Die Evangelische Kirche bleibt ein Jahr lang geschlossen. Die Gemeindemitglieder freuen sich auf die Veränderungen.

Der Neujahrsgottesdienst in der evangelischen Kirche war vorläufig der letzte vor den umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten, die sich bis in den Dezember hinziehen werden.
Der Neujahrsgottesdienst in der evangelischen Kirche war vorläufig der letzte vor den umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten, die sich bis in den Dezember hinziehen werden.

Der Neujahrsgottesdienst in der evangelischen Kirche war vorläufig der letzte vor den umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten, die sich bis in den Dezember hinziehen werden.

Stefan Fries

Der Neujahrsgottesdienst in der evangelischen Kirche war vorläufig der letzte vor den umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten, die sich bis in den Dezember hinziehen werden.

Mettmann. Susanne Romagno machte vor dem Neujahrsgottesdienst mit ihrem Smartphone noch ein paar Innenaufnahmen von der Kirche. „Zur Erinnerung“, sagte sie und drückte auf den Auslöser. Mit Wehmut, aber auch mit Freude auf die bevorstehenden Veränderungen waren die Gemeindemitglieder zum vorläufig letzten Mal in die evangelische Kirche Freiheitstraße gekommen. Das Gotteshaus von 1780 wird von Grund auf saniert und renoviert. Die Arbeiten werden sich über das ganze Jahr hinziehen. In zwölf Monaten, zu Weihnachten, soll die Kirche wieder geöffnet werden.

Die Kirchenbänke von 1964 werden durch Stühle ersetzt

Die alten Kirchenbänke, die 1964 eingebaut wurden, werden in dieser Woche ausgebaut. Sie werden durch Stühle ersetzt. Der gesamte Boden der Kirche wird bis auf eine Tiefe von 50 Zentimetern herausgerissen. Baukirchmeister Ottokar Iven: „Tiefer dürfen wir nicht gehen, denn der Kirchenbau ist nur 80 Zentimeter tief gegründet. Ansonsten könnte die Kirche ins Rutschen geraten.“ Deshalb darf die Kirche nur abschnittsweise ausgekoffert werden. In den neuen Boden wird eine Bodenheizung eingebaut, wodurch die Heizkosten deutlich gesenkt werden sollen.

Die großen Kirchenfenster werden ausgebaut. Die Halterungen der Fenster sind durchgerostet und müssen erneuert werden. Die Gläser sämtlicher Fenster werden gereinigt und neu verbleit. Aber auch der Kalkstein der Fensterlaibungen ist porös und soll ausgetauscht werden. Allein die Sanierung der Fenster kostet 280 000 Euro. Die großen Metallgitter vor den Fenstern werden abgebaut und sollen für mehr Licht in der Kirche sorgen.

„Die neue Kirche wird bestimmt auch schön.“

Ernst Schmidt, Pastor

Risse in der Decke des Kirchenschiffes sowie sichtbare Zeichen eines Wasserschadens über der Kanzel sollen im Rahmen der Sanierung beseitigt werden. Außerdem werden sämtliche Leitungen in der Kirche unter Putz gelegt. Die Sanierung der Treppen, des Rokoko-Portals sowie der Grundfeste am Kirchensockel sollen ebenfalls in Angriff genommen werden. Sollte dann noch Geld übrig sein, soll der begehbare Boden über dem Kirchenschiff isoliert werden. Das Sanierungspaket hat ein Volumen von 1,2 Millionen Euro.

Künftig soll die Kirche nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für Konzerte und Ausstellungen zur Verfügung stehen. „Mit der Bestuhlung lässt sich die Kirche künftig ganz anders nutzen,“ sagt Pfarrer Ernst Schmidt.

Die Kirche Freiheitstraße wurde von 1774 bis 1780 erbaut. Am 1. Advent 1780 wurde sie eingeweiht. Sie war die erste reformierte Kirche in Mettmann und ersetzte ein kleines Kirchenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Im Jahr 1965 wurde die Kirche das letzte Mal grundlegend saniert und renoviert. Auch damals blieb das Haus fast ein Jahr geschlossen.

 

Die Gottesdienste in der Stadtmitte werden ab Sonntag im Gemeindezentrum an der Friedhofstraße durchgeführt.

Er empfahl den Besuchern, nach dem Gottesdienst noch eine Weile in der Kirche sitzenzubleiben und sich still zu verabschieden. „Die neue Kirche wird bestimmt auch schön“, sagte Pfarrer Schmidt.

Susanne Romagno, Mitglied des Presbyteriums, ging ohne Wehmut aus der Kirche: „Ich freue mich auf die Veränderung.“ Gottesdienstbesucherin Rosi Wachholz sagte: „Ich hänge nicht an den Kirchenbänken. Die sind doch sehr starr.“ Landwirt Klaus Hein hat sich sogar zwei Bänke gesichert. „Wo ich die hinstellen werde, weiß ich noch gar nicht“, sagte Hein.

Baukirchmeister Iven hätte sich gewünscht, dass mehr Kirchenbänke für 150 Euro das Stück weggegangen wären. „Aber verkauft haben wir nur die ganz kleinen Bänke. Von denen hätte ich 100 verkaufen können.“ Ein Großteil der Bänke wird nach Lettland gespendet. Iven: „Dort hat eine evangelische Gemeinde eine Kirche saniert, und dafür hat sie noch keine Bänke.“

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