Ungewöhnliches Anti-Aggressionstraining an Schulen.

Hund Paul zerrt an der Beißstange und lässt nur los, wenn die Kinder freundlich mit ihm sprechen. Herrchen Michael Friedrich überwacht die Übung.
Hund Paul zerrt an der Beißstange und lässt nur los, wenn die Kinder freundlich mit ihm sprechen. Herrchen Michael Friedrich überwacht die Übung.

Hund Paul zerrt an der Beißstange und lässt nur los, wenn die Kinder freundlich mit ihm sprechen. Herrchen Michael Friedrich überwacht die Übung.

Fries

Hund Paul zerrt an der Beißstange und lässt nur los, wenn die Kinder freundlich mit ihm sprechen. Herrchen Michael Friedrich überwacht die Übung.

Mettmann. Paul will den Nintendo nicht hergeben. Je mehr der Junge aus der fünften Klasse daran zerrt, desto stärker hält Paul ihn fest. "Versuch’ es doch mal mit einem freundlichen Wort", gibt Michael Fredrich einen eigentlich banalen Tipp, der aber sofort Wirkung zeigt.

Der Fünftklässler ist verblüfft, als er den Nintendo plötzlich in der Hand hat, ebenso die elf anderen Kinder in der Hausaufgabenbetreuung des Heinrich-Heine-Gymnasiums: Denn Paul ist ein australischer Schäferhund und der Nintendo in diesem Fall eine Beißstange.

Im Rahmen eines Coolness- und Anti-Aggressionstrainings hat Michael Fredrich gerade den Kindern auf spielerische Weise mehr vermittelt, als er es in einem einstündigen Vortrag vermocht hätte.

Dieses "Training" führt Fredrich nicht nur am HHG durch, sondern auch an anderen Schulen, in denen die Diakonie die Ogata betreibt: an der Astrid-Lindgren- an der Ottfried-Preußler-/Erich-Kästner-Schule sowie an der Schule Herrenhauser Straße.

Mit 13000 Euro aus Spenden finanziert die Diakonie seit einigen Wochen solche Projekte an den Schulen. Und Regionalleiter Michael Reichelt ist von der Arbeit mit Paul besonders angetan: "Der Hund gibt ein direktes Feedback, er spiegelt jede Reaktion der Kinder sofort wider."

Diakonie-Mitarbeiter Fredrich versucht derweil, schüchterne Zeitgenossen aus der Reserve zu locken.

Spielerisch wird geübt, eine klare Ansage zu machen: "Zeig’ dem Hund, was du willst!" Als es dann um Regeln geht, wie man in der Klasse besser miteinander umgehen kann, sprudelt es aus den Kindern heraus: niemanden auslachen, höflich sein, zuhören, ausreden lassen, niemanden beleidigen.

"Eigentlich alles ganz normal", findet ein Sechstklässler verblüfft. Und Peter Dach, stellvertretender Schulleiter, merkt als Beobachter an: "Das ist nachhaltiger als mancher Unterricht - und würde auch manchen Eltern guttun."

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