Im Oktober hört Bodo Nowodworski auf. Bis dahin hat er aber noch viel vor.

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Bürgermeister Bodo Nowodworski bei seiner Antrittsrede im Herbst 2004. (Archiv

Bürgermeister Bodo Nowodworski bei seiner Antrittsrede im Herbst 2004. (Archiv

Simone Bahrmann

Bürgermeister Bodo Nowodworski bei seiner Antrittsrede im Herbst 2004. (Archiv

Mettmann. Seitdem Bürgermeister Bodo Nowodworski im vergangenen Jahr bekannt gegeben hat, dass er nicht mehr als Bürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl im Juni antreten wird, scheint dem Verwaltungschef eine Riesenlast vom Herzen gefallen zu sein.

Er wirkt lockerer, entspannter, reagiert selbst auf Kritik ruhig und gelassen. Darauf angesprochen grinst er nur. Mitte Oktober wird er sein Büro im Rathaus räumen.

"Ich werde noch nicht die Beine auf den Tisch legen"

"Ich werde mich aber noch nicht zur Ruhe setzen und die Füße auf den Tisch legen", sagt der Bürgermeister im WZ-Gespräch. Ende November wird Nowodworski 60 Jahre alt. Was er nach seinem letzten Diensttag im Rathaus machen wird, weiß er selbst noch nicht genau. "Ich habe mehrere Optionen, aber ich habe mich noch nicht entschieden."

Die Entscheidung, nach zehn Jahren im Amt nicht noch einmal anzutreten, habe er weder leicht noch leichtfertig getroffen, sagt Nowodworski. Im Kreise der Familie hat er seinen Schritt reiflich überlegt.

Während der Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters zwischen CDU und SPD und die Mehrheiten im neuen Stadtrat bereits begonnen hat, kann sich der Bürgermeister in seinem Bürostuhl bequem zurücklehnen. Damit hat er nichts mehr zu tun.

1999 Als parteiloser Kandidat für die SPD hat sich Bodo Nowodworski im Herbst 1999 gegen den CDU-Kandidaten Thomas Uhling aus Meerbusch in einem zweiten Wahlgang durchgesetzt. Im ersten Durchgang hatte keiner von beiden die absolute Mehrheit geholt. Bei der zweiten Wahl machte Nowodworski dann das Rennen.

2004 Als parteiloser Kandidat trat Nowodworski aus dem Amt heraus bei der Kommunalwahl im Jahre 2004 an. Mit 71,9 Prozent ließ er seine parteilosen Mitwerber Franz Lauterbach (16,8 Prozent) und Volkmar Koch (11,2) weit hinter sich. Die Parteien hatten keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt, sondern Bodo Nowodworskis Kandidatur unterstützt.

Die Zeit für einen Rückblick hält das Stadtoberhaupt für viel zu früh. In diesem Jahr will erst einmal nach vorne schauen. Kein Wunder, denn in seiner verbleibenden Amtszeit müssen noch wichtige Weichen für die Zukunft der Stadt gestellt werden.

"Bis zum Sommer", hofft Nowodworski, "haben für das Königshof-Karree ein konkretes Ergebnis. Die erste Phase für die europaweite Ausschreibung des künftigen Geschäfts- und Wohnzentrums zwischen Hertie und der Breite Straße läuft in diesem Monat aus. "Dann müssen die möglichen Investoren einen Bonitätsnachweis erbringen und bekommen daraufhin die kompletten Ausschreibungsunterlagen", so Nowodworksi. Läuft alles glatt, könnte er im Herbst noch den ersten Spatenstich vornehmen.

Im Sommer wird mit dem Bau des Sportheims am HHG begonnen

Im Sommer dieses Jahres rechnet der Bürgermeister damit, mit dem Bau eines Sportheims sowie einer Schallschutzwand zur Wohnbebauung am Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) beginnen zu können. Die europaweite Ausschreibung für den Grundstücksverkauf am Stadtwald sollen trotz der wirtschaftlichen Rezession gut angelaufen sein. Mit dem Verkaufserlös soll das neue Sportzentrum am HHG finanziert werden.

Besonders freut sich der Bürgermeister darauf, dass er als Stadtoberhaupt noch die Eröffnung der privaten Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) im Innovationspark Mettmann-West miterleben wird.

Gerne hätte Nowodworski auch den Spaten zum Auftakt der Bauarbeiten für die Seibelquerspange in den Boden gestochen. "Aber das werde ich wohl nicht mehr schaffen", sagt er. Gleichwohl will er sich in Düsseldorf noch für die Finanzierung der Maßnahme (60 Prozent der Gesamtkosten von 6,9 Millionen Euro) einsetzen.

KHG-Anbau: Investitionsfrage muss schnell geklärt werden

In den kommenden Monaten, so der Bürgermeister, müsse auch die Investitionsfrage für einen Anbau am Konrad-Heresbach-Gymnasium (KHG) geklärt werden. Die Schule braucht vor allem für eine Mensa und für den Ganztagsbetrieb mehr Platz. Der Neubau soll zum Schuljahr 2010/2011 fertig sein.

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