Mettmann. Giuseppe Maddente, der Vorsitzende des Mettmanner Integrationsrates, wurde in den 70er-Jahren in Italien als Gastarbeiter von einem Unternehmer angeworben und nach Deutschland gelockt. Ali Kuran, der seit zwölf Jahren deutscher Staatsbürger ist, kam Anfang der 60er-Jahre mit seinen Eltern nach Deutschland. Beide setzten sich seit vielen Jahren dafür ein, dass ausländische Bürger in Mettmann integriert werden.

Und beide kandidieren erneut für die Wahl des Integrationsrates, die am 7. Februar durchgeführt werden. 2821 Mettmanner Bürger können an dieser Wahl teilnehmen. 2004 lag die Wahlbeteiligung gerade einmal bei 9,4 Prozent. "Wir hoffen, dass diesmal mehr von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen", sagt Oktay Koc, türkischer Bürger in Diensten der Stadtverwaltung.

Um die zehn Plätze des Integrationsrates haben sich mit 23Bewerbern so viele wie noch nie gemeldet. Es gibt zwei Vertreter einer Deutsch-Jüdischen Liste, eine Türkische Liste "Türkiyem" mit den meisten Kandidaten, eine Deutsch-Italienische Liste, eine Liste der Landmannschaft der Deutschen aus Russland sowie vier Einzelbewerbungen.

"Bessere Chancen auf Bildung und Ausbildung für Kinder mit Migrationshintergrund" - so lautet eine zentrale Forderung der Kandidaten. Dass tatsächlich Handlungsbedarf besteht, belegen Zahlen: 25 Prozent aller Mettmanner Kinder mit Migrationshintergrund verlassen die Schule ohne Abschluss, gerade einmal 2,6 Prozent aller Gymnasiasten in Mettmann stammen aus Migrantenfamilien. Die Sprachförderung müsse deshalb schon vor dem Kindergartenalter einsetzen.

"Wir müssen vor allem Mütter motivieren und begleiten, dass sie sich für die Bildung ihrer Kinder stark machen", sagt die Türkin Sevim Irmisch, die für "Türkiyem" kandidiert. Viele Frauen seien aufgrund ihrer bescheidenen Deutschkenntnisse gar nicht in der Lage, ihren Kindern nach der zweiten Klasse zu helfen.

Aber auch der aus Polen stammende Adalbert Kossowski, Sundire Madhekawana, der in Zimbabwe geboren wurde, oder Liudmila Tanurcov wollen sich für die Jugend einsetzen, aber auch mithelfen, Vorurteile abzubauen. "Die Migranten sind auch die Zukunft Mettmanns", sagte Madhekawana.

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