Stadtteil Bürgerverein Ob- und Niederschwarzbach will das evangelische Gemeindehaus retten.

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Bürgervereinsvorsitzender Kurt Lessing (l.) hatte Robert Groß aus Velbert eingeladen, der auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Ob- und Niederschwarzbach berichtete, wie es dem Bürgerverein Obere Flandersbach gelungen ist, ein Gemeindehaus vor der Schließung zu retten und in Eigenregie weiter zu betreiben.

Bürgervereinsvorsitzender Kurt Lessing (l.) hatte Robert Groß aus Velbert eingeladen, der auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Ob- und Niederschwarzbach berichtete, wie es dem Bürgerverein Obere Flandersbach gelungen ist, ein Gemeindehaus vor der Schließung zu retten und in Eigenregie weiter zu betreiben.

Stefan Fries

Bürgervereinsvorsitzender Kurt Lessing (l.) hatte Robert Groß aus Velbert eingeladen, der auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Ob- und Niederschwarzbach berichtete, wie es dem Bürgerverein Obere Flandersbach gelungen ist, ein Gemeindehaus vor der Schließung zu retten und in Eigenregie weiter zu betreiben.

Obschwarzbach. Die Menschen in Obschwarzbach fühlen sich von der Stadt und den Mettmanner Politikern im Stich gelassen. Im Kampf um den Erhalt des evangelischen Gemeindehauses sei dem Bürgerverein Ob- und Niederschwarzbach zwar von allen Seiten moralische Unterstützung zugesichert worden, "aber mehr Zusagen gab’s auch nicht", berichtete der Vorsitzende des Vereins, Kurt Lessing, auf der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend. Die Stadt, so Lessing, habe ein Kaufangebot für das Haus abgelehnt.

"Wir müssen alles tun, um das Gemeindehaus zu erhalten."

Kurt Lessing, Vorsitzender des Bürgervereins Ob- und Niederschwarzbach

Aus Kostengründen hat die Kirche beschlossen, das Gemeindehaus in Obschwarzbach aufzugeben. Ohne dieses Haus hätte der Stadtteil mit seinen 1500 Einwohnern keine Versammlungsstätte mehr. Deshalb wollen die Obschwarzbacher versuchen, das Haus in Trägerschaft eines Vereins selbst zu betreiben. Wie so ein Vorhaben in die Tat umgesetzt werden kann, berichtete Robert Groß, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Velberter Bürgervereine auf der gut besuchten Versammlung.

Im Stadtteil Obere Flandersbach hatte sich der dortige Bürgerverein 2002 entschlossen, ein Haus von der evangelischen Kirchengemeinde vor der Schließung zu bewahren und in Eigenregie weiterzuführen. Die Gemeinde stellte dem neu gegründeten Trägerverein das Haus mietfrei zur Verfügung. Groß: "Wir müssen mit unseren Einnahmen alle Betriebskosten bezahlen."

Eine Anschubfinanzierung bekam der Verein durch die Vermittlung des damaligen Bürgermeisters aus einem Sozialfonds. Inzwischen decken die Einnahmen (20000 Euro) die Ausgaben, weil sich einige Vereine fest eingemietet haben. Aber auch private Feiern würden dort veranstaltet, berichtete Groß. Unter dem Strich bleibe am Ende des Jahres meistens ein kleines Plus. Er warnte aber davor, die Bewirtschaftung des Hauses ehrenamtlich leisten zu wollen. "Das schaffen Sie nicht." In Velbert gibt der Verein inzwischen jährlich 6000 Euro an Personalkosten aus.

Viele Bürger würden die Begegnungsstätte mittragen

Bei einer Befragung der Obschwarzbacher, inwieweit sie bereit sind, sich für den Erhalt des Gemeindehauses einzusetzen, wurde der Bürgerverein Obschwarzbach ermuntert, ebenfalls die Gründung eines Trägervereins für das Haus auf den Weg zu bringen. 44,5 Prozent aller Befragten hatten erklärt, mit einer Vereinsmitgliedschaft mithelfen zu wollen, das Haus als Begegnungsstätte zu retten.

Der Bürgerverein Ob- und Niederschwarzbach wurde 1964 gegründet. Im Jahre 1974 wurde in Obschwarzbach auch noch eine Siedlergemeinschaft ins Leben gerufen. Der Bürgerverein und die Siedlergemeinschaft schlossen sich 1981 zusammen. Aktuell hat er 261 Mitglieder.

Am 12. Juni veranstaltet der Bürgerverein das Sommerfest in Obschwarzbach, am 21. August das Lindenfest. Am 25. September ist der Verein auf Städtetour in Limburg unterwegs, am 23. Oktober wird der WDR in Köln besucht. Am 6.November zieht St. Martin durch Obschwarzbach, das Adventskaffeetrinken im Gemeindehaus wurde auf den 10. Dezember gelegt.

Bislang steht aber noch gar nicht fest, welche Kosten jährlich für das Gemeindehaus anfallen würden. Der Etat der Evangelischen Kirchengemeinden für Obschwarzbach soll jährlich 84000 Euro umfassen. Lessing: "Darin sind aber alle Kosten, auch für das Hausmeisterehepaar, eingerechnet."

Aus der Versammlung wurde immer wieder laut, dass der Vorstand nicht die politisch Verantwortlichen aus der Pflicht entlassen dürfe. Uwe Löschmann regte sogar an, eine Initiative zur kommunalen Umorientierung in Richtung Wülfrath oder Velbert zu gründen, um den Druck auf Mettmann zu erhöhen. Die Stadt habe in Obschwarzbach über Jahre nichts getan, brachten viele Mitglieder ihren Unmut zum Ausdruck.

Wenn der Bürgerverein mit der Kirchengemeinde über die eine mögliche Übernahme gesprochen hat und weiß, welche Kosten auf ihn zukommen, will Lessing noch einmal auf die Parteien und die Stadt zugehen und um Unterstützung für den Erhalt des Gemeindehauses bitten.

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