Einzelhandel: Das Gerücht, dass Strauss Innovation Mettmann verlässt, wird nicht bestätigt. Aber das Modehaus Wilhelm schließt Ende Februar für immer die Türen.

Das Hoffstaedter-Haus soll am 20. Februar am Amtsgericht zwangsversteigert werden. Das Modegeschäft ist davon nicht betroffen.
Das Hoffstaedter-Haus soll am 20. Februar am Amtsgericht zwangsversteigert werden. Das Modegeschäft ist davon nicht betroffen.

Das Hoffstaedter-Haus soll am 20. Februar am Amtsgericht zwangsversteigert werden. Das Modegeschäft ist davon nicht betroffen.

Simone Bahrmann

Das Hoffstaedter-Haus soll am 20. Februar am Amtsgericht zwangsversteigert werden. Das Modegeschäft ist davon nicht betroffen.

Mettmann. Die Schließung von Hertie war natürlich auch am Donnerstag Stadtgespräch Nummer eins. Doch nicht nur über Hertie, sondern auch über weitere Geschäftsschließungen in der Stadt wurde auf der Straße gesprochen. Im Schlepptau der Hertie-Schließung tauchten auch die Namen Strauss und Hoffstaedter auf.

Doch sowohl Geschäftsmann Michael Hoffstaedter als auch Carsten Wesslowski, Leiter der Strauss Innovation-Filiale in der Neanderthal-Passage, erklärten, dass an diesen Gerüchten "überhaupt nichts dran ist".

Dagegen stimmt es, dass Alfred Wilhelm sein gleichnamiges Modehaus, das er seit fast 40 Jahren in der Freiheitstraße betreibt, Ende Februar für immer schließen wird. "Ich hab’ keinen Nachfolger gefunden", sagte gestern Wilhelm, der sich zur Ruhe setzen will.

"Das ist völliger Blödsinn."

Carsten Wesslowski, Filialleiter von Strauss Innovation, zu Schließungsgerüchten in der Stadt

Mit Bedauern und Entsetzen ist die Schließung von Hertie in der Politik aufgenommen worden. "Ich bedaure die Hertie-Entscheidung, die Mettmanner Filiale zu schließen, zutiefst. Im Zusammenhang mit der Ausschreibung des Königshof-Karrees eröffnet diese bedauerliche Entscheidung aber auch neue Perspektiven, deren Chancen man nun entschlossen nutzen muss", sagte CDU-Bürgermeisterkandidat Bernd Günther.

Die SPD fordert, dass die Verwaltung alles daran setzen muss, "um möglichst schnell einen neuen, attraktiven Anbieter für das Geschäftsgebäude zu finden", meinte Matthias Stascheit, der Bürgermeisterkandidat der Genossen.

Das Einstiegsgebot liegt bei 610 000 Euro

"Wir haben das Haus, als wir damals Insolvenz anmelden mussten, verloren", sagte Michael Hoffstaedter. Das Haus aus dem Jahre 1910 wird am 20. Februar am Mettmanner Amtsgericht zwangsversteigert - das Einstiegsgebot liegt bei 610 000 Euro. Hoffstaedter: "Wir sind zwar nicht mehr Hauseigentümer, aber ich hoffe, die Verkaufsräume weiter mieten zu können."

Nach der Insolvenz der M. Hoffstaedter GmbH & Co.KG im Dezember 2003 hatte Michael Hoffstaedter die Modehaus Hoffstaedter GmbH am 1. November 2004 neu gegründet. Im Frühjahr des gleichen Jahres hat Hoffstaedter die Herrenabteilung geschlossen. "Ein Geschäft in Mettmann auf einer Etage, das geht nicht", sagte Hoffstaedter, der in Haan, Wülfrath und Velbert weitere Geschäfte mit insgesamt 14 Angestellten betreibt.

Dass Hertie schließt, beurteilt der Geschäftsmann als "schwierig, denn Konkurrenz belebt das Geschäft". Hoffstaedter hat die Erfahrung gemacht, dass immer weniger Menschen Kleidung im Kaufhaus erwerben. "Entweder kaufen sie billig bei Aldi oder gehen in Geschäfte, die ein gewisses Ambiente bieten." Das Kö-Karree werde die Innenstadt nicht retten, "wenn sich die Verkehrssituation in Mettmann nicht endlich ändert", meint Hoffstaedter.

"Die Hertie-Schließung ist ein Hammer"

Für das rund 90 Quadratmeter große Ladenlokal des Modehauses Wilhelm gibt es nach Wissen von Alfred Wilhelm noch keinen Nachmieter. "Wir kriegen von unseren Kundinnen jeden Tag zu hören, dass wir doch weitermachen sollen", sagt Wilhelm, "denn sie wissen nicht, wo sie sonst Damenoberbekleidung in mittlerer Preislage kaufen sollen." Zur Hertie-Schließung sagt der Kaufmann kurz und knapp: "Das ist ein Hammer. Das reißt eine große Lücke."

Dass es immer wieder Gerüchte um Strauss gibt, lässt Filialleiter Wesslowski kalt. Erst ist in der vergangenen Woche musste er die städtische Wirtschaftsförderung, die in gleicher Angelegenheit angerufen hatte, beruhigen. "Wir schließen nicht und gehen nicht aus Mettmann weg. Das ist völliger Blödsinn."

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