Martin Dahlmann war beim Deutschen Bauerntag.

Martin Dahlmann ist Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann und diskutierte in Erfurt mit Kollegen über neue Entwicklungen.
Martin Dahlmann ist Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann und diskutierte in Erfurt mit Kollegen über neue Entwicklungen.

Martin Dahlmann ist Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann und diskutierte in Erfurt mit Kollegen über neue Entwicklungen.

Hüskes

Martin Dahlmann ist Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann und diskutierte in Erfurt mit Kollegen über neue Entwicklungen.

Herr Dahlmann, um welche Themen ging es beim Deutschen Bauerntag in Erfurt?

Martin Dahlmann: Der Bauerntag ist eine Zusammenkunft der Kreisvorsitzenden, es ist also eher eine politische Veranstaltung, bei der grundlegende Probleme und Entwicklungen besprochen werden. In diesem Jahr stand der Bauerntag ganz im Zeichen des Wandels.

Inwiefern?

Dahlmann: Das Bild der Bauern in der Öffentlichkeit ist schwierig. Wir Landwirte versuchen, unsere Arbeit so gut und nachhaltig wie möglich zu machen. Aber es gibt immer mehr Auflagen, immer mehr Gesetze und Vorschriften, die viele Landwirte vor Probleme stellen.

Warum ?

Dahlmann: Weil es Geld kostet, diese Auflagen umzusetzen und es den Strukturwandel fördert.

Gibt es dafür Beispiele?

Dahlmann: Es gibt etwa die Vorgabe, dass bei der Haltung von mehr als 1500 Schweinen Luftfilter im Stall installiert werden müssen. So eine Anlage kostet 50 000 Euro und muss erstmal finanziert werden.

Sind die Gesetze und Regeln die einzigen Probleme, mit denen sich Landwirte auseinandersetzen müssen?

Dahlmann: Gerade in Ballungszentren wie bei uns sind die Begehrlichkeiten groß, was Flächen angeht. Die Städte wollen weiterwachsen, die Infrastruktur, etwa für Landstraßen und Autobahnen, muss dazu weiter ausgebaut werden. Zugleich müssen für die Versiegelung Ausgleichsflächen geschaffen werden.

Welche Folgen haben diese Entwicklungen für die Kreisbauern?

Dahlmann: Der Druck wird größer. Das bedeutet, dass manche Betriebe aufgeben müssen. Auf der anderen Seite haben sich die Landwirte im Kreis auf aktuelle Trends eingestellt. Denn immer mehr Menschen wollen Bio-Produkte oder zumindest regionale Produkte kaufen. Sie wollen wissen, wo ihr Essen herkommt.

Wie haben sich die Mettmanner Landwirte darauf eingestellt?

Dahlmann: Inzwischen hat fast jeder Betrieb seinen eigenen Hofladen, oder die Betriebe arbeiten zusammen. Die Direktvermarktung ist eine Antwort auf die Globalisierung. Viele Landwirte bieten inzwischen andere Dienstleistungen an, etwa auf dem Bauernhof Geburtstag zu feiern. Man muss immer wieder nach Lösungen suchen.

Einige Betriebe haben etwa mit dem „Urban Gardening“ angefangen. Die Landwirte vermieten dabei Parzellen, auf denen Kunden ihr eigenes Gemüse oder Salate anbauen und ernten können.

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