Seite an Seite proben Kinder mit und ohne Migrationshintergrund für ihren Zirkusauftritt.

Seite an Seite proben Kinder mit und ohne Migrationshintergrund für ihren Zirkusauftritt.
Beim Zirkusprojekt entdecken die Kinder ungeahnte Fähigkeiten.

Beim Zirkusprojekt entdecken die Kinder ungeahnte Fähigkeiten.

Achim Blazy

Beim Zirkusprojekt entdecken die Kinder ungeahnte Fähigkeiten.

Mettmann. 20 Einräder liegen in der Sporthalle der Otfried-Preußler-Schule, daneben viele Bälle, Seile und andere Spielmaterialien. Die meisten davon probieren die Kinder fleißig aus. Olaf Schmeißer schaut zu und greift nur ein, wenn es nötig ist. Der gelernte Schreiner hat viele seiner Materialien selber gefertigt, nun stellt er sie den Kindern im Ferienprojekt „Zirkus-Ferien mit der Caritas“ zur Verfügung.

Gemeinsam mit dem Mitmachzirkus Düsseldorf hat der Caritasverband die Aktion in Mettmann auf die Beine gestellt. Im Rahmen des Programms „vielfalt. viel wert.“ fördert das Ferienprojekt Begegnungen zwischen Kindern mit Migrationshintergrund und Kindern aus Deutschland. Zusätzlich sei es ein sportliches Angebot, und die Eltern werden in der Ferienzeit etwas entlastet, sagt Heiko Richartz, Veranstalter des Projekts.

„Wenn das gut angenommen wird und die Kinder Spaß haben, kann es im nächsten Jahr wieder stattfinden“, sagt Richartz. Die Chancen stehen gut: 25 Kinder haben sich in Mettmann angemeldet und möchten vier Tage lang Zirkus lernen. Am Freitag soll es zum Abschluss eine kleine Vorführung geben. Olaf Schmeißer lässt die Kinder zunächst alles ausprobieren. Man werde schnell herausfinden, wer was kann, die Kinder brauchen kein festes Programm, meint er. Diesmal seien besonders viele Jongleure dabei, ist sein Eindruck, dann kann er bald sein Diabolo auspacken und den Kindern neue Impulse geben. Er möchte sie nämlich behutsam an den Zirkus heranführen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Zum Mittagessen bringt jeder etwas mit, das dann geteilt wird

„Ich gebe nichts vor“, sagt er, denn durch ihre eigene Kreativität lernen sie schließlich etwas. Und am Freitag sollen alle Kinder nach Hause gehen und etwas gelernt haben, was sie vorher nicht konnten. Sei es Einrad fahren, jonglieren oder über ein Seil balancieren. Viele Kinder seien noch nie im Zirkus gewesen, aber auch sie haben eine Vorstellung davon, was im Zirkus gemacht wird und sie sollen sich selbst verwirklichen, so Schmeißer.

Um die Gemeinschaft zu fördern, essen alle Kinder mittags zusammen. Dazu bringt jeder Essen mit, das schließlich geteilt wird. So hat auch jeder die Möglichkeit, Speisen aus anderen Ländern kennenzulernen. Nicht nur beim Spielen werden also auch die Sprachbarrieren schnell überwunden. Damit bis Freitag eine Vorführung steht und die Kinder stolz präsentieren können, was sie gelernt haben, wird jetzt noch fleißig geübt.

Olaf Schmeißer achtet darauf, „welche Menschen und welche Fähigkeiten“ er zusammenbringen kann. Er wird dafür nicht die Höchstleistung messen, wie es in anderen Zirkusprojekten oft der Fall ist, sondern die persönliche Höchstleistung. Schmeißer selbst hat als Erwachsener angefangen, Einrad zu fahren.

„Wer Einrad fährt, lernt Jongleure kennen“, sagt er und so sei er schließlich beim Mitmachzirkus gelandet.

Neben Projekten an Schulen geht er auch in Altersheime und zeigt dort ein paar Tricks. Seine älteste Teilnehmerin ist 103 Jahre alt.

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