Zwei Frauen (29 und 42 Jahre) haben gedealt und müssen nun in den Entzug.

Mettmann. Eigentlich sei die Kammer für ihre strengen Strafen bekannt, sagte der Vorsitzende Richter Norbert Müller bevor er das Urteil gegen die beiden Angeklagten verkündete. Doch dieses Mal hatten er und seine Kammer Milde walten lassen.

Wegen unerlaubter Einfuhr von Drogen in nicht geringer Menge und Drogenhandels verurteilte das Wuppertaler Landgericht eine 29-jährige Frau aus Mettmann zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Ihre Komplizin (42) muss wegen der Beihilfe zur Drogeneinfuhr und zum -handel für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Gericht ordnete zudem für beide die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. "Das ist für Wuppertaler Verhältnisse sehr gut", so Müller.

Die Frauen hatten mit Drogen aus den Niederlanden gehandelt

Die Frauen hatten gestanden, von Ende März bis Ende Juni vergangenen Jahres Drogen aus den Niederlanden eingeführt und mit ihnen gehandelt zu haben. Die eigene Abhängigkeit sei dabei die Triebfeder der Taten gewesen, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung.

Rund 120 Konsumeinheiten Heroin hatten die Frauen, bei denen laut psychiatrischem Gutachter keine verminderte Schuldfähigkeit vorgelegen habe, in den Verkehr gebracht - eine der schlimmsten Drogen überhaupt, so Müller.

Dem Geständnis der Angeklagten hatte die Kammer besonders hohe Bedeutung zugemessen, auch weil sie mit den umfassenden Aussagen zur Aufklärung weiterer Drogen-Straftaten beigetragen hatten.

Das Urteil gegen die 29-Jährige ist bereits rechtskräftig, der Haftbefehl gegen sie wurde fallengelassen. Ob die 42-Jährige das Urteil akzeptiert, hat sie noch offen gelassen. Tritt das Urteil in Kraft, so muss sie damit rechnen, dass die Bewährung in einem anderen Drogenprozess zurückgenommen wird und auch diese Strafe verbüßt werden muss.

Die 29-Jährige, die bereits einen Entzug hinter sich hat und seit acht Monaten drogenfrei lebt, sei auf dem richtigen Weg, betonte Richter Norbert Müller. Mit professioneller Hilfe in einer Entziehungsanstalt solle sie jetzt so fit gemacht werden, dass sie dauerhaft den Drogen widerstehen könne.

Der Mann der 42-Jährigen war an einer Überdosis gestorben

Dem stehe die 42-Jährige noch deutlich hinterher. Sie hatte erst kürzlich schmerzlich erfahren müssen, wie gefährlich das Leben im Drogensumpf ist. Bei einer ungewollten Überdosis ist ihr Mann kurz vor Beginn einer Drogentherapie ums Leben gekommen.

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