Hans-Joachim Adelhöfer will die Laubfrosch-Oper mit Hotel und Hallenbad verbinden.

Mettmann. Für den symbolischen Preis von einem Euro würde der Mettmanner Hans-Joachim Adelhöfer (59) die Neandertalhalle zum 1. April 2010 kaufen und mit einer eigenen Mannschaft betreiben. Bis zu 800 Veranstaltungen könnten seiner Meinung nach pro Jahr in der Laubfrosch-Oper, wie der grüne Bau einst genannt wurde, über die Bühne gehen.

Das Haus, so Adelhöfers Idee, soll künftig auch Stadthalle für Wülfrath sein. Das Kaufangebot hat der Journalist und Kaufmann, der seit 1991 die Ticketzentrale in der Mühlenstraße betreibt, Bürgermeister Bernd Günther zukommen lassen.

Adelhöfer hatte 2007 schon einmal Kaufabsichten geäußert, als Stadt und Politik laut darüber nachdachten, die Neandertalhalle zu privatisieren, weil sie Jahr für Jahr Unsummen verschlingt. Kämmerer Reinhold Salewskis Äußerung, dass die Schließung der Halle nicht ausgeschlossen werden könnte, wenn die Stadt es nicht schafft, bis 2014 einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, hat Adelhöfer erneut auf den Plan gerufen.

Das Mehrgenerationen-Haus könnte einem Wellness-Hotel weichen

Darüber hinaus möchte der Kaufmann mit einem entsprechenden Partner das Mehrgenerationenhaus neben der Neandertalhalle abreißen lassen und dort ein Wellness- und Tagungshotel hochziehen. "In diesen Komplex könnte auch das Hallenbad eingebunden werden, das die Stadt an den künftigen Investor des Hotels abtreten sollte."

Die Stadt, glaubt Adelhöfer, könnte so den Zuschussbedarf für die Halle und das Bad sparen und hätte zwei potente Gewerbesteuerzahler. Es gebe in Deutschland zwei profitable Stadthallen. "In Neuss und in Rheine, jeweils in Kombination mit einem Hotel", sagt Adelhöfer.

Der Kaufpreis von einem Euro sollte sämtliche Einrichtungen der Stadthalle beinhalten, auch den Steinway-Flügel, heißt es im Kaufangebot an den Bürgermeister. Zudem müsste sich die Stadt verpflichten, die Räume für die Stadtbibliothek auf mindestens zehn Jahre anzumieten.

Zudem sollte die Stadt sich verpflichten, bis 2013 einen Teil des Zuschussbedarfs für die Stadthalle aus dem Jahr 2008 an Adelhöfer zu zahlen. "Ab dem Jahr 2014 führe ich die Halle ohne jeden Zuschuss." Das Hallenpersonal würde er übernehmen. "Sie sollten von der Stadt abgestellt werden und ich zahle die Kosten."

600.000 Euro würde Adelhöfer für einen Lastenaufzug, eine Podestanlage sowie Trennwände mit Schalldämmung für die Abteilung des Foyers selbst in die Halle investieren.

Adelhöfer: Vereine haben oberste Priorität

Der Hallennutzung durch Mettmanner und Wülfrather Vereine räumt Adelhöfer oberste Priorität ein. "Sie müssen günstigere Konditionen bekommen und müssen auch die Bewirtung selbst übernehmen können, wenn sie es wollen", sagt Adelhöfer. Dafür müsse dann auch die Küche im Restaurant zur Verfügung gestellt werden.

Damit die Wülfrather bequem zur Mettmanner Stadthalle kommen, könnte die Rheinbahn nach Meinung Adelhöfers für die Buslinie 746 (Velbert-Wülfrath-Mettmann-Stadtwald) eine Bedarfshalltestelle direkt an der Halle auf der Straße Am Königshof einrichten. Adelhöfer: "Der Bus bräuchte dann zwei Minuten länger bis zur Endstation an der Regiobahn."

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