CDU und SPD stimmten für die Schließung der Grundschule. Die Eltern sind empört.

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„So ein Blödsinn“, hieß es auf einem Plakat, das die Eltern mit in den Ratssaal gebracht hatten. Der platzte am Dienstag (16.6.) übrigens aus allen Nähten.

„So ein Blödsinn“, hieß es auf einem Plakat, das die Eltern mit in den Ratssaal gebracht hatten. Der platzte am Dienstag (16.6.) übrigens aus allen Nähten.

Simone Bahrmann

„So ein Blödsinn“, hieß es auf einem Plakat, das die Eltern mit in den Ratssaal gebracht hatten. Der platzte am Dienstag (16.6.) übrigens aus allen Nähten.

Mettmann. Das war’s für die Grundschule Kirchendeller Weg. Mit 17 zu 6 Stimmen votierten die Mitglieder des Schul-, Kultur- und Sportausschusses am Dienstag (16.6.) für die Aufgabe des Schulstandortes und zogen damit einen Schlussstrich unter die monatelange Diskussion.

Das Zünglein an der Waage war die CDU. Sie stellte sich auf die Seite von Verwaltung und SPD und so gegen FDP, Grüne und UBWG, die die Kirchendelle sanieren und wieder in Betrieb nehmen wollten.

"Ihr tragt heute die Bildungspolitik in Mettmann zu Grabe."

(Ein Vater beim Verlassen des Ratssaals)

Mit Pfiffen und Buh-Rufen hatten die Eltern, die den Ratssaal am Dienstag aus allen Nähten platzen ließen, schon zuvor ihrem Unmut Luft gemacht. Viele von ihnen waren gar nicht mehr bis zur Abstimmung geblieben - schließlich war das Votum nach dem CDU-Bekenntnis nur noch Formsache.

Das Fass zum Überlaufen brachte der von der Mehrheit des Ausschusses abgelehnte Antrag, die Schulpflegschaft offiziell zu Wort kommen zu lassen. Wie auf Kommando erhoben sich die Eltern und marschierten schimpfend nach draußen.

"Dabei hatten wir noch Hoffnung", sagte Anja Swoboda, deren Töchterchen Anna gerade die 2. Klasse in der Kirchendelle besucht. "Zumal die CDU bis vor kurzem durchschimmern ließ, für die Schule zu stimmen. Das zieht mir heute echt die Beine unter den Füßen weg." Sichtlich geschockt zeigte sich Judith Supprian. "Ich dachte nur: Das können die doch nicht machen."

Der Stadtschulpflegschaftsvorsitzende Dirk Neuhaus kündigte unterdessen an, dass man sich trotz "dieser Niederlage" nicht geschlagen gebe. Schließlich müsse die Schließung der Schule von der Bezirksregierung genehmigt werden. Auch wenn die Chancen auf Erfolg gering seien - "wir werden dort vorsprechen."

"So etwas habe ich in meiner langen Politikerkarriere noch nicht erlebt."

(Bürgermeister Bodo Nowodworski zu den Anfeindungen der Eltern in der Sitzung und im Vorfeld, als es am Telefon sogar Drohungen gab)

950 000 Euro kostet die Variante, für die sich die CDU ausgesprochen und der sich die SPD angeschlossen hat. Geld, das laut Kämmerer Reinhold Salewski außerplanmäßig bereit gestellt werden muss.

"Entweder wir sparen es an anderer Stelle ein, oder wir nutzen die Möglichkeiten aus dem Konjunkturpaket II." Fakt ist jedenfalls, dass es eine Aufteilung der Schüler auf die Otfried-Preußler- und die Astrid-Lindgren-Schule gibt - mit einem Neubau in Modulbauweise an der Astrid-Lindgren-Schule.

"Wir müssen heute miterleben, dass die großen Fraktionen den Eltern- und Schülerwillen ignorieren und ohne Not eine Grundschule aufgeben", sagte FDP-Chef Klaus Müller und warf der Verwaltung erneut vor, zur Durchsetzung ihrer Ziele "tendenziöse öffentliche Berichterstattung" betrieben zu haben.

"So ein Nonsens", entrüstete sich Bürgermeister Nowodworski. "Als ob wir eine Schule dicht machen, damit wir das Gelände verhökern können. Das geht doch voll an der Sache vorbei."

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