Der sechsjährige Jannik musste aus einem acht Meter hohen Baum von Rettungskräften abgeseilt werden. Jetzt besuchte er seine Retter.

Der sechsjährige Jannik musste aus einem acht Meter hohen Baum von Rettungskräften abgeseilt werden. Jetzt besuchte er seine Retter.
Höhenretter aus Düsseldorf unterstützten die Feuerwehr Erkrath bei dem Einsatz. Schließlich wurde Jannik aus acht Metern Höhe abgeseilt.            Archiv

Höhenretter aus Düsseldorf unterstützten die Feuerwehr Erkrath bei dem Einsatz. Schließlich wurde Jannik aus acht Metern Höhe abgeseilt.            Archiv

Höhenretter aus Düsseldorf unterstützten die Feuerwehr Erkrath bei dem Einsatz. Schließlich wurde Jannik aus acht Metern Höhe abgeseilt.            Archiv

Jannik und seine Mutter bedankten sich bei Dienstgruppenleiter Ingolf Rütjeroth und allen anderen Rettern der Feuerwehr Erkrath.

Patrick Schüller, Bild 1 von 3

Höhenretter aus Düsseldorf unterstützten die Feuerwehr Erkrath bei dem Einsatz. Schließlich wurde Jannik aus acht Metern Höhe abgeseilt.            Archiv

Erkrath. Jannik, der sechsjährige Schüler der ersten Klasse in der Gemeinschaftsgrundschule an der Falkenstraße, hatte jetzt einen triftigen Grund, die Feuerwehrleute in Hochdahl zu besuchen. Es galt, Dank zu sagen für eine spektakuläre Rettungsaktion. Den Dank und die selbst gebackenen Kekse nahmen Dienstgruppenleiter Ingolf Rütjeroth und seine Männer gerne entgegen. Denn sicherlich gehört es zu den schönen Stunden im Leben der Erkrather Feuerwehrmänner, einen Jungen aus großer Höhe aus einem Baum zu retten und wieder sicher auf den Boden zu stellen.

„Ich wollte mir den Sonnenuntergang ansehen.“

Jannik, geretteter Kletterer

So geschehen am 12. November in Unterfeldhaus. Eigentlich ist Jannik ein Kind, das klettern kann. Und dies bis jetzt auch mit großer Leidenschaft. In Unterfeldhaus – da wo seine Klassenkameraden wohnen – steht eine Tanne, die er liebt, weil die Äste so einladend tief sind, dass ein Kind auch bequem einsteigen kann. Er ist schon oft raufgeklettert. Nur diesmal, an diesem Sonntag, hat es nicht geklappt.

Eigentlich wollte Jannik seine Freunde besuchen. Aber die hatten keine Zeit. Und auf dem Weg nach Hause – so gegen 16.30 Uhr, meint Jannik – ist er dann noch einmal in seine Tanne geklettert. „Ich wollte mir den Sonnenuntergang ansehen“, sagt der Junge.

Doch dieses Mal lief nichts nach Plan. In luftiger Höhe von geschätzten acht Metern hatte er sich mit einem Schuh derart zwischen zwei Ästen verhakt, dass er ihn nicht mehr bewegen konnte. Sehr schnell hat Jannik gewusst, dass er Hilfe braucht. „Hallo“ hat er gerufen. Immer wieder. „Eine halbe Ewigkeit“, meint er. Irgendwann wurden Passanten aufmerksam und alarmierten Polizei und Feuerwehr. Die Retter waren schnell am Ort, die Leiter wurde ausgefahren und der Junge wurde abgeseilt.

Seine Eltern wussten von alledem nichts. Mutter Nadine war schon unruhig geworden. Mit dem einjährigen Sohn Lennox stand sie am Fenster und hielt Ausschau. „Mein Sohn ist ein Draußen-Kind. Da vergisst er schon mal die Zeit“. Aber um 17 Uhr geriet sie doch in Panik. Es dauerte weitere 30 Minuten, bis ein Polizeiwagen vor der Tür hielt.

Jannik stieg aus – wohlauf und unverletzt. „Zuerst dachte ich, dass er vielleicht Zuckerrüben geklaut hat und darum von der Polizei nach Hause gebracht wurde“, sagt Mutter Nadine und kann in der Erinnerung nur lachen.

Und gemeinsam mit Ehemann Lucas Keens ist die Mutter einfach nur froh, dass das Abenteuer ohne Schrammen überstanden wurde. Lucas Keens, der Bauernsohn aus Erkrath, erzählt von eigenen Kletteraktionen im Baumhaus zu Hause auf dem Hof. „Aber acht Meter haben mein Bruder und ich nicht geschafft“, gibt er zu.

Ein Passant schenkt Jannik Adventskalender mit Tannenbaum

Jener unbekannte Passant in Unterfeldhaus – Janniks Lebensretter, der die Polizei rief – blieb auch nicht unberührt von dem Ereignis. Er kaufte einen Adventskalender, Motiv Tannenbaum. Die Straße, in der Jannik wohnt, hat er durch Zufall erfahren. Aber die Hausnummer wusste er nicht. Irgendwann sprach er ein Mädchen mit Tornister an und fragte, ob sie einen Jungen namens Jannik kennt. „Klar“, sagte das Kind, und zeigte auf das Wohnhaus. Dort konnte der Lebensretter dann seinen Adventskalender übergeben und dem Jungen zeigen: „Da oben hast Du gesessen.“

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