Ali Kuran kam vor 40 Jahren aus der Türkei. Inzwischen sitzt er sogar im Mettmanner Stadtrat.

Ali Kuran geht gerne durch die Stadt. „Hier treffe ich Menschen, die ich kenne.“
Ali Kuran geht gerne durch die Stadt. „Hier treffe ich Menschen, die ich kenne.“

Ali Kuran geht gerne durch die Stadt. „Hier treffe ich Menschen, die ich kenne.“

Simone Bahrmann

Ali Kuran geht gerne durch die Stadt. „Hier treffe ich Menschen, die ich kenne.“

Mettmann. Ali Kuran (64) ist in Mettmann bekannt wie ein bunter Hund. Seit 1982 lebt er mit Ehefrau Semiha in der Wohnung des Mehrfamilienhauses an der Poststraße, in der ihn damals der Hausmeister nicht haben wollte. Weil er Türke war.

1998 tauschten die Kurans, zu der noch Sohn Serdar und Tochter Aylin gehören, die Pässe, wurden Deutsche. „Ich wollte, dass meine Kinder die gleichen Chancen wie deutsche Kinder haben“, sagt Kuran. Der Entschluss, in Mettmann zu bleiben, stand da längst fest.

Seit 1994 ist Kuran SPD-Mitglied. Die Sozial- und die Ausländerpolitik der Partei sprachen ihn schon in den 1980er-Jahren an. „Die SPD wollte Ausländern helfen, das fand ich gut.“

Kurz vor Weihnachten hat Kuran Stadtgeschichte geschrieben: Er rückte für die SPD als erster Moslem in den Stadtrat ein. Und zur Kommunalwahl im Mai tritt Kuran auch an.

Integrationspolitik beginne im Kindergarten. „Kleine Kinder kennen keine Nationalität und Religion. Sie wollen miteinander spielen. Aber auch Eltern haben die Chance, sich dort kennenzulernen und auszutauschen.“

Mit 14 Jahren von der Türkei nach Deutschland gezogen

Ali Kuran (64) kam 1982 nach Mettmann, arbeitete als Sozialarbeiter bei der Awo. Kuran gehörte zu den ersten Mitgliedern des Jugendvereins Atatürk Mettmann.

Eine politische Forderung Kurans ist das Wahlrecht bei Kommunalwahlen für alle ausländischen Mitbürger, die ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzen.

Kuran war 14 Jahre alt, als er mit seinen Eltern die Türkei verließ und in einem Dorf im hessischen Wetzlar landete. „Wir wurden herzlich aufgenommen, Menschen brachten uns Sachen, die sie nicht brauchten. Die Kinder wollten mit mir spielen“, sagt er. Diese positiven Erfahrungen als Ausländer in Deutschland haben sein Leben geprägt. Als Sozialarbeiter kümmerte er sich um Türken. Als Rentner arbeitet er ehrenamtlich für die Awo, hilft türkischen Familien, die mit ihren Kindern Probleme haben.

Mettmann bedeutet für Kuran Heimat. „Auch wenn mich die Leute fragen, was bei mir los ist, wenn in der Türkei was passiert. Dann frage ich immer: Bei mir auf der Poststraße? Nein, da ist nichts los.“ Umso mehr freute er sich, dass Helmut Kreil, Baas der „Aulen Mettmanner“, ihn fragte, wann er Mitglied werden wolle. „ Da fühle ich mich angenommen.“

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