Nach mehr als 18 Jahren muss „Nanni’s Kinderhaus“ aus finanziellen Gründen schließen. Am Wochenende wurden Möbel und Spiele verkauft.

Lächelten fürs Foto, auch wenn ihnen nicht danach zumute war (v. l:) Betreuerin Stefani Müller-Schumann, Sigried Caspar, Inhaberin der Einrichtung Nicole Caspar, Vater Roul Placzek und sein Sohn Duane.
Lächelten fürs Foto, auch wenn ihnen nicht danach zumute war (v. l:) Betreuerin Stefani Müller-Schumann, Sigried Caspar, Inhaberin der Einrichtung Nicole Caspar, Vater Roul Placzek und sein Sohn Duane.

Lächelten fürs Foto, auch wenn ihnen nicht danach zumute war (v. l:) Betreuerin Stefani Müller-Schumann, Sigried Caspar, Inhaberin der Einrichtung Nicole Caspar, Vater Roul Placzek und sein Sohn Duane.

Simone Bahrmann

Lächelten fürs Foto, auch wenn ihnen nicht danach zumute war (v. l:) Betreuerin Stefani Müller-Schumann, Sigried Caspar, Inhaberin der Einrichtung Nicole Caspar, Vater Roul Placzek und sein Sohn Duane.

Mettmann. Langsam leerten sich die Räume, in denen früher Kinder gespielt und getobt haben. Klettergerüste, Spielhäuser, Puzzles, Bücher – alles musste weg. Denn die private Kindertagesstätte „Nanni’s Kinderhaus“ verkaufte am Wochenende ihre gesamte Einrichtung im Rahmen eines Kindertrödelmarkts.

„Wir haben die Kinder sehr lange begleitet, uns an sie gewöhnt und sie ins Herz geschlossen.

Stefanie Müller-Schumann, Erzieherin in „Nanni’s Kinderhaus“

„Es ist emotional sehr schwierig. All diese Gegenstände gehörten zu dem Kindergarten. Sie nun verschwinden zu sehen, tut schon sehr weh“, sagte Nicole Caspar, Inhaberin des seit 18 Jahren bestehenden Kindergartens. Trotz des Regens war der Zuspruch für den Kindertrödelmarkt in ihren Augen sehr gut: „Wir hatten fast ununterbrochen Kunden hier. Kaum einer ist gegangen, ohne etwas gekauft zu haben.“ Während Familien kleinere Objekte wie Spiele oder Bücher erstanden, wurden die großen Möbel von Vertretern anderer Kindergärten aus der Umgebung mitgenommen.

Der Räumungsverkauf fiel allen Beteiligten nicht leicht, muss die Einrichtung doch aus finanziellen Gründen geschlossen werden. „Durch das Kindergartengesetz KiBiz hätten wir umfassende Renovierungen und personelle Besetzungen vornehmen müssen. Aber ohne finanzielle Unterstützung war uns das nicht möglich“, sagte Nicole Caspar.

Bis zum 31. August müssen die Räume an der Düsseldorfer Straße 204 geräumt sein. Für Nicole Caspar eine traurige Angelegenheit: „Wir hatten zwar fast ein Jahr Zeit, um uns auf die Schließung vorzubereiten, aber der Räumungsverkauf gibt der Angelegenheit etwas Endgültiges.“

Mitarbeiter und Kinder nahmen kleine Erinnerungsstücke mit

Auch Stefani Müller-Schumann, die zwei Jahre lang die Kleinkindgruppe betreut hat, kann sich nur schwer mit dem Ende der Kindertagesstätte abfinden: „Wir haben die Kinder sehr lange begleitet, uns an sie gewöhnt und sie ins Herz geschlossen.“

Die Einrichtung an der Düsseldorfer Straße 280 hat auf 230 Quadratmetern Kleinkinder zwischen ein und drei Jahren in zwei Gruppen à zehn Kindern sowie Kindergartenkinder zwischen drei und sechs Jahren in einer Gruppe à 25 Mädchen und Jungen betreut.

Insgesamt gibt es im Stadtgebiet fünf Kindertagesstätten (Kitas) in städtischer, vier Kitas sowohl in evangelischer als auch in katholischer Trägerschaft und eine Einrichtung in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Darüber hinaus gibt es zwei Montessori-Einrichtungen und die „Rappelkiste“, die aus einer Elterninitiative entstanden ist.

Um den Abschied etwas leichter zu gestalten, nahmen sich die Mitarbeiter und Kinder kleine Erinnerungsstücke an die gemeinsame Kindergartenzeit mit: „Mal waren es Poster, selbst gemalte Bilder oder Bücher, die die Erzieherinnen besonders gerne vorgelesen haben“, sagte Caspar. Ein Kind habe sich zwei Plüschtiere ausgesucht, mit denen es besonders gerne gespielt hatte.

Nicole Caspar arbeitet nach der Schließung in einem Büro

Auch für Besucher Roul Placzek, der für seinen Sohn einige Spiele kaufte, ist die Schließung des Kindergartens eine traurige Angelegenheit: „In diesem Kindergarten steckte sehr viel Herzblut. Außerdem wurden die Kinder gut auf die Schule vorbereitet, die Arbeit an der Basis war also deutlich intensiver als an den größeren Kindergärten.“

Nach der Schließung wird Nicole Caspar in einem Büro als Sekretärin arbeiten: „Ich kann jetzt nicht einfach in die Kinderbetreuung zurückkehren, als wäre nichts passiert. Erst brauche ich Abstand. Was dann passiert, werden wir sehen.“

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