Immer mehr junge Menschen setzten ihren Führerschein aufs Spiel, indem sie sich unter Einfluss von Drogen ans Steuer setzen.

Immer mehr junge Menschen setzten ihren Führerschein aufs Spiel, indem sie sich unter Einfluss von Drogen ans Steuer setzen.
Mit einem Flyer im Scheckartenformat klärt der Kreis auf. Fotos (2): Janicki

Mit einem Flyer im Scheckartenformat klärt der Kreis auf. Fotos (2): Janicki

Mit einem Flyer im Scheckartenformat klärt der Kreis auf. Fotos (2): Janicki

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Mit einem Flyer im Scheckartenformat klärt der Kreis auf. Fotos (2): Janicki

Mettmann. Cannabis, Heroin, Kokain, Morphin, Amphetamine oder Ecstasy – wer mit Drogen am Steuer erwischt wird dem drohen 500 Euro Strafe, vier Punkte und einen Monat Fahrverbot. Abschreckend scheinen diese Strafen aber nicht zu wirken. Ein Blick in die Polizeistatistik zeigt: Im vergangenen Jahr leitete die Polizei 179 Verfahren nach dem Konsum berauschender Mittel am Steuer ein. Zum Vergleich: Bei Alkohol waren es 231.

Vor allem bei jungen Leuten ist der Konsum vom Cannabis offenbar wieder in Mode gekommen. Wer unter einem Einfluss eines Joints – und sei er am Abend vorher geraucht – am Steuer erwischt wird, den meldet die Polizei nicht nur der Staatsanwaltschaft und der Bußgeldbehörde, sondern auch der Fahrerlaubnisbehörde beim Kreis Mettmann. Dort häufen sich die Fälle, in denen junge Menschen durch Fahren unter dem Einfluss von Cannabis aufgefallen sind. In jedem dritten Fall kommt es zum Entzug der Fahrerlaubnis.

In den Gesprächen mit den auffällig gewordenen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen wird deutlich, dass sie sich über die Konsequenzen von Cannabiskonsum im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr oftmals nicht im Klaren sind, so der Kreis. Das Bußgeldverfahren, die möglichen Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg und befristete Fahrverbote sind bekannt. Was jedoch die wenigsten wissen: Bei Cannabis-Konsum droht eine Fahreignungsüberprüfung und damit der Führerscheinentzug. Ist der Führerschein erst einmal weg, wird er nur nach einer Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) neu erteilt. Wer diese Untersuchung bestehen will, muss eine monatelange Abstinenz nachweisen.

Cannabis ist bis zu zwölf Wochen nach dem Konsum nachweisbar

Aber nicht nur jungen Leuten, die bereits einen Führerschein haben, drohen Konsequenzen. Wer noch keine Fahrerlaubnis hat und durch den Konsum oder den Besitz von Drogen auffällig wird, muss damit rechnen, dass der Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis abgelehnt wird. Auch hier stehen ein Drogen-Screening und die MPU im Raum.

Der Kreis Mettmann will die betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen nun gezielt aufklären. Ein neuer Flyer, der genau so aussieht wie der Führerschein im Scheckkartenformat ist nun mit der Aufschrift „Joint oder Führerschein“ versehen. Darauf zu sehen ist ein Wackelbild, das zwischen der Ansicht eines Joints und eines Führerscheins wechselt. Das Format wurde bewusst so ausgewählt, um das Interesse der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu wecken und Denkanstöße zu geben. Jeder Fahranfänger, der zukünftig in der Führerscheinstelle des Kreises Mettmann seinen Führerschein abholt, erhält ab sofort diesen Flyer. In dem Flyer erfahren die jungen Leuten, dass Cannabis bis zu drei Wochen lang im Blut, bis zu drei Monaten im Urin und in den Haaren sogar bis zu zwölf Monate lang nachweisbar ist.

Wer seinen Führerschein wieder haben möchte, muss beweisen, dass er ein halbes Jahr lang kein Cannabis konsumiert hat. Die Kosten für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung liegen laut Flyer bei 1200 Euro. Darin enthalten ist aber noch nicht ein Vorbereitungskurs, ohne den ein Bewerber die Untersuchung kaum besteht.

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