Diakon Gerhard Rust hat seine Arbeit als Nachfolger von Michael Anhut angetreten.

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Ein Mann, der Ruhe ausstrahlt. Gerhard Rust ist der neue Diakon im Pfarrverband Mettmann.

Ein Mann, der Ruhe ausstrahlt. Gerhard Rust ist der neue Diakon im Pfarrverband Mettmann.

Simone Bahrmann

Ein Mann, der Ruhe ausstrahlt. Gerhard Rust ist der neue Diakon im Pfarrverband Mettmann.

Mettmann. "An Mettmann bin ich früher merkwürdiger Weise immer herumgefahren." Diakon Gerhard Rust (56), waschechter Düsseldorfer, ist seit dem 15. August als Nachfolger von Diakon Michael Anhut im Pfarrverband Mettmann im Einsatz. Bis er die Dienstwohnung seines Vorgängers am Gartenkampsweg in Metzkausen beziehen kann, wird noch viel Wasser den Rhein hinunterfließen. "Vor dem Jahreswechsel wird’s vermutlich nichts mit dem Umzug", sagt Rust. Anhut konnte noch nicht an seine neue Wirkungsstätte ziehen, weil die Wohnung im Wülfrather Ortsteil Düssel umgebaut wird. Bis dahin muss Rust jeden Tag auf seinem Weg von Neuss nach Mettmann über den Rhein fahren. Und abends wieder zurück.

"Der Glaube ist ein Geschenk, ohne das man nicht leben kann."

Gerhard Rust, Diakon

Der hoch aufgeschossene Seelsorger war 17 Jahre lang in der Neusser Innenstadt tätig. Kurz vor Weihnachten erfuhr Rust im vergangenen Jahr vom Bischof, dass er versetzt wird. "Ich dachte, ich bekomme eine Stelle im Stadtdekanat Düsseldorf." Doch es wurde Mettmann. Rust: "Meine Frau und ich haben uns ins Auto gesetzt, sind nach Mettmann gefahren und haben gedacht, auch nicht schlecht."

Doch die ersten Eindrücke hat er nach einigen Wochen in Mettmann etwas relativiert. "Ich bin doch ein bisschen von der Kreisstadt enttäuscht. Vor allem, was die Infrastruktur und die Geschäfte angeht." Doch im Kern sei die Stadt, vor allem die Obersstadt, sehr schön.

Die Namen von Straßen und Menschen haben sich dem neuen Seelsorger, der ruhig und friedvoll wirkt, noch nicht eingeprägt. "Ich habe in den vergangenen Wochen versucht, mir einen Überblick zu verschaffen." Doch ein Pfarrverband mit drei Gemeinden, vier Kirchen und mehr als 13 000 Gemeindemitgliedern erfordert Zeit. "Ich habe mir zum Ziel gesetzt, in einem Jahr möglichst viele Einrichtungen und Menschen kennenzulernen." Unterschiede zwischen den Rheinländern und den Niederbergischen hat der neue Diakon nicht ausgemacht. "Gibt es den Mettmanner überhaupt noch?"

Unterschiede zwischen Rheinland und Bergischem Land

Unterschiede hat der Seelsorger zwischen dem katholisch geprägtem Neuss und dem protestantisch geprägten Bergischen Land festgestellt. "In der Friedhofskapelle gibt es katholische und evangelische Gesangsbücher. Das gibt es in Neuss nicht." Für den Kirchenmann ein Hinweis darauf, dass die Ökumene in Mettmann stärker ausgeprägt ist als jenseits des Rheins. "Gut, dass man versucht, das Gemeinsame immer wieder auf den Punkt zu bringen", meint Diakon Rust.

Gerhard Rust wurde vor 56 Jahren in Düsseldorf geboren. Er ist seit 1972 verheiratet und hat zwei Kinder. Sohn Martin ist 24 Jahre alt und Tochter Stephanie 28 Jahre. Nach der Schule machte Rust eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Mit 36 Jahren fasste er den Entschluss, Seelsorger zu werden. Nach einer siebenjährigen Ausbildung wurde Rust 1988 im Kölner Dom zum Diakon geweiht. Nach 17 Jahren in Neuss wurde Diakon Rust zum 15. August als Nachfolger von Diakon Anhut in den Pfarrverband Mettmann versetzt.

Im Jahre 1988 wurde Gerhard Rust im Kölner Dom zum Diakon geweiht. Der Wunsch, sich über die ehrenamtliche Mitarbeit hinaus stärker in die Kirche einzubringen, fasste Rust, "als wir die Familienplanung abgeschlossen hatten". Der Bankkaufmann lernte sieben Jahre lang in seiner Freizeit, abends und am Wochenende, für seine neue Berufung. "Man kann nicht von einem Ruf Gottes sprechen, aber es gab schon einen Anruf", sagt Rust zu seiner beruflichen Umorientierung. Die Krawatte des Bankers tauschte er nach der Weihe mit dem kleinen Kreuz ein, das er nun am Revers seines Jackets trägt. Rust möchte missionieren, "aber nicht mit dem Kreuz voran, sondern in der Begegnung". Die Wichtigkeit des Glaubens möchte er den Menschen deutlich machen. "Der Glaube ist ein Geschenk, ohne das man nicht leben kann", sagt der Seelsorger.

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