Bei einem Rundgang mit der WZ zeigt Thomas Dinkelmann die hässlichsten Gebäude der Stadt.

Mettmann. Bausünden, schlechte Architektur, lieblos gestaltete Pflasterung: Es gibt einiges, an dem sich in der Mettmanner Innenstadt schon seit langem die Geister scheiden. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Dass die Grenzen des guten Geschmacks hier und die längst überschritten sind, glaubt Thomas Dinkelmann.

Bei einem Spaziergang mit der WZ zeigte der zweite Vorsitzende des Mettmanner Bürgerforums, auf, was plan- und konzeptlos aus dem Boden gestampft wurde, ohne auf eine Gesamtästhetik zu achten. Aber natürlich gibt es auch in Mettmann Ecken, an denen nach Meinung Dinkelmanns Stadtplanung gut umgesetzt wurde.

Los geht es am Jubiläumsplatz, der längst den Status habe, Bausünde Nummer eins in Mettmann zu sein, so Dinkelmann. "Das ist ein Sammelsurium an Scheußlichkeiten. Die Architektur passt überhaupt nicht zusammen", lässt Dinkelmann seinen Blick von der Kreissparkasse über das Victoria-Gebäude bis hin zur Neandertal-Passage gleiten. Lässt man die Eindrücke auf sich wirken, stellt sich wahrlich kein gutes Gefühl ein. Die Kirchtürme von St. Lambertus ragen verloren über das architektonisch wenig reizvolle Gebäude der Kreissparkasse hinweg. Der Rest wirkt unruhig, überladen und ohne wirklichen Blickfang.

Am Marktplatz gibt es architektonische Lichtblicke

Schaut man hingegen auf den Marktplatz, so findet man dort so einiges, was Dinkelmann als gelungen bezeichnen würde. Altes Fachwerk, liebevolle Details, ein einladendes Ambiente - so könnte es weitergehen. Tut es aber nicht, wenn man den Weg über die Bismarckstraße wählt. Dort fällt vor allem eines ins Auge: Alte Häuser, die im oberen Teil stilgerecht erhalten und im Erdgeschoss als Ladenlokale modernisiert wurden. Dass es besser geht, zeigt sich nach Ansicht von Dinkelmann am Haus der Familie Kortenhaus an der Johannes-Flintrop-Straße. Auch dort haben die Eigentümer die Fassade neu gestaltet - mit Sensibilität und Gefühl für die Architektur, findet Dinkelmann.

Für gelungen hält er auch den Neubau des "schiefen Hauses" des Mettmanner Bauvereins (MBV) vor der ebenfalls vom Bauverein aufwändig restaurierten alten Burberg-Fabrik an der Breite Straße. Dinkelmann: "Da hat der Bauverein zwei gute Lösungen gefunden."

Er selbst hat sich bereits mit dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege in Verbindung gesetzt. Als Grundlage für zukünftige Gespräche dient die Denkmalliste des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege, in die in den 1980er-Jahren diverse Gebäude aufgenommen wurden. "Seitdem ist nichts hinzu gekommen. Viele erhaltenswerte Bauwerke wie die Musikschule, das Weiße Haus der Italienischen Mission an der Düsseldorfer oder die Wolters-Villa an der Goethestraße könnten einfach abgerissen werden", befürchtet Dinkelmann.

Mit Unterstützung des Bürgerforums will er sich deshalb intensiv mit diesen Dingen befassen und hofft, dass sich auch immer mehr Mettmanner in die Diskussion um das Thema Stadtästhetik einbringen. Was soll erhalten werden? Welchen architektonischen Leitlinien sollte die Stadtentwicklung zukünftig folgen? All das sind Fragen, die nach Ansicht des Bürgerforums auf die Tagesordnung städtischer Planungen gehören. Das Kostenargument lässt Dinkelmann übrigens nicht gelten: "Wenn die Stadt alte Gebäude nicht erhalten kann, sollte man sie verkaufen, damit sich ein neuer Eigentümer um den Erhalt kümmern kann."

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