Wie weckt man bei jungen Menschen das Interesse an der Lokalpolitik? In Haan wird an einem Konzept gearbeitet.

Haan. Die Idee, junge Menschen ab 16 Jahre zur Stimmabgabe bei der Kommunalwahl 2009 zu bewegen, stammt von der SPD. Vorschläge, wie das am besten gelingen könnte, hat die Stadtverwaltung vorlegt und konnte damit alle Fraktionen überzeugen.

Es sind 1414 Jugendliche, die spätestens am 7. Juni (der voraussichtliche Wahltermin) 16 Jahre alt werden. Nur wie kann man bei jungen Menschen Interesse an Kommunalpolitik, an dem, was in ihrer Heimatstadt geschieht, wecken?

Die Verwaltung schlägt vor, einen Projektleiter auf Honorarbasis zu engagieren. Er soll eine Vernetzung zwischen den Wahlberechtigten, dem Jugendparlament, den Schulen und den freien Verbänden herstellen, um so viele Ideen wie möglich zu erhalten, aus denen sich dann ein Konzept erarbeiten lässt.

Denn es wird nicht reichen, allein die Schulen dafür zu begeistern. Laut Amtsleiter Michael Rennert wollen die sich zwar alle beteiligen, doch gerade 265 Wahlberechtigte besuchen das Gymnasium.

Und weil diese Zahl an den anderen Schulen wesentlich geringer sein wird, weil die Schüler dort früher abgehen, prophezeit die Verwaltung, dass etwa zwei Drittel der 16-Jährigen nicht über die Schulen zu erreichen sind. Ergo müssen andere Wege her, um die Jugend zu erreichen.

Eine Internet-Seite, Flugblätter und Plakate

1414 Personen, die zwischen dem 27. September 1988 und dem 7. Juni 1993 geboren wurden.

Für die Projektleitung der Erstwählerkampagne, die Herstellung der Medien und die Auftaktveranstaltung veranschlagt die Stadt 5000 Euro inklusive einer Reserve für unvorhersehbare Aufwändungen. Der Betrag steht im Haushalt zur Verfügung.

Nach den guten Erfahrungen bei der Vorbereitung der Jugendparlamentswahlen sollen zunächst eine Internet-Seite, Flugblätter und Plakate entworfen werden.

Jeder Wahlberechtigte soll durch ein Anschreiben, das dem Blatt beiliegt, über sein Wahlrecht informiert werden. Auch könnten auf einer Auftaktveranstaltung das Konzept präsentiert werden und eine Podiumsdiskussion zu diesem speziellen Themenkreis - etwa mit den Spitzenkandidaten der Parteien - stattfinden.

Und das muss längst nicht alles ein: Das Projekt soll jederzeit offen für alle Beteiligten sein, wobei kreative Ideen das Konzept und die Umsetzung ergänzen und erweitern.

So schlug Wilfried Pohler (SPD) vor, "jugendgemäße" Medien zu nutzen und etwa Trailer in dem Internetportal "Youtube" zu schalten. Dort können Videofilme eingestellt und angeguckt werden. Um an die Jugendlichen zu kommen, die nicht über die Schulen zu erreichen sind, könnten außerdem das Jugendhaus und auch die Streetworkerin einbezogen werden.

Die Politiker einigten sich drauf, dass im nächsten Jugendhilfeausschuss am 10. Februar Ideen zusammengetragen und weitere Impulse gesetzt werden.

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