Berufsschüler haben untersucht, wo junge Leute in Mettmann ihre Freizeit verbringen können. Heraus kam eine Mängelliste.

Claudia Schumann, Sabrina Henriß, Aline Küchenberg und Alicia Lemlijn (v.l.) bei der Präsentation ihres Projekts. Sie wünschen sich mehr Treffpunkte für Jugendliche – und mehr Mitspracherecht.
Claudia Schumann, Sabrina Henriß, Aline Küchenberg und Alicia Lemlijn (v.l.) bei der Präsentation ihres Projekts. Sie wünschen sich mehr Treffpunkte für Jugendliche – und mehr Mitspracherecht.

Claudia Schumann, Sabrina Henriß, Aline Küchenberg und Alicia Lemlijn (v.l.) bei der Präsentation ihres Projekts. Sie wünschen sich mehr Treffpunkte für Jugendliche – und mehr Mitspracherecht.

Stefan Fries

Claudia Schumann, Sabrina Henriß, Aline Küchenberg und Alicia Lemlijn (v.l.) bei der Präsentation ihres Projekts. Sie wünschen sich mehr Treffpunkte für Jugendliche – und mehr Mitspracherecht.

Mettmann. Mettmann - ein Treffpunkt für Jugendliche? "Na ja?! Es gibt in Mettmann keine richtigen Plätze für Jugendliche, auf denen sie sinnvoll ihre Freizeit gestalten können." Zu diesem Ergebnis kommen die Schüler der Klasse Höhere Handelsschule 208 des Berufskollegs Neandertal.

Sie haben die Jugendtauglichkeit Mettmanns einen Monat lang im Rahmen eines Projekts für die Bundeszentrale für Politische Bildung unter die Lupe genommen. Ihre Ergebnisse stellten die Schülerinnen Alicia Lemlijn, Claudia Schumann, Sabrina Henriß und Aline Küchenberg am Mittwoch  Bürgermeister Bernd Günther vor. Der zeigte sich von den Ergebnissen weniger begeistert als von der gelungenen Präsentation der jungen Damen.

Ein Jugendparlament soll den Kontakt zur Verwaltung ermöglichen

"Wir brauchen die Unterstützung und Impulse von Jugendlichen. Denn wir wissen nicht, wo sie der Schuh drückt, was sich Jugendliche in Mettmann wünschen", dankte Bürgermeister Günther der Klasse. Er möchte in Mettmann ein Jugendparlament etablieren, um so einen regelmäßigen Kontakt zwischen Verwaltung, Politik und Jugend zu installieren. An das Berufskolleg richtete er den Wunsch, solche Projekte weiter zu fördern.

Die Mängelliste, die von den Schülern nach einer Bestandsaufnahme aufgestellt wurde, ist beachtlich. Auf einigen städtischen Spielplätze seien die Spielgeräte verrostet und für Kinder teilweise gefährlich, dass dort ein Schild mit dem Hinweis "Betreten auf eigene Gefahr" aufgestellt werden müsste - wie auf dem Spielplatz an der Koenneckestraße.

Oft würden die Spielplätze als Treffpunkt von Jugendlichen missbraucht, die jede Menge Müll und zerstörte Spielgeräte zurücklassen. Dies, so argumentierten die Schüler, liege daran, dass es in Mettmann kaum öffentliche Plätze gebe, auf denen sich die Jugendlichen treffen könnten. "Und wenn wir uns mal irgendwo getroffen haben, wird schnell die Polizei gerufen, weil wir angeblich zu laut sind", sagte eine Schülerin.

Ein idealer öffentlicher Platz Treffpunkt für Jugendliche sollte nach Meinung der Schüler eine schöne Grünanlage haben, genügend Sitzmöglichkeiten bieten, gut erreichbar sein, vernünftige Spielgeräte für Kinder haben und regelmäßig gewartet werden.

Auch im Stadtwald neben der Skateranlage sei immer sofort die Polizei vorgefahren, "wenn wir da zu mehreren waren", so ein Schüler. Das Angebot an Diskos und Kneipen sei zu klein, die Fußballplätze "so verkommen, dass der Ball nicht einmal rollen kann".

Überhaupt, so kritisierten die Schüler, "wird für Jugendliche in Mettmann sehr wenig gemacht". Die Stadt sollte sich in anderen Städten Ideen holen, die für ihre jungen Bürger mehr machen. Es würden nur die Orte instand gehalten und gepflegt, die der Repräsentation der Stadt dienten. Aber keiner dieser Orte sei ausschließlich für Jugendliche als Treffpunkt gedacht.

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