Die Mettmanner Klinik hilft Patienten mit Farben zu einer gesunden Ernährung.

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Thomas Brühl, Leiter der Gastronomieabteilung im Evangelischen Krankenhaus, erklärt der Auszubildenden Milena Müller sein neues Gastronomiekonzept, das zu einer ausgewogenen Ernährung führen soll.

Thomas Brühl, Leiter der Gastronomieabteilung im Evangelischen Krankenhaus, erklärt der Auszubildenden Milena Müller sein neues Gastronomiekonzept, das zu einer ausgewogenen Ernährung führen soll.

Stefan Fries

Thomas Brühl, Leiter der Gastronomieabteilung im Evangelischen Krankenhaus, erklärt der Auszubildenden Milena Müller sein neues Gastronomiekonzept, das zu einer ausgewogenen Ernährung führen soll.

Mettmann. Mit einem völlig neuen Gastronomiekonzept will das Evangelische Krankenhaus seinen Patienten helfen, sich ausgewogener und damit gesünder zu ernähren. Aber auch die Mitarbeiter des Krankenhauses, die Besucher der Cafeteria, des Caritas-Altenstifts in Mettmann-Süd sowie 13 Mettmanner Schulen und Kindertagesstätten, die ihr Essen aus der Krankenhausküche beziehen, können von dem neuen Konzept profitieren.

"Das Ganze ist kein Muss, sondern ein Angebot."

Thomas Brühl, Leiter der Gastronomieabteilung des Krankenhauses

Mit Hilfe einer sogenannten Lebensmittelampel werden auf dem Speiseplan Lebensmittel mit einer farblichen Kennzeichnung versehen. Rot, Gelb und Grün stehen für einen hohen, mittleren oder niedrigen Anteil an Zucker, Salz oder Fett. "Das Ganze ist kein Diätplan. Damit werden keine Kalorien gezählt, aber man kann sich mit der Lebensmittelampel ein gesundes Essen zusammenstellen. Das ist kein Muss, sondern ein Angebot", sagt Brühl.

Zudem wird in der Krankenhausküche wieder viel mehr selbst hergestellt. "Früher haben wir fertige Schnitzel, Frikadellen, Suppen und Soßen bekommen. Das machen wir jetzt alles wieder selbst von Hand", sagt Brühl. Mit Erfolg, wie Doris Dampf, Assistentin der Krankenhaus-Geschäftsführung bestätigt: "Früher musste man unter der Panade das Schnitzel suchen."

Neben der Kennzeichnung einzelner Lebenmittel und ganzer Gerichte wurde der tägliche Speiseplan in der Krankenhausküche um ein rein vegetarisches Menü sowie ein Gericht ohne Schweinefleisch für die Patienten ergänzt.

Bernd Huckels, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses, war sofort von der Idee Brühl begeistert: "Die Lebensmittelindustrie hat die Einführung einer Kennzeichnung nach dem Ampelsystem für Lebensmittel im Supermarkt erfolgreich abgewehrt. Aber wir machen das jetzt für unsere Patienten und unsere Kunden." Huckels glaubt, dass das Mettmanner Krankenhaus das erste in ganz Deutschland ist, dass dieses Gastronomiekonzept eingeführt hat.

"Die neuen Menükarten sind klasse. Die nehme ich als Anleitung mit nach Hause."

Gertrud Preuss, Patientin

In der Küche des Evangelischen Krankenhauses arbeiten zwölf Mitarbeiter, darunter sechs Köche. Zudem sind elf Mitarbeiter im Spüldienst und sieben im Servicebereich der Küche beschäftigt.

Werktags werden in der Krankenhausküche 1.000 Mahlzeiten zubereitet. Mit der Kurzzeitpflege werden im Krankenhaus rund 250 Patienten und rund 70 Mitarbeiter der Klinik mit Essen versorgt. In der Cafeteria des Krankenhauses werden pro Tag zwischen 80 und 100 Essen ausgegeben. Zudem werden das Caritas-Altenstift sowie 13 Kindergärten und Schulen in Mettmann mit Essen versorgt.

"Das Essen ist gut, und auf der Menükarte ist für jeden etwas dabei. Die neuen Menükarten sind klasse. Die nehme sie als Anleitung mit nach Hause", ist Patientin Gertrud Preuss begeistert.

Der katholische Kindergarten St. Lambertus, der auch mit Essen aus dem Evangelischen Krankenhaus beliefert wird, wurde unter anderem wegen des neuen Gastronomiekonzeptes ausgezeichnet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung verlieh der Einrichtung als erstem Kindergarten im Kreis Mettmann den Titel "Fit-Kid-Kita".

Lob für die Küche kommt auch von der Verbraucherzentrale NRW: "Wir begrüßen Ihren Ansatz, den Teilnehmern an Ihrer Gemeinschaftsverpflegung Hilfestellungen zu einer gesundheitsfördernden Lebensmittelauswahl zu geben. Sehr gut finden wir, dass Sie ein vegetarisches und ein schweinefleischfreies Menü anbieten, so dass die ethischen und kulturellen Bedürfnisse bestimmter Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden."

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