeichnung des Architekturbüros Kluger und Meerkamp zeigt den Erweiterungsbau zwischen dem Haupt- und Hofgebäude des Konrad-Heresbach-Gymnasiums. In dem zweigeschossigen Gebäude in Modulbauweise entstehen im Untergeschoss Mensa und Küche. Im Obergeschoss werden vier Klassenräume eingerichtet.

Eine Computerzeichnung des Architekturbüros Kluger und Meerkamp zeigt den Erweiterungsbau zwischen dem Haupt- und Hofgebäude des Konrad-Heresbach-Gymnasiums. In dem zweigeschossigen Gebäude in Modulbauweise entstehen im Untergeschoss Mensa und Küche. Im Obergeschoss werden vier Klassenräume eingerichtet.

Mettmann. Der zweigeschossige Anbau zur Erweiterung des Konrad-Heresbach-Gymnasiums (KHG) wird um 350 000 Euro teurer als geplant. Im Juni des vergangenen Jahres hatte der Rat für den Anbau, in dem eine Mensa und Funktionsräume sowie vier Klassenzimmer untergebracht werden sollen, 1,75 Millionen Euro bereit gestellt.

Die Baumaßnahme wird nach neuesten Erkenntnissen 2,1 Millionen Euro kosten. Eine Deckung für die Mehrkosten hat die Stadtverwaltung bislang nicht gefunden.

Wenn nicht bald der Auftrag erteilt wird, verzögert sich der Umbau stark

Zwar könnte die Stadt die Kosten um rund 200 000 Euro senken, doch das würde zu höheren Aufwendungen für die Unterhaltung des Gebäudes führen. Kurt Werner Geschorec, Fachbereichsleiter Bau: "Das halte ich nicht für sinnvoll."

Die Aufträge für den Anbau müssen schnell erteilt werden, ansonsten könnte sich die Ausführung im schlechtesten Fall um ein Jahr verschieben, oder es müssten erhebliche Belästigungen und Gefährdungen durch die Baustelle auf dem Schulhof während des laufenden Schulbetriebs in Kauf genommen werden.

Die Aufträge können aber nur vergeben werden, wenn die Politik die überplanmäßigen Ausgaben bewilligt. Dafür wäre ein Ratsbeschluss notwendig. Da aber der Aufbau der Module für den Anbau in den Sommerferien erfolgen soll, um den Schulbetrieb so wenig wie möglich zu stören, muss vor der Ratssitzung am 13. Juni eine Entscheidung gefällt werden. "Wo wir das Geld hernehmen sollen, wissen wird noch nicht", so Geschorec.

Für 600 bis 700 Schüler wurde die Schule in den 60er-Jahren gebaut. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Schüler von 700 auf 1000 angewachsen. Der gute Ruf der Schule bescherte dem Konrad-Heresbach-Gymnasium (KHG) nicht nur einen ungeahnten Zulauf, sondern auch proppevolle Klassenzimmer. Deshalb klagen schon seit Jahren Eltern, Schüler und Lehrer über die drangvolle Enge in den Klassenzimmern. Besserung ist in Sicht: In den Sommerferien soll mit den Arbeiten für den Anbau begonnen werden.

Zu Verteuerung kommt es unter anderem durch den schlechten Bauuntergrund. Teilweise wurden bis zu knapp fünf Meter Aufschüttungen bei einer Untersuchung festgestellt. In anderen Bereichen wurden Betonplatten und Reste alter Bebauung entdeckt.

Geschorec: "Das muss beseitigt werden und eine Fundamentplatte für den Anbau gelegt werden." Dadurch muss eine Böschung zu einem Nachbargrundstück gesichert werden. Ein weiterer Kostenpunkt: Das Brandschutzkonzept stellt höhere Anforderungen an die tragenden Bauteile des Neubaus und an die Anschlüsse und Übergänge zum alten Gebäude, als dies in der Vorplanung erkennbar gewesen sei.

Damit nicht genug wurde erst während des Ausschreibungsverfahrens bekannt, dass die Autobahnabfahrt Mettmann in der geplanten Bauzeit gesperrt sein wird. Durch den veränderten Transportweg erhöhen sich die Kosten.

Auf der Route können nur kleinere Einheiten bewegt werden, was allein zu Mehrkosten von rund 30 000 Euro führt, weil der Montageaufwand größer wird. Außerdem ist der Stahlpreis seit Juni 2009 erheblich gestiegen, weil das Konjunkturpaket II der Bundesregierung in vielen Städten zu einem regelrechten Bauboom bei Modulgebäuden geführt hat.

Einsparungen ließen sich unter anderem bei der Fassade erzielen (85 000 Euro). Statt eines witterungsbeständigen, kratz- und schlagfesten Materials könnte ein kostengünstiger Putz auf die Fassade aufgebracht werden. Allerdings müsste die Fassade regelmäßig gestrichen werden und wäre weniger widerständsfähig gegen Beschädigungen.

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