Für die Versorgung der Patienten brauchen die Kliniken in der Region eine Finanzspritze. Ministerin Steffens weist Vorwürfe zurück.

Für die Versorgung der Patienten brauchen die Kliniken in der Region eine Finanzspritze. Ministerin Steffens weist Vorwürfe zurück.
Krankenhäuser handeln nicht nur zum Wohle des Patienten – sie müssen auch wirtschaftlich agieren. Archiv

Krankenhäuser handeln nicht nur zum Wohle des Patienten – sie müssen auch wirtschaftlich agieren. Archiv

Dirk Thomé

Krankenhäuser handeln nicht nur zum Wohle des Patienten – sie müssen auch wirtschaftlich agieren. Archiv

Mettmann. Bei der gut besuchten Informationsveranstaltung mit Podiumsdiskussion im Evangelischen Krankenhaus (EVK) zum Thema „Investitionsförderung in NRW: Die Zukunft der Patientenversorgung in den Krankenhäusern der Region“, machten fast alle Referenten deutlich, dass die Investitions-Finanzierung der Kliniken durch die Bundesländer weitgehend unbefriedigend ist und dringend einer Aufstockung bedarf.

Jochen Brink, Präsident der Krankenhausgesellschaft NRW, stellte eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) vor. „Dort wurde ermittelt, dass das Land jedes Jahr rund eine Milliarde Euro zu wenig in die Kliniken investiert.“ Bernd Huckels, Geschäftsführer des EVK, sagte, dass die permanente Unterfinanzierung des Krankenhauses dazu führe, dass dringend notwendige Investitionen getätigt werden, dies aber nur durch Umschichtung vorhandener Mittel zulasten anderer Bereiche erfolgen könne. „Die finanziellen Probleme der Krankenhäuser in der Region dürfen nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden“, erklärte Wolfram Bannenberg. Geschäftsführer der Kplus-Gruppe.

Zu dieser Bemerkung wollte der Hinweis der Patientenfürsorgerin des EVK nicht unbedingt passen, dass es im Hause zwei Stationen gebe, bei denen sich sechs Patienten eine Toilette teilen müssten. „Für diesen Zustand, der auf fehlende Investitionen zurückzuführen ist, zeigen die betroffenen Patienten wenig Verständnis.“

Nur spezialisierte Kliniken haben wirtschaftlich eine Zukunft

Barbara Steffens, als Landesministerin zuständig für das Gesundheits- und Krankenhauswesen, wollte die Kritik an der Landesregierung so nicht stehenlassen. „Sicherlich ist da einiges verbesserungswürdig. Ich gebe aber zu bedenken, dass die Investitionsförderung der Krankenhäuser nur ein Teil dessen ist, was vom Land für das gesamte Gesundheitswesen ausgegeben wird. Und da haben wir als Koalition einiges vorzuweisen. Ich lasse mir das Gesundheits- und Krankenhauswesen im Land nicht schlechtreden“, gab sie sich kämpferisch. IHK-Vertreter Raphael Jonas betonte, dass die Kliniken ein wichtiger Wirtschaftsfaktor seien. Sie hätten aber auf Dauer nur eine Zukunft, wenn sie eine Spezialisierung auf einige wenige medizinische Fachbereiche vornähmen.

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