Experten glauben nicht, dass das Ensemble in in der Oberstadt zu retten ist.

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Nach Auffassung der Denkmalschützer ist die Bausubstanz dieser Gebäude so schlecht, dass die Häuser nur noch rekonstruiert werden könnten.

Nach Auffassung der Denkmalschützer ist die Bausubstanz dieser Gebäude so schlecht, dass die Häuser nur noch rekonstruiert werden könnten.

Simone Bahrmann

Nach Auffassung der Denkmalschützer ist die Bausubstanz dieser Gebäude so schlecht, dass die Häuser nur noch rekonstruiert werden könnten.

Mettmann. Ein Stück Mettmanner Stadtgeschichte scheint wieder einmal unwiderrufbar verloren. Die alte Posthalterei an der Oberstraße (Haus Nummer 7) wird nicht in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen. Einen Denkmalwert für das Gebäude hat das Rheinische Amt für Denkmalpflege nicht feststellen können.

Der Zustand der hinteren Gebäudeteile sei so schlecht, dass bei einer notwendigen Sanierung etwa zwei Drittel der historischen Gebäudesubstanz erneuert werden müssten. Dies würde einer Rekonstruktion der Gebäude gleichkommen, denn der Komplex könnte nicht ohne Verlust seiner Identität und nahezu der gesamten Originalsubstanz erhalten werden, heißt es in der Begründung der Denkmalschützer. Die SPD hatte eine Prüfung der Denkmalwürdigkeit der ehemaligen Posthalterei beantragt.

Vor Jahren wollten Bürger einen Verein "Alte Posthalterei" gründen

Vor Jahren wollte Hans Günther Kampen mit Hilfe eines Fördervereins das historische Gebäude in der Oberstadt retten. Doch Eigentümer Jochen Sickelmann hatte abgewunken und erklärt, er wolle die Restaurierung lieber selbst durchführen. Er hätte sich auch bereit erklären müssen, zwei Gebäude der Anlage in einem Erbbaurecht für zehn Jahre an den Verein zu übertragen.

Die Posthalterei sollte nach den Vorstellungen Kampens für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im hinteren Bereich des Gebäudes, den ehemaligen Remisen, hätten eine Weinstube oder ein Café mit Außenwirtschaft eingerichtet werden können. Auch Bürgermeister Bodo Nowodworski hatte damals die volle Unterstützung der Stadt für den Erhalt der Poststation zugesichert.

"Ich bedauere, dass das historische Gebäude und damit seine uralte Geschichte dem Verfall preisgegeben ist", sagte Hans Günther Kampen am Montag im WZ-Gespräch. "Die Sanierung der Posthalterei wäre längst erledigt, wenn der Eigentümer damals eingewilligt hätte. Ich hatte Pläne und die entsprechenden Leute im Rücken, die mitgemacht hätten."

Das genaue Alter des Gebäudekomplexes ist nicht bekannt. Laut Unterer Denkmalbehörde kann davon ausgegangen werden, dass der hintere Teil bereits im 17. Jahrhundert existierte. Das Haus soll laut Heimatforscher Hütten einmal den Namen "Wappen von Amsterdam" getragen haben. Danach soll in dem Gebäude die Posthalterei untergebracht worden sein.

1748 hatte die Reichspost die Postverbindung Düsseldorf-Elberfeld über Mettmann eingerichtet. Auf der Hälfte der Wegstrecke wurden die Pferde in der Mettmanner Posthalterei ausgewechselt und die Reisenden konnten sich die Beine vertreten.

Kampen hatte sich vor Jahren schon vergeblich um den Erhalt des Hauses Hammerstraße6 bemüht. Das alte Fachwerkhaus war der letzte Teil der Anlage Gut Lutterbeck. Weil die Bausubstanz des Hauses so marode war, nachdem es viele Jahre leer gestanden hatte, wurde es abgerissen. Dort hat der Mettmanner Bauverein das Französische Haus gebaut.

Jochen Sickelmann, der Eigentümer der alten Posthalterei, sieht das alles ganz anders: "Zwei Drittel der Bausubstanz marode? Das kann gar nicht sein. Die haben die Gebäude nur von außen begutachtet." Er weist darauf hin, dass er noch alle Räume als Lager nutze. Es gebe zwar ein paar Balken, die ausgetauscht werden müssten, aber in seiner Grundsubstanz befänden sich die Gebäude nicht in einem so schlechten Zustand, wie vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege beurteilt.

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