Im Februar soll Hertie für immer schließen. Für viele Mettmanner Bürger ist das eine Katastrophe.

So trist wie die Fassade von Hertie aussieht, so trist ist es auch um die Zukunft des Gebäudes mit knapp 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche bestellt.
So trist wie die Fassade von Hertie aussieht, so trist ist es auch um die Zukunft des Gebäudes mit knapp 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche bestellt.

So trist wie die Fassade von Hertie aussieht, so trist ist es auch um die Zukunft des Gebäudes mit knapp 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche bestellt.

So trist wie die Fassade von Hertie aussieht, so trist ist es auch um die Zukunft des Gebäudes mit knapp 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche bestellt.

Mettmann. "Das ist ein schwarzer Tag für Mettmann." Die Schließung von Hertie hat bei Bürgermeister Bodo Nowodworski Ärger und Wut ausgelöst. "Und ein Gefühl der Ohnmacht." Er eilte Mittwochmorgen zu Michael Trojanowski, dem Hertie-Geschäftsführer, und telefonierte mit dem Hertie-Insolvenzverwalter.

 Nowodworski: "Die Gespräche boten wenig Raum für Optimismus. Besonders schlimm ist das natürlich für die Mitarbeiter. Sie verlieren ihren Arbeitsplatz." Laut Trojanowski sind noch 29 Mitarbeiter in Mettmann beschäftigt. Mehr wollte er zur Schließung nicht sagen. Auch Betriebsrätin Gabriele Wilhelms gab keine Auskunft: "Im Moment ist das alles noch zu früh."

Schon im Februar soll das Warenhaus geschlossen werden, erklärte am Mittwoch der Insolvenzverwalter der Hertie-Warenhauskette in Essen. Wie es dann weitergeht? "Wir müssen sehen, dass wir Interessenten für die Hertie-Immobilie finden, die zum Verkauf angeboten wird", sagte der Bürgermeister. "Ein Leerstand über einen längeren Zeitraum wäre für Mettmann fatal."

Was wird aus der Ausschreibung für das Königshof-Karree?

Ungewiss ist nun, ob die Investoren, die sich an der europaweiten Ausschreibung für das Königshof-Karree, die noch läuft, beworben haben, auch noch Interesse am Bau des Geschäfts- und Wohnquartiers haben, wenn sie erfahren, dass Hertie schließt. Nowodworski: "Da kommt eine Riesenaufgabe auf die Stadtzu."

"Das ist eine Katastrophe für Mettmann. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir den Niedergang der Einkaufsstadt Mettmann verhindern können", sagte Peter Ratajczak, der Chef der Werbegemeinschaft "Mettmann Impulse". Mit den Plus-Markt an der Blumenstraße und dem Lidl an der Seibelstraße werde noch mehr Kundschaft aus der Innenstadt abgezogen. "Wir müssen jetzt alle zusammenrufen, um zu gucken, wie es weitergehen kann."

"Die alten Leute wissen nicht, wo sie demnächst hingehen sollen"

"Das war doch von vornherein so geplant", meinte Jürgen Grewing, der bis August 2007 seinen Tabak- und Zeitschriftenhandel im Hertie-Haus hatte. "Ich bin heilfroh, dass ich da raus bin. Ich hoffe, dass dort wieder ein Warenhaus reinkommt und die Mitarbeiter übernommen werden", sagte der Geschäftsmann.

"Die alten Leute haben mich heute immer wieder gefragt, wo sie denn demnächst hin sollen", sagte Ingrid Matz, Verkäuferin der Land-Bäckerei im Hertie-Haus. Bevor Hertie schließt, wird die Filiale einer Solinger Bäckerei ins Arkadenhaus nebenan ziehen.

"Das ist für Mettmann eine Katastrophe. Dann kann man hier ja gar nichts mehr kaufen. Und die Rentner wissen nicht mehr, wohin", meinte Inge John.

"Bei Hertie konnte man immer sehr gut Dinge des täglichen Bedarfs kaufen", sagte Wolfgang Mense, der ehemalige Leiter der Grundschule Herrenhauser Straße. Mal gucken, was jetzt aus dem Kö-Karree wird", merkte der pensionierte Lehrer skeptisch an.

Marino Candido aus dem Eiscafé San Marion direkt neben Hertie hofft, dass die Immobilie nicht zu lange leer steht. "Natürlich mach’ ich mir Sorgen, dass ich künftig weniger Geld in der Kasse haben werde. Aber es hilft doch nichts, sich jetzt verrückt zu machen."

Momcilo Ignjatovic, Inhaber von Monschi’s Schuh- und Schlüsseldienst in den Arkaden, hofft, dass das Kaufhaus "schnell einen Nachfolger bekommt. Es soll schon zwei Interessenten geben", hat er von Hertie-Mitarbeitern aus der Verwaltung gehört. Das stete Bergab des Kaufhauses hat er hautnah miterlebt. "Früher war ich als Mister Minit bei Karstadt angestellt. Damals hatte das Haus 170Mitarbeiter. Jetzt sind es nicht mal mehr 30."

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